Intel, AMD und Qualcomm machen KI zum PC-Standard
05.01.2026 - 15:14:11Die Ära des KI-PCs ist angebrochen – nicht als Nische, sondern als neuer Industriestandard. Auf der Technikmesse CES 2026 in Las Vegas setzten die Chip-Riesen Intel, AMD und Qualcomm mit einer Flut von Ankündigungen den Maßstab für das kommende Jahr. Die Botschaft ist eindeutig: Ein leistungsfähiger Neural Processing Unit (NPU) ist ab sofort Pflicht. Während 40 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) zum neuen Minimum werden, peilen Spitzenmodelle bereits 180 TOPS an. Das verspricht einen fundamentalen Wandel, wie Computer künstliche Intelligenz handhaben.
Intel kontert mit Panther Lake und 180-TOPS-Offensive
Im Rennen um die Vorherrschaft setzt Intel einen deutlichen Ausrufezeichen. Der Konzern stellte seine Core Ultra Serie 3 vor, Codenamen „Panther Lake“. Die auf dem modernen 18A-Fertigungsprozess gefertigten Chips sollen laut Intel die CPU- und GPU-Leistung um 50 Prozent steigern und gleichzeitig den Stromverbrauch um 40 Prozent senken.
Das eigentliche Zugpferd ist jedoch die KI-Rechenkraft. Während der Industriestandard für Microsofts Copilot+ PC noch vor zwei Jahren bei 40 TOPS lag, soll das Top-Modell der Serie, der Core Ultra 9 386H, bis zu 180 TOPS erreichen. Diese exponentielle Steigerung soll „agentische KI“ ermöglichen – autonome Systeme, die komplexe Arbeitsabläufe, Echtzeit-Übersetzung und Medienbearbeitung komplett lokal auf dem Gerät erledigen, ohne Cloud-Anbindung.
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Analysten deuten Intels aggressiven Vorstoß als direkte Antwort auf den harten Wettbewerb im Mobilfunkmarkt, wo ARM-basierte Chips der Konkurrenz in den letzten Jahren bei der Akkulaufzeit dominierten.
AMD und Qualcomm ziehen im Kampf um die KI-Krone nach
AMD konterte prompt mit der Einführung der Ryzen AI 400 Serie („Gorgon Point“). Diese Prozessoren zielen darauf ab, leistungsstarke KI für breitere Preisklassen verfügbar zu machen. Die Serie soll NPUs mit über 40 TOPS auch in Mainstream-Laptops bringen, wobei der Fokus auf einem effizienten Verhältnis von Rechenleistung und Verbrauch liegt – entscheidend für Geräte mit ganztägiger Akkulaufzeit.
Qualcomm setzte seine Offensive im PC-Markt mit dem Snapdragon X2 Elite fort. Das Nachfolgemodell des disruptiven Vorgängers kommt nun auch in einer 18-Kern-„Extreme“-Variante. Erste Benchmarks deuten darauf hin, dass Qualcomm seine Führung bei der Energieeffizienz behaupten und gleichzeitig die NPU-Leistung massiv steigern kann, um mit x86-Alternativen gleichzuziehen.
Dieser Dreikampf hat den 40+ TOPS NPU de facto zum Mindeststandard für neue PCs gemacht. Hersteller wie ECS präsentieren bereits „KI-ready“ Business-Laptops und Mini-PCs auf Basis dieser Plattformen. Für Unternehmenskunden wird eine dedizierte KI-Hardware damit so selbstverständlich wie einst WLAN.
Vom Chatbot zum lokalen Agenten: KI wird aktiv und physisch
Ein zentrales Thema der Messe ist der Wandel der KI-Software von passiven Chatbots zu aktiven, lokalen Agenten. Die neue Hardware-Generation ist genau dafür ausgelegt. Im Gegensatz zu den cloud-abhängigen Großsprachmodellen der Vorjahre arbeiten diese Agenten lokal auf dem Gerät. Sie nutzen die leistungsstarken NPUs, um sicher auf Dateien, Bildschirminhalte und Anwendungen zuzugreifen.
Diese Verschiebung adressiert zwei Hauptprobleme der Unternehmens-KI: Latenz und Datenschutz. Indem sensible Daten lokal auf 180-TOPS-NPUs verarbeitet werden, können KI-Assistenten Arbeitsabläufe überwachen und Aufgaben automatisieren, ohne proprietäre Informationen an externe Server zu senden.
Die Vision geht über den PC hinaus. NVIDIA-CEO Jensen Huang betonte in seiner Keynote das Konzept der „Physical AI“. Hierbei bringt die gleiche Rechenkraft, die nun PCs standardisiert, Robotern und autonomen Systemen eine beispiellose Wahrnehmungs- und Navigationsfähigkeit in der physischen Welt.
Marktwende: Der PC ohne KI-Hardware wird obsolet
Die Standardisierung leistungsfähiger NPUs markiert einen Point of No Return. Die Marktforschungsfirma Gartner prognostiziert, dass KI-fähige PCs bis Ende 2026 einen Marktanteil von 55 Prozent erreichen werden – das entspricht etwa 143 Millionen Einheiten. Für Einkäufer in Unternehmen wird ein Laptop ohne dedizierten NPU damit so überholt sein wie ein Gerät ohne WLAN in den 2000er Jahren.
Die Botschaft der CES 2026 ist klar: Der „KI-PC“ ist keine eigene Kategorie mehr. Er ist einfach der PC. Während Intel, AMD und Qualcomm 40+ TOPS als Basis etablieren und bei Flagship-Modellen dreistellige Werte anpeilen, wird 2026 das Jahr, in dem lokale KI zu einer unsichtbaren, aber unverzichtbaren Grundfunktion des täglichen Computings wird. Der Fokus der Branche verlagert sich nun auf die Software-Entwickler, die unter Hochdruck Anwendungen bauen müssen, die diese neue Fülle an lokaler Rechenkraft auch voll ausnutzen können.
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