Intel, Aktie

Intel Aktie: Problemzone Wachstum?

23.01.2026 - 16:09:31

Intel veröffentlicht schwache Umsatzprognose für Q1 2026 aufgrund von Lieferengpässen. Analysten bleiben trotz des Kursrückgangs langfristig optimistisch.

Die Intel-Aktie gerät nach den jüngsten Quartalszahlen massiv unter Druck. Im nachbörslichen Handel am Donnerstag sackte der Titel zeitweise um über zehn Prozent ab. Der Grund: Der Chipkonzern enttäuschte mit seiner Umsatzprognose für das laufende Quartal die Erwartungen der Wall Street deutlich.

Für das erste Quartal 2026 stellte Intel Erlöse zwischen 11,7 und 12,7 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Das liegt am unteren Ende der saisonalen Muster und bedeutet einen Umsatzrückgang von etwa elf Prozent im Quartalsvergleich. Besonders brisant: Diese Schwäche trifft Intel ausgerechnet in einer Phase stark steigender Nachfrage nach Server-CPUs für Rechenzentren.

Lieferengpässe bremsen Intel aus

Was steckt hinter der verhaltenen Prognose? Intel kämpft mit massiven Versorgungsengpässen – sowohl intern als auch bei externen Zulieferern. Finanzchef David Zinsner räumte in der Telefonkonferenz ein, dass die Kapazitätsprobleme besonders im ersten Quartal 2026 ihren Höhepunkt erreichen werden.

Die Einführung der neuen 18A-Fertigungstechnologie erweist sich als schwieriger als geplant. Der anfängliche Hochlauf dieser nächsten Chipgeneration belastet zudem die Bruttomargen erheblich. Erst im weiteren Jahresverlauf 2026 soll sich die Lage durch bessere Ausbeuten, kürzere Zykluszeiten und optimierte Produktionsabläufe entspannen.

Das vierte Quartal überraschte noch positiv

Dabei hatte Intel für das vierte Quartal 2025 durchaus solide Zahlen geliefert. Mit Erlösen von 13,7 Milliarden US-Dollar übertraf der Konzern die Analystenschätzungen von 13,41 Milliarden Dollar. Beim Gewinn je Aktie stand ein Wert von 0,15 US-Dollar zu Buche – deutlich über der Prognose von 0,08 Dollar.

Treiber war das Segment Data Center und AI, das im Quartalsvergleich um 15 Prozent zulegte. Die starke Nachfrage nach Server-CPUs für künstliche Intelligenz untermauerte die Hoffnungen auf einen operativen Turnaround. Doch genau dieser Nachfrageboom entpuppt sich nun als Problem: Intel kann schlicht nicht genug Chips produzieren.

Analysten bleiben trotz Dämpfer optimistisch

Die Investmentbank KeyBanc erhöhte ihr Kursziel für Intel von 60 auf 65 US-Dollar und bestätigte die Kaufempfehlung. Die Analysten setzen vor allem auf das Foundry-Geschäft: Sie erwarten, dass Kunden in der zweiten Jahreshälfte 2026 Entscheidungen über Aufträge für die 14A-Fertigungstechnologie treffen werden. Als möglicher Großkunde gilt Apple.

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Auch die Deutsche Bank schraubte ihr Kursziel nach oben – allerdings nur auf 45 US-Dollar nach zuvor 35 Dollar. Die Einstufung bleibt bei “Hold”. Angesichts des aktuellen Kurses von 54,32 Dollar sehen die Analysten begrenztes Aufwärtspotenzial. Besonders kritisch bewerten sie die Überbewertung: Das KGV liegt bei außergewöhnlichen 1.200.

Hochlauf ab dem zweiten Quartal erwartet

Intel rechnet damit, dass die Kapazitäten im Laufe des Jahres 2026 deutlich zunehmen werden. Ab dem zweiten Quartal soll ein überdurchschnittliches saisonales Wachstum möglich sein. Ein Lichtblick: Bei der neuen Panther-Lake-Generation auf Basis der 18A-Technologie wurden bereits drei Produktvarianten gelauncht – mehr als ursprünglich geplant.

Der Konzern hat mit der Einführung von drei Panther-Lake-Modellen sein ursprüngliches Ziel übertroffen. Zudem befinden sich mehrere externe 14A-Projekte in aktiven Gesprächen, die zwischen der zweiten Jahreshälfte 2026 und dem ersten Halbjahr 2027 in konkrete Verträge münden könnten.

Bleibt die Frage: Kann Intel die hochgesteckten Erwartungen erfüllen? Der Chipriese ist mit einem fulminanten Kursanstieg von 151 Prozent im vergangenen Jahr in die Zahlenvorlage gegangen. Die Anleger hatten aggressiv auf einen Turnaround gewettet. Jetzt folgt die Ernüchterung – zumindest kurzfristig.

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