Indigo, Naturalis

Indigo Naturalis: Hoffnung bei Psoriasis-Arthritis, doch Risiken fordern Vorsicht

03.01.2026 - 06:22:12

Die traditionelle Heilpflanze zeigt entzündungshemmendes Potenzial, doch neue Studien warnen vor einem erhöhten Risiko für tiefe Venenthrombosen und Lungenembolien.

Eine traditionelle chinesische Heilpflanze rückt als Therapie-Option bei Psoriasis-Arthritis in den Fokus – doch neue Sicherheitsdaten fordern eine differenzierte Betrachtung. Während eine Fachpublikation das Potenzial von Indigo naturalis (Qing Dai) hervorhebt, warnen gleichzeitig Studien vor möglichen Gefahren für die Gefäßgesundheit.

Phytotherapie im Aufwind: Natürliche Alternative zu Biologika

Die Fachzeitschrift Bentham Science widmete sich am 3. Januar 2026 in einem Schwerpunktheft der Rolle natürlicher Wirkstoffe bei Knochen- und Gelenkerkrankungen. Im Zentrum steht dabei Indigo naturalis, eine in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) seit langem verwendete Pflanze. Ihr wird ein gezielter entzündungshemmender Effekt zugeschrieben, der speziell den IL-17-Signalweg hemmt – einen zentralen Treiber der Entzündung bei Schuppenflechte und der damit verbundenen Gelenkerkrankung.

Laut der Publikation könnten Wirkstoffe wie Indirubin und Tryptanthrin eine Lücke zwischen lokaler und systemischer Therapie schließen. Sie bieten eine „modulierende“ Wirkung, ohne das Immunsystem breit zu unterdrücken. Das passt zum Trend der „Interception“, also dem Versuch, den Übergang von reiner Haut- zur Gelenkerkrankung früh zu stoppen.

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Schattenseiten der Natur: Studie identifiziert Thrombose-Risiko

Parallel zu den therapeutischen Hoffnungen veröffentlichte das Portal ScienceOpen jedoch am 19. Dezember 2025 eine bahnbrechende Sicherheitsanalyse. Die Studie „Understanding Vascular Toxicity of Indigo Naturalis“ nutzte Mendelsche Randomisierung, um kausale Zusammenhänge zu untersuchen.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Die genetische Aktivität von Indigo naturalis steht in ursächlichem Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für tiefe Venenthrombosen (TVT) und Lungenembolien. Als möglicher Vermittler dieses Risikos identifizierten die Forscher erhöhte Harnsäurewerte, ein Nebenprodukt des Stoffwechselwegs der Pflanze.

Diese Daten verändern die Diskussion grundlegend. Es geht nicht mehr um die Frage, ob das Mittel „natürlich“ ist, sondern für welchen spezifischen Patiententyp es sicher anwendbar ist. Für Ärzte bedeutet das: Patienten mit bestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren oder Thrombose-Vorgeschichte benötigen eine besonders sorgfältige Überwachung.

Integrative Strategien: Die Zukunft liegt in der Kombination

Das gestiegene Interesse an der TCM-Pflanze fällt in eine dynamische Zeit für die konventionelle Medizin. Die US-Arzneimittelbehörde FDA prüft derzeit die Zulassungserweiterung des Wirkstoffs Deucravacitinib (Sotyktu) für Psoriasis-Arthritis. Eine Entscheidung wird für März 2026 erwartet.

Experten sehen hier keinen Widerspruch, sondern eine Chance für hybride Therapiestrategien. Während synthetische JAK/TYK2-Inhibitoren hochwirksam, aber mit bekannten Nebenwirkungen behaftet sind, könnte Indigo naturalis eine Option für leichtere Verläufe oder als ergänzende Therapie sein – vorausgesetzt, die Gefäßrisiken werden kontrolliert. Integrative Behandlungsansätze könnten die Pflanze als kortisoneinsparende Maßnahme oder Begleittherapie einsetzen.

Der Weg zur Standardisierung: Von der Pflanze zum Präzisionsmedikament

Für eine breite klinische Anwendung ist die Standardisierung der Wirkstoffe entscheidend. Die aktuelle Fachliteratur fordert verlässliche Daten zu Dosierung und Wirksamkeit. Die natürliche Schwankung in rohen Pflanzenpulvern war lange ein Hindernis. Doch hochgereinigte, alkaloidreiche Fraktionen weisen den Weg zu einer „pharmazeutischen Qualität“ der TCM.

Die Botschaft der aktuellen Entwicklungen ist klar: Indigo naturalis ist ein wirksames Therapeutikum, kein bloßes Nahrungsergänzungsmittel. Seine wissenschaftlich belegte Wirkung gegen Entzündungen macht es interessant, das neu identifizierte Sicherheitsprofil erfordert jedoch professionelle Begleitung. Für das Jahr 2026 zeichnet sich ab, dass Leitlinien zunehmend solche Phytotherapien in ein personalisiertes Behandlungskonzept integrieren werden – neben neuen Zulassungen wie Deucravacitinib.

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