Immobilienmarkt, Renovierungsbedürftige

Immobilienmarkt 2026: Renovierungsbedürftige Wohnungen im Fokus

23.03.2026 - 00:30:50 | boerse-global.de

Die Preisschere zwischen sanierten und unsanierten Immobilien öffnet sich weiter. Günstige Einstiegspreise für Renovierungsobjekte bieten Chancen, während die EU-Gebäuderichtlinie ab Mai 2026 Druck auf unsanierte Gebäude ausübt.

Immobilienmarkt 2026: Renovierungsbedürftige Wohnungen im Fokus - Foto: über boerse-global.de
Immobilienmarkt 2026: Renovierungsbedürftige Wohnungen im Fokus - Foto: über boerse-global.de

Der deutsche Immobilienmarkt stabilisiert sich – und bietet Chancen für Sanierungsmutige. Während die Preise für energetisch moderne Wohnungen steigen, bleiben unsanierte Bestandsimmobilien vergleichsweise günstig. Die bevorstehende Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie Ende Mai 2026 treibt diese Entwicklung weiter an.

Aktuelle Marktdaten zeigen eine wachsende Kluft. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen liegt bei etwa 4.251 Euro. Immobilien der Effizienzklassen A+ oder A erzielen jedoch einen Aufpreis von rund 650 Euro pro Quadratmeter gegenüber Objekten der Klassen D oder E. Für Käufer, die in Modernisierung investieren wollen, eröffnet sich eine attraktive Einstiegsgelegenheit.

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Sanierungsabschlag übertrifft oft die Kosten

Der Markt hat sich nach der Zinswende stabilisiert. Analysten prognostizieren für 2026 eine moderate Preissteigerung von etwa 3,1 Prozent bei selbstgenutztem Wohneigentum. In den sieben Top-Metropolen wie Berlin oder München ziehen die Preise weiter an, teils um bis zu 5,7 Prozent.

Doch der energetische Zustand ist zum entscheidenden Preisfaktor geworden. Die Preise für unsanierte Bestandsimmobilien sind zuletzt leicht gesunken. Für Käufer bedeutet das: Der „Sanierungsabschlag“ fällt oft höher aus als die tatsächlich zu erwartenden Modernisierungskosten – vorausgesetzt, die Sanierung wird effizient geplant.

EU-Richtlinie setzt unsanierte Gebäude unter Druck

Ein zentraler Treiber ist die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD). Deutschland muss sie bis zum 29. Mai 2026 in nationales Recht umsetzen, voraussichtlich über eine Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Das Ziel: ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050.

Bis 2030 muss der Primärenergieverbrauch im Wohngebäudebestand um 16 Prozent sinken. Experten betonen, dass dies die energetisch schlechtesten 15 Prozent des Bestandes unter Druck setzt. Der Kauf einer Wohnung der Klassen F, G oder H ist heute eine strategische Entscheidung, die künftige Sanierungspflichten einbeziehen muss.

Staat springt mit Förderkrediten ein

Um die Investitionen abzufedern, hat die Bundesregierung die Förderung geschärft. Ein prominentes Instrument ist das KfW-Programm 308 („Jung kauft Alt“). Es richtet sich explizit an Käufer sanierungsbedürftiger Immobilien der schlechtesten Energieklassen.

Antragsberechtigte können zinsverbilligte Kredite von bis zu 150.000 Euro erhalten. Voraussetzung ist die Sanierung auf den Standard eines Effizienzhauses 85 EE innerhalb von 54 Monaten. Die Einkommensgrenzen sind familienfreundlich: Haushalte mit einem Kind dürfen bis zu 90.000 Euro verdienen, pro weiterem Kind steigt der Betrag um 10.000 Euro.

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Worauf Käufer jetzt achten müssen

Der Erwerb einer renovierungsbedürftigen Wohnung erfordert gründliche Vorarbeit. Experten raten zu einer Energieberatung noch vor dem Kauf, um die Machbarkeit der Sanierungsziele zu prüfen. Ein Kostenpuffer von 15 bis 20 Prozent gilt als branchenüblich.

Bei Eigentumswohnungen ist ein besonderes Augenmerk auf die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) nötig. Maßnahmen an Fassade oder Dach sind oft Gemeinschaftsentscheidungen. Kaufinteressenten sollten die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen prüfen, um Sanierungsstau oder geplante Sonderumlagen früh zu erkennen.

Bestand bleibt das Rückgrat des Marktes

Die Prognosen bis 2028 deuten auf eine weitere Konsolidierung hin. Das Neubauangebot bleibt wegen hoher Zinsen und Baukosten knapp. Schätzungen zufolge wird der Bedarf 2026 nur zu etwa 58 Prozent gedeckt. Der Bestand ist damit weiter das Rückgrat der Wohnraumversorgung.

Die Schere zwischen sanierten und unsanierten Immobilien wird sich voraussichtlich noch weiter öffnen. Objekte in hohen Effizienzklassen könnten bis Ende 2027 neue Preisrekorde erreichen. Für mutige Käufer, die jetzt ein Renovierungsprojekt angehen, liegt darin ein erhebliches Wertsteigerungspotenzial.

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