Intel-Chef warnt: Chip-Knappheit bis mindestens 2028
04.02.2026 - 03:24:12Die globale Tech-Branche muss sich auf eine jahrelange Mangellage bei Speicherchips einstellen. Intel-CEO Lip-Bu Tan sieht frühestens 2028 eine Entspannung. Der Grund ist der ungebremste KI-Boom, der die weltweite Produktion verschlingt und Preise in die Höhe treibt.
KI-Revolution frisst die Chip-Produktion
Der künstlichen Intelligenz wird der Hunger nicht so schnell vergehen. Tech-Giganten pumpen zwischen 2025 und 2027 schätzungsweise über eine Billion Dollar in KI-Rechenzentren. Allein mindestens 120 Milliarden Euro fließen in Speicherchips und Hardware. Diese Hochleistungsrechner brauchen enorme Mengen an High-Bandwidth-Memory (HBM) für komplexe KI-Modelle.
Die Folge: Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron konzentrieren ihre Kapazitäten auf diese lukrativen HBM-Chips für die KI-Industrie. Für die klassischen Speicherbausteine in PCs, Smartphones und Unterhaltungselektronik bleibt weniger übrig. Ein Teufelskreis, den die nächste Chip-Generation noch verschärfen wird. Intels Chef verwies auf Nvidias kommende „Vera Rubin“-Plattform, die den Speicherhunger weiter anheizen wird.
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Teurere Handys und abgespeckte Laptops
Die Knappheit trifft Verbraucher und Industrie gleichermaßen. Smartphone-Hersteller stehen vor einer Zwickmühle. Nothing-CEO Carl Pei rechnet damit, dass Speicherchips zum größten Kostentreiber werden. Die Konsequenz? Entweder werden Geräte bis zu 30 Prozent teurer – oder sie werden mit weniger Leistung ausgeliefert.
Auch PC-Hersteller reagieren. Konzerne wie Dell und Lenovo planen Berichten zufolge, den Arbeitsspeicher in Mittelklasse-Laptops ab 2026 zu reduzieren. Selbst die Autoindustrie, die für Assistenzsysteme und Infotainment auf Chips angewiesen ist, gerät unter Druck. Internationale Prognosen sehen die Nachfrage nach DRAM-Chips noch Jahre lang über dem Angebot. Neue Fabriken sollen frühestens 2027/2028 anlaufen – eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.
Drei Konzerne beherrschen den Markt
Die Machtverhältnisse haben sich radikal verschoben. Die drei großen Player Samsung, SK Hynix und Micron kontrollieren den Markt und setzen strategisch auf Profitabilität. Sie bedienen vorrangig die hochpreisige KI-Sparte. Diese disziplinierte Kapazitätssteuerung hält die Preise hoch und sorgt für stabile Gewinne – ein krasser Gegensatz zur Überproduktion und den Preisverfällen der Vergangenheit.
Diese Anbietermacht wird mit dem KI-Boom weiter wachsen. Berichten zufolge sind die gesamten HBM-Kapazitäten der großen Hersteller für dieses Jahr bereits ausverkauft. Für Investoren ist klar: Der Wertschöpfungsstrom fließt weg von den Geräteherstellern hin zu den Chip-Lieferanten, die das Rückgrat der KI-Revolution bilden.
Wann kommt die Wende?
Der Weg zurück zu einem ausgeglichenen Markt ist lang. Die Branche rechnet mit einer anhaltenden Schieflage für die kommenden Jahre. Der Bau neuer Halbleiterfabriken dauert selbst mit milliardenschweren Förderprogrammen wie dem US-amerikanischen CHIPS and Science Act viele Jahre.
Die Engpässe betreffen nicht nur die Produktion, sondern auch die hochspezialisierte Herstellungsausrüstung. Für Unternehmen und Verbraucher bedeutet das: Der Preisdruck bei Elektronikprodukten bleibt. Bis gegen Ende des Jahrzehnts neue Produktionslinien anlaufen, wird die Tech-Welt von der Knappheit dieser Schlüsselkomponenten geprägt sein.
PS: Der weltweite KI‑Boom verschärft nicht nur Hardware‑Engpässe, sondern beschert Unternehmen auch knappe Übergangsfristen und neue Dokumentationspflichten. Wer HBM, Trainingsdaten oder externe KI‑Dienste nutzt, sollte jetzt prüfen, in welche Risikoklasse seine Systeme fallen und welche Nachweise nötig sind. Unser kompakter Praxis‑Guide fasst die wichtigsten Fristen, Kennzeichnungsregeln und sofort umsetzbaren Schritte zusammen, damit Ihr Betrieb rechtssicher bleibt. Jetzt kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden sichern


