Immobilienfonds, EU-Regeln

Immobilienfonds kämpfen mit neuen EU-Regeln und Kriegsfolgen

17.04.2026 - 15:00:44 | boerse-global.de

Neue EU-Liquiditätsvorschriften und massive Mittelabflüsse zwingen drei große Immobilienfonds zur Aussetzung der Anteilsrücknahme. Gleichzeitig dämpft der Iran-Konflikt die Konjunktur und belastet die gesamte Branche.

Immobilienfonds kämpfen mit neuen EU-Regeln und Kriegsfolgen - Foto: über boerse-global.de
Immobilienfonds kämpfen mit neuen EU-Regeln und Kriegsfolgen - Foto: über boerse-global.de

Grund sind massive Mittelabflüsse und neue, strenge EU-Liquiditätsvorschriften, die seit gestern gelten. Gleichzeitig drückt der Iran-Krieg die Konjunktur und belastet die Branche zusätzlich.

Neue EU-Regeln verschärfen Liquiditätsdruck

Seit dem 16. April gelten verschärfte EU-Vorgaben für Immobilienfonds. Die sogenannte AIFM-II-Richtlinie zwingt Fondsmanager, konkrete Pläne vorzulegen, um kurzfristige Massenabflüsse zu verhindern. Dieser Schritt trifft eine Branche, die bereits unter Druck steht.

Allein in den letzten zwei Jahren zogen Anleger netto 13,5 Milliarden Euro aus offenen Immobilienfonds ab. In diesem Jahr mussten bereits der WERTGRUND WohnSelect D, der Fokus Wohnen Deutschland und der UBS (D) Euroinvest Immobilien die Rücknahme ihrer Anteile aussetzen. Analysten sehen die Ursache nicht in schlechten Immobilien, sondern in enttäuschten Anlegererwartungen an Liquidität und Stabilität.

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Geteilter Markt: Expansion in Asien, Stillstand in Europa

Während deutsche Fonds kämpfen, expandieren andere Player international. Der malaysische Axis REIT plant eine Kapitalerhöhung für Akquisitionen im Wert von mehreren hundert Millionen Ringgit. Auch der Sunway REIT meldete für 2025 Rekordausschüttungen.

In Deutschland gibt es einen Lichtblick: Die Baugenehmigungen stiegen im Februar um 24,1 Prozent auf 22.200 Wohnungen. Branchenverbände warnen jedoch vor zu viel Optimismus. Eine Genehmigung führe in der aktuellen Krise nicht automatisch zu schnellem Baubeginn.

Preise stabilisieren sich – Energieeffizienz wird entscheidend

Die Preise am Immobilienmarkt zeigen erste Anzeichen der Stabilisierung. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Neubaupreise laut empirica Regio um 1,6 Prozent. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt bei 5.175 Euro.

Ein klarer Trend zeichnet sich ab: Der Wert einer Immobilie hängt immer stärker von ihrer Energiebilanz ab. Sanierungsbedürftige Objekte verlieren an Wert, während modernisierte Häuser in Top-Lagen wieder zulegen. München bleibt mit 9.070 Euro pro Quadratmeter die teuerste Stadt, Potsdam verzeichnete mit plus 14,3 Prozent den stärksten Preissprung.

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Iran-Krieg dämpft Konjunktur und Investorenstimmung

Die größte Unsicherheit für den Markt geht von den geopolitischen Spannungen aus. Bundesfinanzminister Klingbeil nannte den Iran-Krieg einen erheblichen Konjunkturdämpfer. Die Bundesregierung halbierte ihre Wachstumsprognose für 2026 auf nur noch 0,5 Prozent.

Gestiegene Energiekosten und unsichere Handelsrouten belasten die Wirtschaft. Die prognostizierte Inflation für 2026 klettert auf 2,7 Prozent. Für die Immobilienbranche bedeuten dies steigende Kosten und Unsicherheit über die künftige Zinsentwicklung. Die Stimmung im Wohnungsbau hat sich laut Ifo-Institut bereits verschlechtert.

Kann die Branche die Wende schaffen? Entscheidend wird sein, ob sich die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Nahostkonflikt erfüllt. Erste Gesprächssignale sorgten bereits für leicht sinkende Ölpreise. Klar ist: Die Phase der schnellen Gewinne ist vorbei. Der Fokus liegt jetzt auf Liquiditätsmanagement, Energieeffizienz und erstklassigen Lagen.

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