Immobilienmarkt, Preiskorrektur

Immobilienmarkt stabilisiert sich nach Preiskorrektur

03.04.2026 - 07:40:48 | boerse-global.de

Der deutsche Immobilienmarkt zeigt nach der Korrekturphase eine belastbare Bodenbildung. Stabile Zinsen und extremer Wohnraummangel in Metropolen stützen die Preise.

Immobilienmarkt stabilisiert sich nach Preiskorrektur - Foto: über boerse-global.de

Der deutsche Immobilienmarkt hat die Talsohle durchschritten. Nach Jahren der Unsicherheit und fallender Preise zeigt sich im Frühjahr 2026 eine belastbare Stabilisierung. Aktuelle Daten belegen: Die drastischen Preisabschläge von 2022 und 2023 gehören der Vergangenheit an.

Anzeige

Viele Vermieter verlangen zu wenig – oder riskieren Ärger mit dem Mietspiegel 2026. Dieser kostenlose Report zeigt, wo Ihre Miete wirklich steht und wie Sie rechtssicher erhöhen dürfen. Mietspiegel 2026: Jetzt kostenlose Analyse sichern

Besonders in den Metropolen sorgt das Zusammentreffen von stabilen Finanzierungskonditionen und chronischem Angebotsmangel für neue Dynamik. Marktteilnehmer berichten von spürbar gestiegener Planungssicherheit. Das Ende der abwartenden Haltung ist gekommen.

GREIX und vdp-Daten belegen Bodenbildung

Die jüngsten Auswertungen des German Real Estate Index (GREIX) und des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) bestätigen die Konsolidierung. Nach einem Plus von 2,3 bis 3,0 Prozent im Jahr 2025 setzt sich der moderate Aufwärtstrend fort.

Experten führen dies vor allem auf die Normalisierung des Zinsumfelds zurück. Die EZB hatte den Leitzins nach mehreren Senkungen im Juni 2025 bei 2,15 Prozent stabilisiert. Das verschafft Käufern eine verlässliche Basis für ihre Finanzierungskalkulation.

Besonders robust zeigt sich das Segment der hochwertigen Eigentumswohnungen. Die Marktaktivität, gemessen an notariellen Transaktionen, hat deutlich zugenommen. Das Vertrauen in die Wertbeständigkeit von „Betongold“ kehrt zurück.

Metropolen: Leerstand erreicht historisches Tief

Ein zentraler Treiber ist die extreme Verknappung des Wohnraums. In Berlin liegt der marktaktive Leerstand bei nur noch 0,3 Prozent – ein historisches Tief. In München und Frankfurt sind die Quoten teilweise sogar auf 0,1 Prozent gesunken.

Was bedeutet diese Knappheit für die Preise? Da der Neubau hinter den Zielen zurückbleibt, konzentriert sich die Nachfrage auf den Bestand. Eigentumswohnungen in Top-Lagen sind trotz des höheren Zinsniveaus kaum noch günstiger zu erwerben als in der Nullzinsphase.

Auf dem Mietmarkt steigen die Neuvertragsmieten in den Top-7-Städten weiter dynamisch an – im Schnitt um 4 bis 5 Prozent im Vorjahr. Das erhöht die Attraktivität von Immobilien als Kapitalanlage, denn die Renditen korrespondieren nun besser mit den Finanzierungskosten.

Finanzierung: Stabil, aber von geopolitischen Risiken geprägt

Das Finanzierungsumfeld präsentiert sich zweigeteilt. Einerseits sorgt die verstetigte Geldpolitik der EZB für Fundament. Andererseits haben geopolitische Spannungen zu Beginn des Jahres für neue Volatilität gesorgt.

Die Bauzinsen für zehnjährige Zinsbindungen sind zuletzt leicht angestiegen. Sie bewegen sich aktuell zwischen 3,6 und 4,0 Prozent. Trotzdem bewerten Marktbeobachter die Situation als deutlich vorteilhafter gegenüber der Schockphase von 2023.

Käufer haben sich an das neue Niveau gewöhnt und kalkulieren mit realistischeren Erwartungen. Die Zeit der spekulativen Übertreibungen scheint beendet. Viele Interessenten schließen Käufe nun zeitnah ab, um sich das aktuelle Zinsniveau zu sichern.

Neubau lahmt, Bestand bietet Chancen

Ein wesentliches Merkmal ist die Schere zwischen Neubau und Bestand. Der Wohnungsneubau befindet sich weiter in einer schwierigen Phase. Hohe Materialkosten, regulatorische Hürden und Fachkräftemangel verzögern Projekte.

Die Zahl der Baugenehmigungen liegt weit unter dem politischen Ziel von 400.000 Wohnungen pro Jahr. Neue Eigentumswohnungen verharren daher auf sehr hohem Preisniveau – oft nur für zahlungskräftige Käufer erschwinglich.

Im Bestandsmarkt haben sich die Preise nach den Korrekturen attraktiver eingependelt. Besonders gefragt sind energetisch sanierte Immobilien. Käufer achten heute detaillierter auf den energetischen Zustand und künftige Betriebskosten.

Objekte in B-Lagen oder Speckgürteln gewinnen an Bedeutung. Sie bieten oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als die überhitzten Stadtkerne. Die Stabilisierung wird durch eine realistischere Bewertung von Lage und Qualität getragen.

Investoren kehren zurück

Die aktuelle Stabilisierung ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer tiefgreifenden Marktanpassung. Die fundamentale Nachfrage bleibt ungebrochen: Deutschland ist ein Zuzugsland, der Bedarf an Wohnraum in wirtschaftsstarken Regionen besteht weiter.

Die erzielbaren Renditen für Mehrfamilienhäuser und vermietete Eigentumswohnungen liegen wieder in einem Bereich, der institutionelle Investoren anlockt. Versicherungen und Pensionsfonds zeigen wieder Interesse.

Anzeige

Angesichts steigender Renditen rückt die steuerliche Optimierung für Immobilienbesitzer wieder stärker in den Fokus. Dieser kostenlose Leitfaden erklärt, wie Sie mit der degressiven AfA und Sonderabschreibungen Ihre Liquidität deutlich verbessern können. Kostenlosen Abschreibungs-Leitfaden jetzt herunterladen

Im Vergleich zu anderen Anlageklassen gewinnen Immobilien durch ihre Inflationsschutzfunktion an Profil. Während der Aktienmarkt unter geopolitischen Unsicherheiten leidet, bietet die Immobilie physische Substanz. Die Gefahr einer Blase wird für 2026 als sehr gering eingestuft.

Ausblick: Moderate Steigerungen erwartet

Für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 rechnen Experten mit einer Fortsetzung der Seitwärtsbewegung – mit leichter Tendenz nach oben. Ein erneuter „Run“ wie in der Niedrigzinsphase ist nicht zu erwarten, doch der Wohnungsmangel stützt die Nachfrage.

Die Preise für Wohnimmobilien könnten im Gesamtjahr um etwa 2 bis 4 Prozent steigen. Voraussetzung: Es treten keine weiteren massiven externen Schocks ein.

Verkäufer müssen sich auf längere Vermarktungszeiten einstellen. Käufer führen sehr gründliche Prüfungen durch, besonders hinsichtlich der energetischen Zukunftsfähigkeit. Das aktuelle Fenster bietet Kaufinteressenten gute Gelegenheiten im Bestand.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis  Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
boerse | 69062269 |