Indiens AI-Gipfel: Neue Allianz mit USA und eigene Ethik-Vision
20.02.2026 - 13:42:12 | boerse-global.deIndien positioniert sich mit einer strategischen US-Partnerschaft und einem eigenen Governance-Modell als dritte Kraft im globalen Wettlauf um Künstliche Intelligenz. Das ist das Ergebnis des fünftägigen India AI Impact Summit, der am Freitag, dem 20. Februar 2026, in Neu-Delhi endete. Höhepunkt war die Unterzeichnung der „Pax Silica“-Erklärung mit den USA, während Premierminister Narendra Modi mit dem „MANAV“-Rahmenwerk einen ethischen Gegenentwurf zu westlichen und chinesischen Ansätzen präsentierte.
„Pax Silica“: Indien schwenkt in den US-Orbit
Die geopolitischen Implikationen des Gipfels sind deutlich: Indien verlässt seine traditionelle tech-politische Blockfreiheit. Die Unterzeichnung der US-geführten „Pax Silica“-Initiative zementiert eine strategische Allianz für sichere Halbleiter-Lieferketten und KI-Hardware. Die Vereinbarung soll Abhängigkeiten von Einzelstaaten – eine klare Anspielung auf China – reduzieren und ein widerstandsfähiges Netzwerk „vertrauenswürdiger Partner“ schaffen.
„Echte KI-Souveränität bedeutet, dass Nationen erstklassige Technologie besitzen, nicht nur nutzen“, betonte Michael Kratsios, Direktor des US-Wissenschaftsbüros im Weißen Haus. Sein Programm für amerikanische KI-Exporte soll genau das fördern. Für Indien ist die Partnerschaft ein notwendiger Schritt, um an die Hochleistungsrechenkapazitäten zu gelangen, die für seine eigenen KI-Ambitionen unverzichtbar sind.
Modis „MANAV“: Ein ethischer Kompass für den Globalen Süden
Während das Bündnis mit Washington die praktische Versorgung sichert, setzt Neu-Delhi ideologisch auf Eigenständigkeit. Premierminister Modis „MANAV“-Rahmenwerk (Hindi für „Mensch“) stellt den Menschen in den Mittelpunkt der KI-Entwicklung. Die Säulen stehen für Moral, Rechenschaftspflicht, nationale Souveränität, Zugänglichkeit und legitime Systeme.
Die Botschaft ist klar: Daten gehören den Nationen und Menschen, die sie erzeugen. Damit spricht Indien viele Entwicklungsländer an, die eine „Daten-Kolonialisierung“ durch Tech-Giganten fürchten. Indien positioniert sein Modell bewusst als Alternative zur restriktiven EU-Regulierung und dem US-amerikanischen Laissez-faire-Ansatz. Es will den Globalen Süden mit einer Blaupause versorgen, wie KI in öffentlichen Diensten wie Gesundheitswesen und Bildung eingesetzt werden kann.
Gigantischer Infrastruktur-Schub: 20.000 neue GPUs geplant
Jenseits der Verträge und Visionen ging es auch um konkrete Rechenkraft. Die Regierung kündigte einen massiven Ausbau der heimischen Kapazitäten an. Im Rahmen der IndiaAI Mission sollen 20.000 zusätzliche Grafikprozessoren (GPUs) beschafft werden – eine Verstärkung der bestehenden souveränen Kapazität von etwa 38.000 Einheiten.
Die Privatwirtschaft zieht mit: NVIDIA und der indische Mischkonzern L&T bauen „AI-Fabriken“ im Gigawatt-Maßstab in Chennai und Mumbai. Der Rechenzentrumsbetreiber Yotta stattet seine „Shakti Cloud“ mit über 20.000 NVIDIA-Blackwell-Ultra-GPUs aus. Das Ziel ist, heimischen Startups und Forschern bezahlbaren Zugang zu Hochleistungsrechnen zu verschließen und die „Compute-Kluft“ zu den reichen Nationen zu schließen.
Proteste und Absagen: Der Gipfel war nicht ohne Kontroversen
Trotz der internationalen Bühne meldete sich auch innenpolitischer Widerstand zu Wort. Mitglieder der indischen Jugendkongress-Partei protestierten in der Ausstellungshalle, warfen der Regierung vor, nationale Interessen zu „kompromittieren“, und kritisierten die ausländischen Tech-Partnerschaften. Die Polizei nahm etwa zehn Personen fest.
Ein weiterer Dämpfer war die überraschende Absage von Microsoft-Mitgründer Bill Gates. Seine Stiftung begründete den Schritt damit, den Fokus auf die Gipfelthemen erhalten zu wollen. Medien spekulierten jedoch über anhaltende öffentliche Kritik an früheren Verbindungen des Philanthropen.
Analyse: Der schmale Grat zwischen Souveränität und Abhängigkeit
Der Gipfel markiert Indiens entschlossenen Schritt, eine „globale KI-Macht“ zu werden, nicht nur ein Absatzmarkt. Doch die „Pax Silica“-Unterschrift offenbart das fundamentale Dilemma: Die Rhetorik der Selbstversorgung stößt auf die praktische Notwendigkeit, von amerikanischer Hardware und Lieferketten abhängig zu bleiben.
Die kommende Herausforderung für Neu-Delhi wird sein, die vertieften Beziehungen zu den USA mit den eigenen MANAV-Prinzipien der Datenhoheit und nationalen Kontrolle in Einklang zu bringen. Die Details des MANAV-Rahmens sollen noch in diesem Jahr folgen – sie könnten globale Regulierungsnormen beeinflussen.
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