Immobilienmarkt, Talsohle

Immobilienmarkt durchschreitet Talsohle

16.02.2026 - 14:30:12 | boerse-global.de

Der Immobilienpreisindex stieg 2025 um 4,0 Prozent, angeführt von Mehrfamilienhäusern. Während Bestandsimmobilien an Wert gewinnen, bremst eine strukturelle Schwäche im Neubau die Erholung.

Der deutsche Immobilienmarkt hat die Talsohle durchschritten. Neue Daten belegen eine spürbare Belebung der Preise im Jahr 2025. Doch während Bestandsimmobilien an Wert gewinnen, bleibt der Neubau das Sorgenkind der Branche.

Nach Jahren der Stagnation senden die Marktindikatoren klare Signale der Erholung. Käufer und Investoren kehren zurück, besonders im Wohnungssektor. Getrieben wird der Aufschwung von einer anhaltend hohen Nachfrage bei knappem Angebot.

vdp-Index: Vier Prozent Plus im Jahr 2025

Ein zentraler Indikator für die Trendwende ist der Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp). Er stieg im Jahresvergleich 2025 um insgesamt 4,0 Prozent an. Diese Entwicklung markiert eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem moderaten Zuwachs von 1,8 Prozent im Jahr 2024.

Laut vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt setzte der Markt seine Erholungsphase fort. Die Preise stiegen stetig, wenn auch mit weniger Dynamik als in der vergangenen Niedrigzinsphase. Allein vom dritten zum vierten Quartal 2025 legten sie um weitere 1,0 Prozent zu.

Mehrfamilienhäuser als Preistreiber

Ein detaillierter Blick in die Daten offenbart die größten Gewinner:
* Mehrfamilienhäuser legten mit 5,3 Prozent am stärksten zu.
* Selbst genutztes Wohneigentum verzeichnete einen Anstieg von 3,0 Prozent.
* Auch Gewerbeimmobilien zeigen eine Trendumkehr: Büro- und Einzelhandelspreise zogen um 3,5 Prozent an.

Das deutet darauf hin, dass Investoren wieder Vertrauen in den gewerblichen Sektor fassen. Dieser hatte in den Vorjahren unter Strukturwandel und Homeoffice-Trends gelitten.

ZIA warnt vor struktureller Schwäche

Trotz der positiven Preisentwicklung bleibt die Lage angespannt. Das Frühjahrsgutachten 2026 des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) zeichnet ein differenziertes Bild. Die „Immobilienweisen“ attestieren der Branche eine strukturelle Schwäche.

Insbesondere der Wohnungsneubau kommt nicht in dem Maße in Schwung, wie es zur Deckung des Bedarfs notwendig wäre. ZIA-Präsidentin Iris Schöberl hatte wiederholt auf die Notwendigkeit von Deregulierung und schnelleren Genehmigungsverfahren hingewiesen. Der Fokus bei Büroimmobilien verschiebt sich zunehmend auf die Bestandsbewirtschaftung, da eine Belebung durch Neubauprojekte ausbleibt.

Mieten steigen weiter ungebremst

Die Kehrseite der schleppenden Neubautätigkeit bekommen Mieter zu spüren. Da nicht genug neuer Wohnraum entsteht, verknappt sich das Angebot im Bestand weiter.

  • Der Greix-Mietpreisindex verzeichnete einen Anstieg der Angebotsmieten um 4,5 Prozent im Vorjahresvergleich.
  • Besonders in Metropolen wie Köln und München zogen die Mieten an.
  • Marktbeobachter warnen, dass der Anteil befristeter und möblierter Angebote ein Rekordniveau erreicht habe.
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Für das laufende Jahr 2026 rechnen Experten mit einer Fortsetzung der Trends. Die Kombination aus stabilen Zinsen und einem enormen Nachfrageüberhang stützt die Preise. Die von der Politik geforderten 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr bleiben jedoch ein fernes Ziel. Die Rufe der Branche nach staatlichen Anreizen für den Neubau dürften wieder lauter werden.

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