Intervallfasten, Trend-Diät

Intervallfasten: Wissenschaft entzaubert Trend-Diät

19.02.2026 - 01:31:11

Eine neue Meta-Analyse findet keinen signifikanten Gewichtsvorteil beim Intervallfasten. Gleichzeitig erweitert die EU die Zulassung für Abnehmspritzen und ein Betrugsfall offenbart den gefährlichen Schwarzmarkt.

Intervallfasten hilft nicht besser beim Abnehmen als klassische Diäten. Das zeigt eine aktuelle Meta-Analyse der Cochrane Collaboration, die pünktlich zur Fastenzeit veröffentlicht wurde. Gleichzeitig erweitert die EU die Zulassung für Abnehmspritzen – und ein Betrugsfall in Bayern offenbart den gefährlichen Schwarzmarkt.

Fasten 2026: Jung, gesund und fleischlos

Deutschland startet motiviert in die Fastenzeit. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit zeigt: 85 Prozent der unter 30-Jährigen halten bewussten Verzicht für sinnvoll. Gesundheit und ökologisches Bewusstsein verschmelzen.

Auf den Verzichtslisten der Deutschen stehen Klassiker ganz oben:
* Alkohol (75 Prozent)
* Süßigkeiten (71 Prozent)
* Fleisch (66 Prozent der Jüngeren, aber nur 48 Prozent der über 60-Jährigen)

Der religiöse Hintergrund tritt zunehmend in den Hintergrund. Für viele wird die Fastenzeit zum körperlichen „Reset“. Doch wer auf die Wunderwirkung des Intervallfastens setzt, muss sich auf eine Ernüchterung einstellen.

Cochrane-Review: Kein Vorteil gegenüber klassischen Diäten

Die Cochrane Collaboration veröffentlichte am Montag eine umfassende Analyse. Der Review wertete 22 Studien mit fast 2.000 Teilnehmern aus. Das Ergebnis ist eindeutig: Intervallfasten führt zu keinem größeren Gewichtsverlust als herkömmliche kalorienreduzierte Diäten.

„Intervallfasten ist effektiver als gar keine Diät“, erklärt Luis Garegnani, einer der Hauptautoren. „Aber im direkten Vergleich bietet es keinen klinisch relevanten Vorteil.“ Der Gewichtsverlust war bei beiden Methoden vergleichbar.

Der vermeintliche Zauber des Intervallfastens? Er liegt schlicht in der Kalorienreduktion durch ausgelassene Mahlzeiten – nicht in einem magischen Stoffwechselvorteil. Ernährungsexperten betonen jedoch: Für manche Menschen ist die Methode einfacher in den Alltag zu integrieren als ständiges Kalorienzählen.

Abnehmspritzen: Neue Dosis, neue Gefahren

Während viele natürlich fasten, entwickelt sich der Markt für medikamentöse Unterstützung rasant. Die Europäische Kommission erteilte Novo Nordisk am Dienstag die Zulassung für eine höhere Dosis des Wirkstoffs Semaglutid (Wegovy).

Ärzte können nun eine Erhaltungsdosis von 7,2 Milligramm verschreiben, wenn die Standarddosis von 2,4 Milligramm nicht ausreicht. Adipositas wird zunehmend als chronische Erkrankung behandelt, die individuelle Lösungen erfordert.

Doch der Hype hat eine Schattenseite: In Mittelfranken nahm die Polizei am Mittwoch eine Frau fest, die systematisch Rezepte für das Konkurrenzprodukt Mounjaro gefälscht hatte. Der Fall zeigt den boomenden Schwarzmarkt. Experten warnen eindringlich vor dem Erwerb ohne ärztliche Überwachung – schwere Gesundheitsschäden drohen.

DGE-Empfehlungen: Pflanzenpower statt Fleisch

Für eine langfristige Ernährungsumstellung hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ihre Leitlinien präzisiert. Die neue Broschüre „Rund um den Ernährungskreis“ setzt klare Akzente:

  • 75 Prozent pflanzlich: Tierische Lebensmittel sollten maximal 25 Prozent der täglichen Energie ausmachen.
  • Kein „gesunder“ Alkohol: Die DGE stellt klar, dass es keine risikofreie Menge Alkohol gibt. Der Fasten-Verzicht ist eine der effektivsten Maßnahmen für Leber und Kalorienbilanz.
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Die Botschaft zum Fastenstart 2026 ist klar: Auf die Kalorienbilanz kommt es an, nicht auf den Essens-Zeitplan. Und wer abnehmen will, sollte lieber dauerhaft auf Fleisch und Alkohol reduzieren – statt auf Wunderdiäten zu hoffen.

@ boerse-global.de

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