Immobilienmarkt, Hoffnungsschimmer

Immobilienmarkt: ifo-Institut sieht zarten Hoffnungsschimmer

18.02.2026 - 06:40:12

Das ifo-Geschäftsklima im Wohnungsbau bessert sich minimal, doch der Neubau stockt und die Mieten steigen weiter. Der Markt sucht ein neues Gleichgewicht ohne Schwung.

Der deutsche Immobilienmarkt sendet widersprüchliche Signale. Während sich das Geschäftsklima im Wohnungsbau leicht aufhellt, verharrt die Branche in einer angespannten Warteschleife. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage des ifo Instituts. Die Stimmung bessert sich minimal, doch die fundamentale Krise des fehlenden Wohnraums spitzt sich weiter zu.

ifo-Index: Leichter Aufschwung in der Warteschleife

Das ifo Geschäftsklima für den Wohnungsbau stieg im Januar leicht von -22,7 auf -20,9 Punkte. Sowohl die Bewertung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen fielen etwas weniger pessimistisch aus. ifo-Experte Klaus Wohlrabe spricht dennoch von einer „Warteschleife“. Die Hoffnung: Die zuvor gestiegenen Baugenehmigungen münden allmählich in echte Aufträge.

Die operative Realität sieht düsterer aus. Fast die Hälfte der Unternehmen (49,8 Prozent) klagt über Auftragsmangel – ein Anstieg. Auch die Stornoquote bleibt mit 11,1 Prozent hoch. Die Branche steckt in der Zwickmühle zwischen vorsichtigem Optimismus und einer klammen Auftragslage.

Preise stabilisieren sich, Mieten steigen stark

Auf dem Transaktionsmarkt für Bestandsimmobilien kehrt Stabilität ein. Die Bauzinsen pendeln sich bei 3,6 bis 3,7 Prozent ein und machen Finanzierungen kalkulierbar. Für 2026 prognostizieren Analysten moderate Preissteigerungen von 3 bis 4 Prozent.

  • Metropolen legen vor: Laut VDP-Daten stiegen die Preise in Großstädten im vierten Quartal 2025 um durchschnittlich 4,7 Prozent. Spitzenreiter war Frankfurt am Main mit plus 5,7 Prozent.
  • Mieten explodieren: Die Angebotsmieten legten bundesweit um 4,1 Prozent zu. In Köln betrug der Anstieg sogar 7,6 Prozent.
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Kernproblem: Der Neubau kommt nicht in Gang

Die größte Baustelle bleibt der fehlende Wohnraum. Das Gutachten der „Immobilienweisen“ prognostiziert für 2026 nur rund 215.000 fertiggestellte Wohnungen. Das ist ein Rückgang – und liegt meilenweit vom Regierungsziel (400.000) und dem geschätzten Jahresbedarf (258.000) entfernt.

Hohe Baukosten, regulatorische Hürden und das Zinsumfeld bremsen Projekte aus. Solange die Bautätigkeit nicht anspringt, ist keine Entspannung am Mietmarkt in Sicht.

Energieeffizienz wird zum entscheidenden Preistreiber

In diesem stagnierenden Markt gewinnt ein Faktor massiv an Bedeutung: der energetische Zustand. Gut sanierte, effiziente Objekte in Top-Lagen verzeichnen weiter Wertzuwächse. Unsanierter Bestand mit schlechter Energiebilanz gerät dagegen unter Preisdruck. Käufer rechnen die hohen Sanierungskosten direkt vom Kaufpreis ab. Dieser Trend wird sich durch Regulierung und gestiegene Betriebskosten weiter verschärfen.

Ausblick: Bewegung, aber kein Boom

Für 2026 zeichnet sich ein Pfad der langsamen, verhaltenen Erholung ab. Eine Rückkehr zu den Boomjahren ist nicht in Sicht. Entscheidend für eine echte Belebung werden politische Impulse sein – wie der angekündigte „Bau-Turbo“ für schnellere Genehmigungen. Bis dahin sucht der Markt sein neues Gleichgewicht: in Bewegung, aber ohne Schwung.

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