Inchcape Aktie: Kurssturz trotz Zahlen
03.03.2026 - 11:25:08 | boerse-global.deDie Inchcape-Aktie brach am Dienstag um 8,79 Prozent auf 793,5 Pence ein – und das, obwohl der britische Autohändler seine Jahreszahlen für 2025 präsentierte und die Gewinnerwartungen erfüllte. Der Gewinn vor Steuern lag bei 443 Millionen Pfund, der Gewinn je Aktie kletterte um 13 Prozent auf 80,8 Pence. Trotzdem reagierte der Markt enttäuscht.
Der Grund: Das Umsatzwachstum enttäuschte massiv. Mit nur einem Prozent organischem Wachstum auf 9,1 Milliarden Pfund blieb Inchcape weit hinter den Erwartungen zurück. Besonders bitter: Im dritten Quartal hatte das Unternehmen noch 8 Prozent organisches Wachstum verbucht. Diese drastische Verlangsamung lässt Anleger an der Wachstumsstory zweifeln.
Asien-Pazifik im freien Fall
Die größte Baustelle ist die Region Asien-Pazifik. Der Umsatz brach dort organisch um 12 Prozent auf 2,5 Milliarden Pfund ein. Chinesische Marken drängten aggressiv in den Markt und setzten die etablierten Premium-Anbieter unter Druck. Zwar zeigte sich Australien, der größte Markt der Region, relativ stabil, doch die asiatischen Märkte litten unter intensivem Wettbewerb.
Das Management kündigte Kostensenkungsprogramme an, um die Margen zu schützen. Die operative Marge in Asien-Pazifik fiel auf 7,2 Prozent, nachdem sie im zweiten Halbjahr nur durch den Verkauf nicht-strategischer Vermögenswerte im Wert von 9 Millionen Pfund gestützt werden konnte. Für 2026 erwartet Inchcape anhaltende Herausforderungen in der Region.
Vertragsverlust bei BYD
Zusätzlichen Druck erzeugte die Ankündigung, dass der Vertrag mit dem chinesischen Elektroautohersteller BYD in Belgien und Luxemburg nicht verlängert wird. Der Vertrag läuft im dritten Quartal 2027 aus. BYD verfolgt offenbar die Strategie, in mittleren bis großen europäischen Märkten die Vertriebskontrolle selbst zu übernehmen.
Zwar betonte CFO Adrian Lewis, dass der Vertrag finanziell unbedeutend sei – weniger als 5 Prozent des Regionalumsatzes und unter 2 Prozent des Konzernumsatzes –, doch das Signal ist klar: Große chinesische Hersteller setzen zunehmend auf eigene Vertriebsstrukturen statt auf unabhängige Händler wie Inchcape.
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Aktienrückkäufe als Stütze
Inchcape versucht, die Anleger mit einem neuen Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 175 Millionen Pfund bei Laune zu halten. Zusammen mit einem abgeschlossenen Programm über 250 Millionen Pfund hat das Unternehmen seit August 2024 bereits 13 Prozent der ausstehenden Aktien zurückgekauft. Die Dividende stieg um 13 Prozent auf 32,3 Pence.
Der freie Cashflow erreichte 315 Millionen Pfund bei einer Umwandlungsrate von 104 Prozent des Gewinns nach Steuern. Die Nettoverschuldung lag bei nur 264 Millionen Pfund, was einem Verschuldungsgrad von 0,4 entspricht. Das Unternehmen verfügt also über reichlich finanzielle Spielräume.
Verhaltener Ausblick für 2026
Für das laufende Jahr 2026 rechnet Inchcape mit organischem Volumenwachstum am unteren Ende der mittelfristigen Zielspanne von 3 bis 5 Prozent. Die operative Marge soll bei rund 6 Prozent liegen. CEO Duncan Tait sprach von "einem Jahr des Wachstums", dämpfte aber gleichzeitig die Erwartungen.
Die Performance wird erneut stark auf das zweite Halbjahr gewichtet sein – übliche Saisonalität in Amerika und Produktionsstörungen in Asien-Pazifik im ersten Halbjahr belasten. Analysten von Jefferies bleiben dennoch optimistisch und sehen im aktuellen Kurs von 870 Pence eine Unterbewertung bei einem Kursziel von 1.050 Pence.
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