Bericht: Nvidia will Hugging Face in Milliardendeal kaufen
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 11:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWie das US-Wirtschaftsmagazin "Business Insider" unter Berufung auf eine mit den Vorgängen vertraute Person berichtet, beläuft sich das verhandelte Bewertungsvolumen auf mehr als 13 Milliarden Dollar (rund 11,7 Milliarden Euro).
Eine endgültige Einigung sei zwar bislang nicht erzielt und die Gespräche könnten theoretisch noch scheitern, heißt es in dem Bericht. Doch die Dimension des Vorhabens unterstreicht Nvidias aggressive Expansionsstrategie. Weder Nvidia noch Hugging Face äußerten sich auf Nachfrage zu den Berichten.
Hugging Face: Zentrale Plattform für KI-Modelle
Hugging Face sitzt in New York und gilt als Dreh- und Angelpunkt der weltweiten Open-Source-Entwicklung. Gegründet 2016 von den französischen Unternehmern Clément Delangue, Julien Chaumond und Thomas Wolf, hostet die Plattform mittlerweile Millionen von KI-Modellen, Datensätzen und Code-Bibliotheken. Entwickler und Forscher weltweit nutzen das Portal als Standard-Infrastruktur, um KI-Anwendungen zu erstellen, zu teilen und weiterzuentwickeln.
Nvidia ist an dem Unternehmen bereits beteiligt: Der Chiphersteller investierte 2023 im Rahmen einer 235 Millionen Dollar schweren Finanzierungsrunde, die Hugging Face damals noch mit 4,5 Milliarden Dollar bewertete. Ende vergangenen Jahres hatte Hugging Face ein weiteres Investment-Angebot von Nvidia über 500 Millionen Dollar abgelehnt - mit der Begründung, man wolle keinen dominierenden Einzelinvestor an Bord holen, der strategische Entscheidungen beeinflussen könnte. Auch Software-Gigant Microsoft US5949181045 soll Sondierungsgespräche mit der Plattform geführt haben, diese werden laut Insidern derzeit jedoch nicht weiterverfolgt.
Nvidias volle Kriegskasse
Für Nvidia-Chef Jensen Huang ist die Übernahme der nächste logische Schritt zur Festigung des Konzern-Ökosystems: Wer die Software- und Modellplattform kontrolliert, kann direkten Einfluss auf die Entwickler-Community nehmen und die Arbeitslasten gezielt auf die eigenen Grafikprozessoren leiten.
Finanziell ist der Milliardendeal für den Konzern kein Hindernis: Nvidia sitzt infolge des KI-Booms auf enormen Barreserven und treibt seine Beteiligungs- und Übernahmeaktivitäten massiv voran. Erst am Mittwoch gab das Unternehmen bekannt, für das laufende Geschäftsjahr weitere 18 Milliarden Dollar für Eigenkapitalinvestitionen reserviert zu haben - zusätzlich zu bereits bestehenden Beteiligungen an privaten Unternehmen im Wert von 47,9 Milliarden Dollar.
Sorge um die Neutralität
In der Tech-Szene dürfte eine vollständige Übernahme durch den Branchenprimus allerdings für erhebliche Diskussionen und kartellrechtliche Bedenken sorgen: Die größte Stärke von Hugging Face lag bislang in seiner strikten Hardware- und Anbieter-Neutralität. Die Plattform unterstützt gleichermaßen Modelle und Beschleuniger-Hardware von Nvidia-Konkurrenten wie AMD US0079031078 und Intel US4581401001. Sollte der dominierende Hardware-Hersteller das zentrale Entwicklerportal übernehmen, fürchten Marktbeobachter Interessenkonflikte und neue Abhängigkeiten in der offenen KI-Forschung.
