Immobilienmarkt, Korrekturphase

Immobilienmarkt stabilisiert sich nach Korrekturphase

14.02.2026 - 05:12:12

Der deutsche Immobilienmarkt zeigt erste Erholungszeichen mit gestiegenem Transaktionsvolumen. Wohnimmobilien bleiben Favorit, während der Neubau weiterhin stark unter Druck steht.

Der deutsche Immobilienmarkt zeigt erste Anzeichen der Erholung. Eine aktuelle Umfrage belegt wachsendes Vertrauen europäischer Investoren, die vor allem in Wohnimmobilien eine attraktive Anlage sehen. Treiber sind sich angleichende Preisvorstellungen und ein stabiles Zinsumfeld. Doch der Neubau bleibt eine große Baustelle.

Transaktionsmarkt findet neuen Boden

Das Transaktionsvolumen hat sich nach den deutlichen Rückgängen der Vorjahre stabilisiert. Für 2025 verzeichnete der Investmentmarkt ein Volumen von rund 33,9 Milliarden Euro – nur ein leichter Rückgang um vier Prozent. Experten werten dies als Ende des Abwärtstrends.

Interessant: Die Zahl der Deals stieg um zehn Prozent, während die durchschnittliche Dealgröße sank. Das spricht für mehr kleinere Transaktionen. Für 2026 prognostizieren Marktbeobachter nun ein Volumen von bis zu 40 Milliarden Euro.

Die Stimmung dreht sich. 72 Prozent der befragten Investoren sehen Deutschland wieder als „attraktiven“ oder „sehr attraktiven“ Standort. Ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vorjahr.

Wohnimmobilien bleiben klarer Favorit

Wohnimmobilien behaupten ihre Spitzenposition. Gründe sind die starke Nachfrage, begrenztes Angebot und robuste langfristige Fundamentaldaten. Das Transaktionsvolumen im institutionellen Wohnungsmarkt lag 2025 bei soliden 8,4 Milliarden Euro.

Doch der Sektor hat ein massives Problem: den eingebrochenen Neubau. Hohe Baukosten und Zinsen lassen die Fertigstellungszahlen weiter schrumpfen. Für 2026 werden nur etwa 215.000 neue Wohnungen erwartet – weit unter dem politischen Ziel und dem tatsächlichen Bedarf. Dieser Mangel stützt die Preise und Mieten für bestehende Immobilien.

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Gewerbeimmobilien: Das Bild ist zweigeteilt

Der Markt für Gewerbeimmobilien zeigt ein differenziertes Bild. Der einstige Star, der Bürosektor, verliert an Attraktivität. Steigende Leerstände und zurückhaltende Nachfrage drücken die Preise, vor allem in schlechteren Lagen.

Andere Segmente punkten:
* Logistik- und Industrieimmobilien verzeichnen konstante Nachfrage.
* Einzelhandelsimmobilien mit Supermärkten bleiben stabil.
* Spezialimmobilien wie Rechenzentren, Life-Science-Objekte und Hotels gelten als Wachstumsfelder.

Investoren setzen zunehmend auf Objekte, die moderne Anforderungen an Nachhaltigkeit (ESG), Flexibilität und Lage erfüllen.

Zinspause und regulatorische Unsicherheit

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Zinspause fortgesetzt und die Leitzinsen zuletzt Anfang Februar unverändert gelassen. Für 2026 erwarten Beobachter ein stabiles Niveau. Viele Marktteilnehmer akzeptieren die aktuellen Bauzinsen bereits als „neues Normal“.

Ein weiterer kritischer Faktor ist die Regulatorik. Die Bundesregierung plant eine Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), um es technologieoffener und einfacher zu gestalten. Ein Kabinettsbeschluss für das geplante „Gebäudemodernisierungsgesetz“ wird für Ende Februar erwartet.

Die anhaltende Unsicherheit über die finalen energetischen Anforderungen und Förderungen bremst jedoch weiterhin Investitionsentscheidungen, besonders im Sanierungsbereich.

Ein Markt für selektive Chancenjäger

Was bedeutet das für Investoren? Das Jahr 2026 wird voraussichtlich ein Jahr der Stabilisierung und der selektiven Möglichkeiten. Die Phase der groben Preisfindung scheint abgeschlossen, was die Transaktionssicherheit erhöht.

Während in Problemsegmenten wie dem Wohnungsneubau oder alten Büroimmobilien der Druck hoch bleibt, eröffnen sich in Nischen und bei Qualitätsobjekten attraktive Einstiegsgelegenheiten. Internationale Investoren zeigen wieder stärkeres Interesse, angezogen von korrigierten Preisen und der Stabilität des deutschen Marktes.

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