Immobilienkrise, Erwachsene

Immobilienkrise zwingt junge Erwachsene zurück zu den Eltern

24.01.2026 - 11:01:12

Explodierende Mieten und ein historischer Einbruch im Wohnungsbau zwingen immer mehr junge Erwachsene, wieder bei ihren Eltern zu leben. Experten sehen keine schnelle Besserung.

Immer mehr junge Menschen in Deutschland ziehen wieder ins Elternhaus zurück. Explodierende Mieten und ein eingebrochener Wohnungsneubau machen den Schritt in die eigene Wohnung für viele unmöglich. Aus dem einstigen Tabu ist ein Massentrend geworden.

Die „Boomerang-Generation“ wächst

Die Rückkehr ins „Hotel Mama“ ist selten freiwillig. Laut einer Analyse von Immowelt kehrt ein signifikanter Teil der jungen Menschen nach dem ersten Auszug wieder zurück. Besonders betroffen sind die Generationen Y und Z.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind eindeutig: Bereits 2024 lebte mehr als ein Viertel der 25-Jährigen im elterlichen Haushalt. Experten beobachten eine neue Dynamik. Mittlerweile suchen auch junge Paare wegen der erdrückenden Wohnkosten Zuflucht bei der Verwandtschaft.

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Wohnungsbau bricht historisch ein

Die Ursache liegt im Angebot. Der deutsche Wohnungsbau steckt in einer tiefen Krise. Die Regierungszielmarke von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wurde 2024 und 2025 dramatisch verfehlt.

  • 2024 wurden nur rund 251.900 Wohnungen fertiggestellt.*
  • Die Baugenehmigungen fielen auf den tiefsten Stand seit über einem Jahrzehnt.*
  • Der Bau von Ein- und Mehrfamilienhäusern ging zweistellig zurück.*

Hohe Zinsen, Materialkosten und Bürokratie machen viele Projekte unrentabel. Für junge Menschen bedeutet das: Kaum Wohnraum und hunderte Mitbewerber pro Objekt.

Mieten werden zum unbezahlbaren Luxus

Die Verknappung treibt die Preise. In den letzten 15 Jahren stiegen die Nettokaltmieten um über 60 Prozent. Für Berufseinsteiger wird die Belastung untragbar.

In Metropolen wie München, Berlin oder Hamburg frisst die Miete für eine Zweizimmerwohnung oft mehr als die Hälfte des Nettoeinkommens. Der Rückzug zu den Eltern wird zur einzigen rationalen Option, um überhaupt noch Eigenkapital anzusparen.

Deutschland nähert sich südeuropäischen Verhältnissen

Deutschland verliert seinen Vorsprung. Bisher zogen junge Erwachsene hierzulande mit durchschnittlich unter 24 Jahren aus – viel früher als in Italien oder Kroatien. Dieser Abstand schmilzt nun aus purem ökonomischem Zwang.

Die Folgen sind ambivalent:
* Junge Menschen werden kurzfristig finanziell entlastet.
* Dem Mietmarkt fehlt die Fluktuation.
* Die Mobilität von Fachkräften nimmt ab, wenn ein Umzug unbezahlbar wird.

Keine schnelle Besserung in Sicht

Experten erwarten für 2026 keine Entspannung. Da die Baugenehmigungen ein Frühindikator sind, bleibt das Angebot auch mittelfristig knapp. Der Baugewerbeverband prognostizierte die Talsohle bereits für 2025 – die Wirkung wird sich bis 2027 ziehen.

Junge Wohnungssuchende müssen sich auf eine längere Phase der Improvisation einstellen. Politische Maßnahmen wirken nur langsam. Bis dahin bleibt das Elternhaus für viele kein Übergang, sondern das mittelfristige Zuhause.

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