Intervallfasten: Cochrane-Analyse stellt Wirksamkeit infrage
18.02.2026 - 07:00:11 | boerse-global.deEine neue wissenschaftliche Analyse dämpft den Hype um das Intervallfasten. Die beliebte Diätmethode ist beim Abnehmen wohl nicht besser als herkömmliche Ernährungsberatung.
Die Übersichtsarbeit der renommierten Cochrane-Organisation, veröffentlicht am 16. Februar, fasst 22 Studien mit fast 2.000 Teilnehmenden zusammen. Ihr ernüchterndes Fazit: Für Erwachsene mit Übergewicht bringt Intervallfasten wahrscheinlich keinen signifikant größeren Gewichtsverlust als andere Diätformen.
Damit stellt die Analyse den weitverbreiteten Glauben infrage, dass allein der Zeitpunkt der Mahlzeiten einen entscheidenden Vorteil bringt. Experten sehen den Schlüssel zum Erfolg stattdessen in der altbekannten Kalorienbilanz.
Das Cochrane-Team um Luis Garegnani vom Universidad Hospital Italiano in Buenos Aires wertete verschiedene Fasten-Methoden aus – darunter das Fasten an abwechselnden Tagen und das zeitlich begrenzte Essen wie die 16:8-Methode.
Im direkten Vergleich mit etablierten Ansätzen zeigte Intervallfasten keinen klaren Vorteil. „Die aktuelle Evidenz rechtfertigt den enormen Enthusiasmus in den sozialen Medien nicht“, so Garegnani. Die Autoren bewerten die Vertrauenswürdigkeit ihrer eigenen Ergebnisse jedoch als „niedrig“, da viele der analysierten Studien klein waren und methodische Schwächen aufwiesen.
Jörg Meerpohl, Direktor von Cochrane Deutschland, ordnet ein: Es handle sich bislang um Hinweise, nicht um einen endgültigen Beweis. Hochwertigere Forschung könnte das Bild noch verändern.
Kaloriendefizit schlägt Essensfenster
Die Cochrane-Ergebnisse decken sich mit anderen Studien der jüngeren Vergangenheit. Eine Untersuchung der Johns Hopkins University fand heraus: Bei gleicher Kalorienmenge nahmen Probanden mit und ohne Essensfenster ähnlich viel ab.
Auch die deutsche ChronoFast-Studie kam zu dem Schluss, dass gesundheitliche Vorteile vor allem durch eine unbeabsichtigte Kalorienreduktion entstehen – nicht durch das Timing selbst. Der grundlegende Abnehm-Mechanismus bleibt also das Kaloriendefizit. Das Essensfenster könnte lediglich helfen, dieses Defizit leichter einzuhalten.
Experten kritisieren den Diät-Hype
Die wissenschaftliche Gemeinschaft reagiert mit Bestätigung und mahnt zur Differenzierung. Kritiker wie Stefan Kabisch vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung merken an: Überzeugende Humanstudien für den Hype hätten von Anfang an gefehlt.
- Starke Effekte zeigten sich meist nur im Vergleich zu Gruppen ohne Diätvorgabe.
- Gegen eine gleichwertige Kalorienreduktion verschwinden die angeblichen Vorteile oft.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Intervallfasten nicht zur langfristigen Gewichtskontrolle. Sie kritisiert fehlende Empfehlungen zur Lebensmittelauswahl und den Mangel an Langzeitstudien.
Was bleibt für die Gewichtskontrolle?
Die Analyse unterstreicht: Eine magische Einheitslösung zum Abnehmen gibt es nicht. Intervallfasten kann für manche ein praktisches Werkzeug sein, um weniger zu essen. Besser als traditionelle, ausgewogene Ansätze ist es aber wohl nicht.
Zukünftige Forschung muss klären:
* Die langfristigen Auswirkungen und die Nachhaltigkeit im Alltag.
* Mögliche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Reizbarkeit.
* Die Wirkung auf Begleiterkrankungen von Übergewicht.
Für Verbraucher bleibt die Erkenntnis: Statt auf Trends zu hoffen, sind eine gesunde Ernährung und ein nachhaltiges Kaloriendefizit die verlässlichsten Pfeiler für die Gewichtskontrolle.
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