Immobilienmarkt: Großprojekte in Berlin und München starten durch
17.03.2026 - 00:00:22 | boerse-global.deDer deutsche Immobilienmarkt zeigt deutliche Erholungszeichen. In Berlin und München verkünden Projektentwickler diese Woche entscheidende Fortschritte bei stadtprägenden Großvorhaben. Parallel steigt das Geschäftsklima in der Baubranche nach einer langen Schwächephase spürbar an.
Historischer Deal: Neues Joint Venture übernimmt Berliner Mega-Projekt
Die bedeutendste Nachricht betrifft den Berliner Südwesten. Die Groth Gruppe hat den Großteil ihres Wohnungsbauprojekts "Neulichterfelde" an die landeseigene Degewo und den Münchner Entwickler Wöhr + Bauer veräußert. Das Vorhaben auf einem ehemaligen US-Gelände sieht rund 2.500 Wohneinheiten vor.
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Die Aufteilung des Mega-Projekts verdeutlicht neue strategische Partnerschaften. Die Degewo plant 1.000 Mietwohnungen für den eigenen Bestand. Weitere 850 Einheiten realisiert ein neu gegründetetes Joint Venture aus beiden Partnern. Ob hier Miet- oder Eigentumswohnungen entstehen, ist noch offen. Die Groth Gruppe baut die verbleibenden 420 Reihenhäuser.
Stadtplaner bewerten diese Kooperation zwischen staatlichem und privatem Akteur als bemerkenswertes Novum. Ein weiteres Hindernis ist vom Tisch: Die artenschutzrechtliche Umsiedlung von Waldameisen auf dem Baufeld erfolgt im Frühjahr, was weitere Verzögerungen abwendet.
Berlin: Vermietungsstart in Spandau und Nachverdichtung in Neukölln
Neben dem Großdeal in Lichterfelde verzeichnet die Hauptstadt weitere konkrete Fortschritte. In der Spandauer Wasserstadt hat die landeseigene WBM den letzten Bauabschnitt am Havelufer nahezu fertiggestellt. Die Vermietung für das "Haus der tausend Fenster" läuft bereits.
Ab Mai sollen hier 111 neue Wohnungen bezugsfertig sein. Damit schließt das Gesamtprojekt auf dem zehntausend Quadratmeter großen Areal mit insgesamt 350 Mietwohnungen ab.
Ein weiteres Beispiel ist das Quartier Lilienthal an der Köpenicker Straße in Berlin-Mitte. Auf einer ehemaligen Parkplatzfläche errichtet die WBM derzeit 102 Mietwohnungen. Der Innenausbau schreitet zügig voran, auch wenn sich der Fertigstellungstermin verschoben hat.
Gleichzeitig schreitet die Nachverdichtung im Süden voran. Für den Buckower Damm in Neukölln startete im März die Öffentlichkeitsbeteiligung für einen Bebauungsplan. Er sieht 164 zusätzliche Wohnungen vor, von denen mindestens dreißig Prozent öffentlich gefördert werden sollen.
München und Stuttgart: Spatenstiche für neuen Wohnraum
Auch im süddeutschen Raum nimmt die Bautätigkeit wieder Fahrt auf. Die Münchner Wohnen hat Anfang März mit den Bauarbeiten für ein Nachverdichtungsprojekt in Neuhausen begonnen. Zwischen Mars- und Klarastraße entstehen 56 öffentlich geförderte Mietwohnungen.
Die Wohnungen variieren zwischen 30 und 117 Quadratmetern und decken den Bedarf von Singles bis zu größeren Familien ab. Die Planungen umfassen eine großflächige Photovoltaikanlage und eine Mobilitätsstation im Erdgeschoss.
In der Metropolregion Stuttgart wurde am vergangenen Freitag ebenfalls ein Meilenstein gefeiert. In Remseck am Neckar erfolgte der Spatenstich für das nachhaltige Quartier "Lumen". Die Pflugfelder Unternehmensgruppe realisiert dort 97 Wohneinheiten, davon 15 sozial geförderte Wohnungen.
Ifo-Index: Geschäftsklima hellt sich weiter auf
Die projektbezogenen Fortschritte spiegeln sich in den makroökonomischen Indikatoren wider. Das Münchner Ifo-Institut veröffentlichte heute neue Daten zum Geschäftsklima im deutschen Wohnungsbau. Demnach stieg das Barometer im Februar um 3,2 Punkte auf minus 17,6 Punkte.
"Die Stimmung in der Branche verbessert sich spürbar", sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. Die Bauunternehmen seien aber noch nicht vollständig aus der Krise heraus. Der Anteil der Firmen mit zu wenig Aufträgen sank im Februar lediglich minimal von 49,8 auf 48,0 Prozent.
Trotz dieser Hürden belegen Zahlen des Statistischen Bundesamtes eine Trendwende. Im Jahr 2025 wurden erstmals seit drei Jahren wieder mehr Baugenehmigungen erteilt. Mit 238.500 genehmigten Wohneinheiten verzeichnete die Behörde ein Plus von 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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Branchenanalysten werten diesen Anstieg als ersten Beweis, dass der von der Politik initiierte Bauturbo langsam Wirkung zeigt. Allerdings prognostiziert das Ifo-Institut, dass die Fertigstellungszahlen in diesem Jahr kurzfristig noch auf 185.000 Einheiten sinken könnten.
Ausblick: Balanceakt zwischen Flächenverbrauch und Wohnungsnot
Trotz der positiven Signale bleibt die zügige Umsetzung der Großprojekte eine komplexe Herausforderung. Lokalpolitiker müssen zunehmend den Konflikt zwischen neuem Wohnraum und dem Erhalt wertvoller Grünflächen moderieren.
In Frankfurt am Main wird diese Debatte derzeit besonders intensiv geführt. Die Mainmetropole gilt als die am drittdichtesten besiedelte Stadt Deutschlands. Der geplante Verlust von 80 Hektar Grünflächen zugunsten des Wohnungsbaus stößt auf erhebliche Bedenken.
Marktexperten erwarten, dass sich die Bauaktivität weiter stabilisiert – vorausgesetzt, die Bauzinsen bleiben berechenbar. Bis die neu geschaffenen Einheiten den Druck von den Wohnungsmärkten nehmen, bleibt die effiziente Nachverdichtung und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren die vordringlichste Aufgabe.
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