Interlübke-Pleite, Möbel

Interlübke-Pleite: Deutsche kaufen kaum noch Möbel

29.04.2026 - 12:02:57 | boerse-global.de

Der zweite Insolvenzantrag von Interlübke verdeutlicht den Trend zu weniger Konsum und radikalem Minimalismus in Deutschland.

Interlübke-Pleite: Deutsche kaufen kaum noch Möbel - Foto: über boerse-global.de
Interlübke-Pleite: Deutsche kaufen kaum noch Möbel - Foto: über boerse-global.de

Denn immer mehr Deutsche entscheiden sich bewusst gegen neue Möbel. Eine Umfrage zeigt: Fast 70 Prozent sparen beim Kauf von Einrichtungsgegenständen. Der Trend zum radikalen Minimalismus gewinnt an Fahrt.

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Traditionsfirma vor dem Aus

Der Möbelhersteller aus Rheda-Wiedenbrück, Erfinder des modernen Systemschranks von 1963, musste diese Woche erneut Insolvenz anmelden. Bereits 2012 war das Unternehmen pleite, bevor es 2022 von Domovari übernommen wurde. Trotz Investitionen in Maschinen und Produkte brechen die Umsätze weg. Grund: Die Kundschaft gibt immer weniger für Möbel aus.

„Die anhaltenden Marktschwierigkeiten und der deutliche Rückgang der Konsumausgaben haben uns in diese Krise getrieben“, so das Unternehmen. Dabei steht Interlübke nicht allein da. Die gesamte Branche leidet unter einer fundamentalen Veränderung des Wohnverhaltens.

Leben ohne Möbel: Ein Paar zeigt, wie es geht

Ein Paar aus Kapstadt lebt seit vier Jahren in einer Gartenwohnung – fast ohne Möbel. Die 57 und 60 Jahre alten Bewohner besitzen nur einen kleinen Laptoptisch und Campingmatratzen. Ihr Fazit: bessere körperliche Fitness und einfachere Umzüge. Der Nachteil: Gäste können kaum empfangen werden. Ende 2026 wollen sie in einen Van mit Bett und Couch umziehen.

Diese extreme Form des Minimalismus hat Methode. Experten wie die Aufräum-Expertin Marie Kondo oder Hideko Yamashita mit ihrem „Dan-Sha-Ri“-Prinzip propagieren: Die meisten Menschen nutzen nur 20 Prozent ihrer Besitztümer. Jeder Gegenstand braucht seinen festen Platz – sonst gehört er weg.

Wirtschaftlicher Druck zwingt zum Sparen

Der Trend ist keine reine Lifestyle-Entscheidung. Eine Forsa-Umfrage vom April 2026 zeigt: 58 Prozent der Befragten schränken ihre täglichen Ausgaben wegen hoher Preise ein. Besonders betroffen: Menschen unter 30 Jahren und Haushalte mit weniger als 2.500 Euro netto im Monat.

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Die Sparwelle erfasst nicht nur Möbel. Auch Restaurantbesuche, Lebensmittel und Freizeitaktivitäten werden reduziert. Gleichzeitig entsteht ein neuer Trend: „Luxury Downsizing“ – der Umzug in kleinere Wohnungen, die dafür mit hochwertigen Materialien wie Naturstein oder Massivholz ausgestattet werden. Nachhaltigkeit und Smart-Home-Technik ersetzen Quadratmeter.

Berlin: Möblierte Wohnungen außer Kontrolle

In Großstädten wie Berlin hat sich der Markt für möblierte Kurzzeitmieten verselbstständigt. Über 50 Prozent aller Inserate entfielen 2022 auf diesen Sektor – oft umgehen sie die Mietpreisbremse. Ein 14-Quadratmeter-Zimmer in einer WG kostet fast 700 Euro monatlich. Start-ups wie Habyt sammelten dafür 40 Millionen Euro ein.

Der Berliner Senat und das Bundesjustizministerium arbeiten an Gegenmaßnahmen. Geplant: eine Begrenzung möblierter Vermietungen auf maximal sechs Monate in bestimmten Gebieten sowie strengere Obergrenzen für den Möbelzuschlag.

Aufräumen als Therapie

Psychiater Bastian Willenborg erklärt: „Ausmisten senkt den Cortisolspiegel.“ Menschen klammerten sich oft an Gegenstände aus einem falschen Sicherheitsgefühl. Das Loslassen sei eine psychologische Herausforderung.

Den radikalsten Weg geht der 19-jährige Lasse Stolley. Seit über drei Jahren lebt er fast ausschließlich in Zügen der Deutschen Bahn. Als Zugkoch arbeitet er unterwegs, sein gesamter Besitz passt in einen Rucksack: Hygieneartikel und ein Laptop. In Arbeitswochen übernachtet er in Hotels – sein Zuhause ist das Schienennetz.

Die Zukunft des Wohnens

Die Entwicklung spaltet sich: Auf der einen Seite hochwertige, kleine Wohnungen mit durchdachtem Design. Auf der anderen Seite extremer, mobiler Minimalismus. Die traditionelle Möbelindustrie muss sich anpassen – weg vom Massenmarkt, hin zu langlebigen, multifunktionalen Stücken.

Für Verbraucher gilt: Der wirtschaftliche Druck und der psychologische Wandel hin zu „weniger ist mehr“ werden den Trend zum möbelfreien oder -reduzierten Wohnen weiter verstärken. Besonders in dichten Stadtzentren, wo jeder Quadratmeter kostbar ist, verschwimmen die Grenzen zwischen klassischem Wohnen und minimalistischer Mobilität zunehmend.

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