Immobilienmarkt, Preiskorrektur

Immobilienmarkt stabilisiert sich nach Preiskorrektur

18.02.2026 - 05:10:11

Nach der Korrekturphase zeigt der deutsche Immobilienmarkt im Februar 2026 klare Stabilisierungstendenzen. Experten erwarten für das Gesamtjahr ein moderates Wachstum von rund drei Prozent.

Der deutsche Immobilienmarkt zeigt im Februar 2026 deutliche Zeichen der Stabilisierung. Nach der turbulenten Phase der Preiskorrekturen deutet sich ein moderater Aufwärtstrend an. Führende Institute prognostizieren für das Gesamtjahr einen durchschnittlichen Preisanstieg von rund drei Prozent.

Die explosionsartigen Steigerungen der Boomjahre sind vorbei, doch der anhaltende Wohnungsmangel verhindert einen weiteren Verfall. Stattdessen pendelt sich der Markt auf einem neuen, nachhaltigeren Wachstumspfad ein. Für Käufer und Verkäufer kehrt eine neue Planbarkeit ein.

Preise finden ihr Gleichgewicht

Aktuell liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei etwa 3.123 Euro. Eigentumswohnungen kosten im Schnitt 3.251 Euro, Häuser rund 2.831 Euro pro Quadratmeter. Diese Zahlen spiegeln eine Beruhigung wider, nachdem die Preise seit Mitte 2022 teils deutlich nachgegeben hatten.

Bereits im dritten Quartal 2025 verzeichnete das Statistische Bundesamt einen Preisanstieg von 3,3 Prozent im Jahresvergleich – der vierte Anstieg in Folge. Experten sehen darin die Bestätigung, dass die Preiskorrektur beendet ist. Für 2026 erwarten mehrere Institute eine moderate Steigerung zwischen 3 und 4 Prozent.

Zinsen bieten Planungssicherheit

Ein entscheidender Stabilisierungsfaktor ist das Zinsumfeld. Seit die EZB ihren Leitzins im Juni 2025 stabil hält, haben sich auch die Bauzinsen eingependelt. Aktuell bewegen sich die Zinsen für zehnjährige Darlehen zwischen 3,5 und 4,2 Prozent.

Dieses Niveau ist zwar deutlich höher als in der Niedrigzinsphase, bietet aber planbare Finanzierungsbedingungen. Die enge Kopplung an die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen bedeutet: Die allgemeine Kapitalmarktentwicklung ist entscheidender als kurzfristige Leitzinsänderungen.

Kluft zwischen Regionen und Energieklassen

Der bundesweite Durchschnitt verdeckt eine tiefe Spaltung. In Metropolen und Speckgürteln ziehen die Preise weiter an, in strukturschwachen, ländlichen Regionen stagnieren oder fallen sie. Diese Auseinanderentwicklung dürfte sich 2026 fortsetzen.

Gleichzeitig wird der energetische Zustand zum entscheidenden Preisfaktor. Der Unterschied zwischen einer Immobilie der Energieklasse A+/A und einem unsanierten Objekt (Klasse D/E) kann bereits rund 650 Euro pro Quadratmeter ausmachen. Käufer kalkulieren Sanierungskosten direkt in ihre Angebote ein.

Fundamentale Treiber bleiben bestehen

Nach dem Ende des ununterbrochenen Booms hat sich der Markt in einer neuen Realität eingerichtet. Der Preisrückgang von bis zu 13 Prozent vom Höchststand war die stärkste Korrektur seit über einem Jahrzehnt. Seit Mitte 2024 ist jedoch eine klare Erholung zu beobachten.

Die grundlegenden Treiber bleiben:
* Der Wunsch nach Wohneigentum ist ungebrochen hoch.
* Der Neubau hinkt aufgrund hoher Baukosten und bürokratischer Hürden der Nachfrage hinterher.
* Diese Angebotsknappheit wirkt als stabilisierender Faktor für Bestandsimmobilien.

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Was 2026 zu erwarten ist

Experten rechnen mit keiner dramatischen Entwicklung, sondern einer kontinuierlichen, moderaten Aufwärtsbewegung. Der Markt bleibt differenziert: Lage und Energieeffizienz sind die wichtigsten Werttreiber.

Potenzielle Käufer profitieren von der erhöhten Planungssicherheit bei den Zinsen. Verkäufer energieeffizienter Immobilien in Top-Lagen können weiterhin mit soliden Preise rechnen. Für sanierungsbedürftige Objekte müssen Eigentümer dagegen mit Abschlägen kalkulieren. Der deutsche Immobilienmarkt steuert auf ein nachhaltigeres, wenn auch weniger dynamisches Wachstum zu.

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