Indien, KI-Supermacht

Indien baut KI-Supermacht mit 58.000 GPUs auf

17.02.2026 - 22:42:12 | boerse-global.de

Indien stockt seine öffentliche KI-Rechenkapazität um 20.000 GPUs auf und strebt über 200 Milliarden Euro an Investitionen an. Das Land setzt auf einen demokratischen und nachhaltigen Ansatz.

Indien treibt seine nationale KI-Strategie mit massivem Infrastrukturausbau voran, um über 200 Milliarden Euro an Investitionen anzulocken. Das gab die Regierung am Dienstag auf dem India AI Impact Summit 2026 in Neu-Delhi bekannt.

Union Minister für Elektronik und Informationstechnologie, Ashwini Vaishnaw, verkündete den Zubau von 20.000 Graphics Processing Units (GPUs) zur öffentlichen Rechenkapazität in den kommenden Wochen. Damit wächst das nationale KI-Ökosystem auf über 58.000 GPUs an. Basis sind die bereits verfügbaren 38.000 Einheiten der IndiaAI Mission.

Demokratisierte Rechenkraft als Staatsziel

Anders als in vielen Ländern, wo KI-Infrastruktur in der Hand weniger Konzerne liegt, verfolgt Indien einen demokratischen Ansatz. Die GPUs werden Start-ups, Forschern und öffentlichen Einrichtungen zu subventionierten Konditionen angeboten – laut Behörden zu etwa einem Drittel der globalen Marktpreise.

„Diese strategische Skalierung ist ein Kernstück unseres Plans, den Zugang zu Hochleistungsrechnen zu demokratisieren“, so Vaishnaw. Die Rechenkraft soll die Entwicklung heimischer KI-Grundmodelle vorantreiben, die auf indischen Daten und Sprachen trainiert sind. Sektoren wie Gesundheitswesen, Landwirtschaft und Bildung stehen im Fokus.

200 Milliarden Euro für Deep-Tech erwartet

Der Minister zeigte sich optimistisch, dass Indien in den nächsten zwei Jahren mehr als 200 Milliarden Euro an KI- und Deep-Tech-Investitionen anziehen wird. Das Kapital soll alle Ebenen der KI-Wertschöpfungskette bedienen – von Recheninfrastruktur bis zu Unternehmensanwendungen.

Ein strategischer Vorteil: Indiens grüner Energie-Mix. Über die Hälfte der installierten Kraftwerkskapazität stammt bereits aus sauberen Quellen. Das bietet eine nachhaltige Basis für den energieintensiven Betrieb von KI-Rechenzentren.

Sieben Säulen für eine souveräne KI

Die Ankündigungen sind Teil der umfassenden IndiaAI Mission, einem Staatsprogramm mit einem Volumen von über 10.300 Crore Rupien (rund 1,2 Milliarden Euro). Die Mission ruht auf sieben Säulen – von Rechenkapazität über Innovationszentren bis zu ethischen Richtlinien für „sicheres und vertrauenswürdiges KI“.

Ein zentrales Ziel ist die Qualifizierung des Nachwuchses. Die IndiaAI FutureSkills-Initiative will KI-Bildung ausweiten und Labore in kleineren Städten einrichten. Bisher werden bereits Tausende Studierende gefördert. Zwölf Organisationen erhalten zudem Unterstützung für die Entwicklung souveräner KI-Grundmodelle.

Techno-juristischer Governance-Ansatz

Indien setzt auf einen „techno-juristischen“ Ansatz für KI-Sicherheit. Technische Lösungen werden mit Rechtsrahmen verknüpft, um Risiken wie algorithmische Verzerrung und Desinformation zu mindern. Eigens eingerichtet wurde ein KI-Sicherheitsinstitut.

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Die India AI Governance Guidelines mit sieben Kernprinzipien sollen eine menschenzentrierte Innovation fördern. Dieser entwicklungsorientierte Rahmen soll Indien – und den Globalen Süden insgesamt – in die Lage versetzen, die Früchte der KI-Revolution breit zu teilen.

Mission 2.0 bereits in Vorbereitung

Der Infrastrukturausbau ist nur der erste Schritt. Eine „AI Mission 2.0“ werde bald angekündigt, kündigte Vaishnaw an. Der Fokus liege dann stärker auf Innovation, Forschung und Design. Parallel läuft die Semiconductor Mission 2.0, die auf Chipdesign abzielt und mindestens 50 Deep-Tech-Start-ups hervorbringen soll.

Indien positioniert sich damit als eine der bestimmenden Stimmen im globalen KI-Landschaft. Die Kombination aus massiven Investitionen, heimischer Innovation und verantwortungsvoller Governance soll das Land bis 2047 – dem 100. Jahr der Unabhängigkeit – in den Rang einer entwickelten Nation heben.

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