Indiens, Regierung

Indiens Regierung peilt Platz drei im globalen Drohnenmarkt an

05.02.2026 - 11:00:12

Indien will bis 2030 zum drittgrößten Drohnenmarkt der Welt aufsteigen. Dieses klare Ziel gab die Regierung nach einer hochrangigen Bewertung der nationalen Luftfahrtstrategie bekannt.

Zivilluftfahrtminister K. Rammohan Naidu leitete am Mittwoch eine Überprüfung des Fortschritts bei Forschung, Entwicklung und heimischer Produktion von unbemannten Fluggeräten (UAV). Die Ankündigung markiert einen strategischen Wandel: Die Drohnentechnik wird nicht länger nur als Startup-Ökosystem, sondern als zentraler Pfeiler von Industrie- und Verteidigungsstrategie behandelt. Frische Budgetmittel und eine Konzentration auf lokale Komponentenfertigung sollen die Importabhängigkeit verringern und Indien einen bedeutenden Anteil am globalen UAV-Markt sichern.

Im Mittelpunkt des Treffens stand die dringende Notwendigkeit, über die reine Montage importierter Teile hinauszuwachsen. Bislang ist die Lieferkette für kritische Subsysteme wie Antriebe, Batterien und Sensoren stark vom Ausland abhängig. Die „Make in India“-Initiative soll nun gezielt diese Lücken in der vorgelagerten Wertschöpfungskette schließen.

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„Das Ziel, der drittgrößte Markt zu werden, ist keine bloße Hoffnung mehr, sondern ein verbindliches politisches Ziel“, betonte Minister Naidu laut Mitteilungen seines Ministeriums. Zukünftige Maßnahmen werden sich voraussichtlich auf Forschung und Entwicklung in diesen Schlüsselbereichen konzentrieren, um technologische Souveränität zu erreichen.

Budget 2026: Milliarden für Agrar-Drohnen und KI

Der Kurs bestätigt die massive finanzielle Unterstützung aus dem Bundeshaushalt für die kommende Finanzperiode. Das Flaggschiff-Programm „Namo Drone Didi“ erhält eine Versiebenfachung der Mittel auf nun 677 Crore Rupien (rund 75 Millionen Euro). Das Programm subventioniert Drohnen und Ausbildung für tausende Frauen in ländlichen Selbsthilfegruppen, um präzisionslandwirtschaftliche Dienstleistungen zu etablieren.

Parallel startet die Initiative „Bharat VISTAAR“ mit 150 Crore Rupien (etwa 16,5 Millionen Euro). Diese KI-gestützte Plattplant, Drohnendaten mit Echtzeit-Empfehlungen für Landwirte zu verknüpfen. Die Abstimmung von Fördermitteln und regulatorischem Rahmen deutet auf einen abgestimmten „Whole-of-Government“-Ansatz zum Hochskalieren der Branche hin.

Marktprognosen: Boom in Verteidigung und Landwirtschaft

Marktanalysen stützen die ambitionierten Ziele der Regierung. Der indische Drohnenmarkt soll bis 2030 ein Volumen von etwa 4,8 Milliarden US-Dollar erreichen, mit einer jährlichen Wachstumsrate von über 20 Prozent.

Getrieben wird dies vor allem durch die Verteidigungsbranche, die hybride VTOL-Systeme und kreisende Munition in ihre Modernisierungspläne integriert. Der kommerzielle Sektor holt jedoch schnell auf. Die Digitalisierung von Grundbüchern und die Überwachung von Infrastrukturprojekten heizen die Nachfrage nach Dienstleistungen wie Kartierung und Inspektion an.

Die nächste Herausforderung: Hochwertige Komponenten

Auf Fachveranstaltungen wie „Wings India 2026“ im Januar war ein Thema allgegenwärtig: Indien braucht Deep-Tech-Innovation. Um mit Marktführern wie China oder den USA mithalten zu können, muss das Land die Herstellung von Hochwertigkomponenten wie Flugreglern, bürstenlosen Motoren und Kohlefaser-Rümpfen beherrschen.

Das Ministerium bestätigte, dass der Faktor jetzt auf der Überwindung von Hindernissen bei Technologietransfer und Skalierbarkeit der Fertigung liegt. Nur so können die Stückkosten indischer Drohnen sinken und sie auch für Exportmärkte wettbewerbsfähig machen – eine Grundvoraussetzung, um die Volumenziele für 2030 zu erreichen.

Stabile Politik als Wachstumsmotor

Die Branche erwartet nun eine stabile und förderliche Politikumgebung für langfristige Investitionen. Die versiebenfachten Mittel für „Namo Drone Didi“ dürften bereits in den kommenden Quartalen zu einer Flut von Bestellungen für Agrardrohnen führen und heimischen Herstellern Liquidität verschaffen.

Regulierungsbehörden werden voraussichtlich Zertifizierungsprozesse weiter beschleunigen, um mit dem Innovationstempo Schritt zu halten. Mit der Regierung als wichtigstem Kunden und Treiber ist das Rennen um Platz drei im globalen Drohnenmarkt deutlich an Geschwindigkeit gewonnen.

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