Indische Zentralbank plant Entschädigung für Online-Betrug
06.02.2026 - 18:32:12Die indische Zentralbank will Opfern von Kleinstbetrug im Netz bis zu 25.000 Rupien erstatten. Die Maßnahme soll das Vertrauen in die boomende Digitalwirtschaft stärken.
Neuer Schutzschirm für Verbraucher
Die Reserve Bank of India (RBI) hat einen Richtlinienentwurf angekündigt, der Betroffene von digitalem Kleinstbetrug finanziell auffangen soll. Demnach erstattet der Staat künftig 85 Prozent des Schadens – maximal jedoch umgerechnet etwa 280 Euro. Die Entschädigung gilt auch für Fälle, in denen Opfer arglistig zu der Herausgabe von Transaktionspasswörtern (OTP) manipuliert wurden. Sie kann jedoch nur einmal im Leben beansprucht werden. „Dieser Rahmen soll ein Sicherheitsnetz für die verwundbarsten Nutzer sein“, erklärte RBI-Gouverneur Sanjay Malhotra.
Teil einer umfassenden Verbraucherschutz-Offensive
Die Entschädigungsregel ist nur ein Baustein einer größeren Reform. Die Notenbank will drei weitere Richtlinienentwürfe vorlegen. Sie adressieren drängende Probleme:
* Die unseriöse Vermittlung von Fremdprodukten an Bankschaltern.
* Die Standardisierung von Inkassoverfahren, nach Klagen über aggressive Schuldeneintreiber.
* Eine Überarbeitung der Haftungsregeln bei unbefugten Online-Transaktionen.
Ziel ist ein transparenteres und sichereres Finanzumfeld. Die Entschädigung für Kleinstbetrug soll dabei das Fundament des digitalen Zahlungsverkehrs stärken: das Vertrauen der Verbraucher.
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Kampf gegen die Masse der Kleinstdelikte
Die Fokussierung auf Beträge unter 55.000 Rupien ist datengestützt. Rund 65 Prozent aller digitalen Betrugsfälle in Indien fallen in diese Kategorie. Die Summe des Einzelschadens ist oft gering, die hohe Fallzahl untergräbt jedoch massiv das Sicherheitsgefühl. Im Fiskaljahr 2024/25 meldeten Banken über 13.400 Betrugsfälle bei Karten- und Internetzahlungen mit einem Gesamtschaden von 5,2 Milliarden Rupien. Die Zahlen sind zwar rückläufig, zeigen aber den anhaltenden Handlungsbedarf.
Modernisierung der Cybersicherheit
Die geplanten Regelungen markieren die größte Überarbeitung des Haftungsrahmens seit 2017. Seither hat die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs in Indien explosionsartig zugenommen – und mit ihr die Bedrohung durch Phishing und betrügerische Überweisungen. Die Entschädigung soll vor allem skeptischere Nutzer ermutigen, digitale Dienste überhaupt zu nutzen. Die Verantwortung für den Verbraucherschutz wird damit deutlich stärker dem Bankensystem auferlegt.
Was kommt als Nächstes?
Noch in dieser Woche will die RBI die Entwürfe zur öffentlichen Konsultation freigeben. Banken, Tech-Unternehmen und Verbraucherschützer können dann Stellung nehmen. Parallel arbeitet die Notenbank an einem Diskussionspapier zu weiteren Sicherheitsmaßnahmen. Im Gespräch sind unter anderem verzögerte Gutschriften, um Betrug vor der endgültigen Abwicklung zu erkennen, sowie zusätzliche Authentifizierungsschritte für besonders gefährdete Gruppen wie Senioren. Die finalen Regelungen sollen einen neuen Standard für verbraucherzentrierte Cybersicherheit in Indien setzen.


