Intel Aktie: 14,72 Prozent Minus nach Apple-Euphorie
18.05.2026 - 18:30:35 | boerse-global.deApple-Fantasie, Shortseller-Druck und eine Bewertung auf Rekordniveau: Bei Intel prallen derzeit mehrere starke Kräfte aufeinander. Die Aktie hat eine historische Rally hinter sich, doch der jüngste Rücksetzer zeigt, wie empfindlich der Markt auf Zweifel reagiert. Im Kern geht es um eine Frage mit Milliardenwirkung: Wird aus Intels Foundry-Story ein belastbares Geschäft?
Am Freitag schloss die Aktie bei 93,71 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 14,72 Prozent, obwohl der Titel über einen Monat noch 60,79 Prozent vorn liegt. Das ist keine normale Schwankung mehr, sondern ein Markt, der zwischen Euphorie und Neubewertung pendelt.
Rally mit Nebenwirkungen
Seit dem Frühjahrstief hat Intel zeitweise mehr als 200 Prozent zugelegt. Der Börsenwert wuchs um mehr als 440 Milliarden Dollar, während Shortseller laut S3 Partners auf Buchverlusten von über 12 Milliarden Dollar sitzen.
Operativ lieferte Intel zuletzt Argumente für die Rally. Im ersten Quartal lag der Umsatz bei 13,6 Milliarden Dollar und damit 1,4 Milliarden Dollar über der Mitte der eigenen Prognose. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 0,29 Dollar statt der angepeilten schwarzen Null.
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Wichtig ist auch der Fortschritt in der Fertigung. Beim Prozess 18A liegen die Ausbeuten über den internen Planungen. Finanzchef David Zinsner sagte, Intel könne die für das Jahresende anvisierten Ziele bereits zur Mitte von 2026 erreichen. Höhere Ausbeuten bedeuten mehr nutzbare Chips pro Wafer, niedrigere Kosten und bessere Margen.
Apple-Deal bleibt der Kurstreiber
Der stärkste Impuls kam von einem Bericht über eine vorläufige Vereinbarung mit Apple. Intel soll demnach künftig bestimmte Chips für Apple-Geräte fertigen. Die Aktie legte nach der Nachricht um 15 Prozent zu.
Die Details bleiben entscheidend. Weder Intel noch Apple haben konkretisiert, welche Chips betroffen wären und ob es um Großserienfertigung, Testläufe, Packaging oder begrenzte Chiplet-Arbeiten geht. Analyst Ming-Chi Kuo sieht den Schwerpunkt der aktuellen Apple-Aufträge rund um den iPhone-Chip A21.
Nach seiner Einschätzung dürfte die Zusammenarbeit zunächst klein anlaufen, später hochfahren und bis 2028 wachsen. Erst danach könnte der Zyklus wieder abflachen. Das wäre ein wichtiger Schritt für Intel, aber noch kein Beweis für einen dauerhaften Foundry-Durchbruch.
Bewertung lässt wenig Spielraum
Die Bewertung ist inzwischen anspruchsvoll. Intel handelt bei rund dem Hundertfachen der erwarteten Gewinne der kommenden zwölf Monate. Das liegt weit über der eigenen Historie und deutlich über Nvidia, das bei etwa dem Vierundzwanzigfachen liegt.
Die Analysten bleiben trotz steigender Gewinnschätzungen zurückhaltend. Das durchschnittliche Kursziel von rund 85 Dollar liegt klar unter den jüngsten Schlusskursen. Genau diese Lücke macht die Aktie anfällig, wenn operative Fortschritte nicht schnell genug sichtbar werden.
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Hinzu kommt die Kapitalfrage. Der freie Cashflow war im ersten Quartal mit 2,54 Milliarden Dollar negativ, während Intel massiv in Kapazitäten und Technologie investiert. Die Foundry-Sparte schreibt weiter Verluste, und komplexe Apple-Programme würden das Ausführungsrisiko erhöhen.
Intel baut das Ökosystem dennoch aus. Google setzt in einer mehrjährigen Zusammenarbeit auf Xeon-Prozessoren für Cloud-Infrastruktur. SK Hynix testet Intels EMIB-Packaging für HBM-Integration bei KI-Beschleunigern. Die Foundry-Sparte soll 2027 die Gewinnschwelle erreichen, gestützt durch Kunden wie Amazon, Microsoft, die US-Regierung und Tesla.
Für das zweite Quartal stellt Intel einen Umsatz von 13,8 bis 14,8 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,20 Dollar in Aussicht. Der schärfste Prüfstein ist die externe Foundry-Nachfrage: Im ersten Quartal lag dieser Umsatz erst bei 174 Millionen Dollar. Ein spürbarer Sprung wäre das konkrete Signal, dass aus der Pipeline tatsächlich kommerzielles Geschäft wird.
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