Imgur, Strafe

Imgur zahlt hohe Strafe für Verletzung des Kinderschutzes

10.02.2026 - 23:22:11

Die britische Datenschutzaufsicht ICO hat den Betreiber der Bildplattform Imgur mit einer Geldbuße von fast 250.000 Pfund belegt. Grund sind massive Versäumnisse beim Jugendschutz und fehlende Alterskontrollen.

Die britische Datenschutzbehörde hat den Betreiber der Bildplattform Imgur mit einer Geldstrafe von fast 250.000 Pfund belegt. Grund sind gravierende Versäumnisse beim Schutz der Privatsphäre von Kindern.

London. Das populäre Bildhosting-Portal Imgur hat ein teures Lehrgeld für den laxen Umgang mit Kinderdaten gezahlt. Das britische Information Commissioner’s Office (ICO) verhängte eine Strafe in Höhe von 247.590 Pfund (rund 290.000 Euro) gegen das US-Unternehmen MediaLab.AI. Der Vorwurf: unzulässige Verarbeitung von Kinderdaten und das völlige Fehlen wirksamer Alterskontrollen. Damit setzte die Plattform junge Nutzer potenziell schädlichen Inhalten aus.

Systematisches Versagen beim Jugendschutz

Die Ermittlungen deckten schwere Mängel auf, die sich über vier Jahre – von September 2021 bis September 2025 – erstreckten. MediaLab habe seine gesetzliche Fürsorgepflicht gegenüber minderjährigen Nutzern vernachlässigt, so das Urteil der Behörde.

Ein Kernverstoß war das Fehlen jeglicher effektiver Altersverifikation. Die Plattform konnte somit nicht feststellen, ob ein Nutzer mindestens 13 Jahre alt war. In der Folge verarbeitete Imgur personenbezogene Daten von Kindern unter 13, ohne die erforderliche Einwilligung der Eltern einzuholen – ein klarer Bruch der UK GDPR, der britischen Variante der Datenschutz-Grundverordnung.

Anzeige

Fehlende Datenschutz-Folgenabschätzungen können für Unternehmen teuer werden – bis zu 2% des Jahresumsatzes drohen. Unser kostenloses E‑Book erklärt leicht verständlich, wann eine DSFA Pflicht ist, wie Sie Risiken (etwa für Kinder) identifizieren und mit sofort einsetzbaren Muster‑Vorlagen und Checklisten rechtskonform dokumentieren. Die Anleitung enthält praktische Word- und Excel‑Vorlagen, mit denen Sie in wenigen Stunden eine prüfungssichere DSFA erstellen. DSFA-E-Book jetzt herunterladen

Zudem unterließ es das Unternehmen, eine vorgeschriebene Datenschutz-Folgenabschätzung durchzuführen. Diese hätte die spezifischen Risiken für junge Nutzer identifizieren und mindern müssen. Wegen fehlender Altersbarrieren und datengetriebener Content-Empfehlungen bestand für Kinder die Gefahr, auf schädliches Material zu stoßen. Dazu gehörten Inhalte zu Essstörungen, Antisemitismus, Homophobie sowie gewaltverherrlichende oder sexualisierte Bilder.

Geoblocking als Ausweg gescheitert

Die Strafe fällt trotz eines drastischen Schritts von Imgur: Im September 2025, kurz nach der Ankündigung der geplanten Geldbuße durch die ICO, sperrte die Plattform den Zugang aus Großbritannien komplett. Doch ein Marktrückzug befreit nicht von der Verantwortung für bereits begangene Verstöße, stellt die Behörde klar.

Die Sperre hatte weitreichende Folgen. Da unzählige Foren und Websites Bilder von Imgur-Servern einbinden, führte dies im gesamten britischen Netz zu kaputten Links und gestörten Nutzererfahrungen. Die Maßnahme zeigte, wie tief die Plattform in die Infrastruktur des Webs integriert ist.

Die Höhe der Strafe ist im Vergleich zum möglichen Maximum moderat. Die ICO könnte bis zu 17,5 Millionen Pfund oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verlangen. Bei der Bemessung berücksichtigte die Behörde die Kooperationsbereitschaft des Unternehmens und dessen Zusage, die Mängel zu beheben, sollte es jemals auf den britischen Markt zurückkehren.

Signalwirkung für die Tech-Branche

Der Fall sendet ein deutliches Signal an alle Online-Dienste. „Unternehmen können die Anwesenheit von Kindern auf ihren Plattformen nicht ignorieren“, betonte UK Information Commissioner John Edwards. Wer Dienste ohne wirksame Altersprüfungen anbiete und dabei Daten unrechtmäßig verarbeite, müsse mit regulatorischen Konsequenzen rechnen.

Die Entscheidung markiert einen Wendepunkt. Die Zeit regulatorischer Nachsicht gegenüber Digitalplattformen geht zu Ende. Stattdessen setzen Aufsichtsbehörden weltweit zunehmend auf das Prinzip „Safety by Design“. Schutzmaßnahmen für vulnerable Nutzergruppen müssen von Anfang an in die Dienste integriert werden.

Für Imgur bleibt die Zukunft in Großbritannien ungewiss. Eine Rückkehr ist nur denkbar, wenn das Unternehmen seine Systeme für Datenverarbeitung und Altersverifikation grundlegend umbaut. Andernfalls drohen weitere Strafen. Die Botschaft an die Tech-Branche ist klar: Der Schutz der jüngsten Nutzer ist keine Option, sondern eine rechtliche Verpflichtung mit hohem finanziellen Risiko.

Anzeige

PS: Schützen Sie Kinder und Ihr Unternehmen mit einer rechtssicheren Datenschutz-Folgenabschätzung. Der gratis Leitfaden liefert praxisnahe Vorlagen, beantwortet die sieben häufigsten Fragen zur DSFA und zeigt, wie Altersverifikation und Content-Risiken systematisch dokumentiert werden können. So weisen Sie Aufsichtsbehörden „Safety by Design“ nach und reduzieren das Risiko hoher Bußgelder. Kostenlose DSFA-Vorlage herunterladen

@ boerse-global.de

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.