IHKs, Rekordnachfrage

IHKs verzeichnen Rekordnachfrage bei Außenhandels-Seminaren

18.03.2026 - 00:00:26 | boerse-global.de

Über 90.500 Teilnehmer besuchten 2026 IHK-Schulungen zu Außenwirtschaft und Zoll, ein neuer Rekord. Die Kammern helfen Unternehmen, komplexe EU-Vorgaben und geopolitische Unsicherheiten zu bewältigen.

IHKs verzeichnen Rekordnachfrage bei Außenhandels-Seminaren - Foto: über boerse-global.de
IHKs verzeichnen Rekordnachfrage bei Außenhandels-Seminaren - Foto: über boerse-global.de

Deutsche Unternehmen stürmen die Schulungen der Industrie- und Handelskammern. Der Grund: Eine Flut neuer EU-Regeln und globale Unsicherheiten machen den internationalen Handel zur Herausforderung.

Die Exportnation Deutschland steht unter Anpassungsdruck. Laut einem aktuellen Bericht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) von Anfang 2026 besuchten über 90.500 Teilnehmer Veranstaltungen zu Außenwirtschaft und Zoll – ein neuer Höchststand. Die IHKs haben sich als unverzichtbare Lotsen etabliert, die komplexe Vorschriften in praxisnahes Wissen übersetzen.

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EU-Regulierungswelle treibt Schulungsbedarf

Im Fokus stehen vor allem die neuen Vorgaben aus Brüssel. Die für 2026 geplante EU-Zollreform bedeutet eine fundamentale Modernisierung, erfordert aber massive Anpassungen in den Betrieben. Seminare erklären den neuen EU Customs Data Hub, der nationale IT-Systeme ablösen soll.

Gleichzeitig beschäftigen Nachhaltigkeitsregeln wie der CO2-Grenzausgleich (CBAM) und die EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) die Unternehmen. Besonders heikel: die Lieferkettengesetze. Während das deutsche LkSG bereits gilt, wirft die weitreichendere EU-Richtlinie (CSDDD) ihre Schatten voraus. Die IHKs helfen auch kleinen Firmen, die indirekten Auswirkungen zu verstehen.

Geopolitische Risiken und Sanktionen als Dauerbrenner

Die unsichere Weltlage schlägt direkt aufs Geschäft durch. Ein ungebrochen hoher Beratungsbedarf besteht bei der korrekten Anwendung von Sanktionen, etwa gegen Russland und Belarus. Unternehmen suchen konkrete Anleitung, um kostspielige Verstöße zu vermeiden.

Laut einer DIHK-Umfrage vom Februar 2026 sehen 67 Prozent der Firmen die Handelspolitik der USA als größte Belastung – noch vor den Zöllen selbst. Webinare zu US-Einfuhrbestimmungen sollen hier Risiken minimieren. Die allgemeine Exportkontrolle, insbesondere für Dual-Use-Güter, bleibt ein Dauerbrenner im Seminarplan.

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Digitalisierung beschleunigt Prozesse

Parallel treiben die IHKs die Digitalisierung voran. Ein Meilenstein war die bundesweite Einführung des volldigitalen Ursprungszeugnisses (dUZ) im September 2025. Die Vorteile digitaler Zolldokumente sind regelmäßig Schulungsthema. Schon 2024 wurden 91 Prozent der rund 1,08 Millionen Ursprungszeugnisse elektronisch beantragt.

Vorausschauend nehmen die Kammern auch neue Technologien in den Blick. Erste Webinar-Reihen zum Thema „KI in der Außenwirtschaft“ zeigen, wie künstliche Intelligenz globale Lieferketten steuern oder Innovationsprozesse optimieren kann.

IHK als zentraler Wissensanker für den Mittelstand

Die Zahlen unterstreichen die Rolle der Kammern: 417.000 Beratungen führten sie 2024 durch. Die Komplexität von Zollrecht und Exportkontrollen ist für viele mittelständische Unternehmen ohne eigene Spezialabteilung kaum noch zu bewältigen. Das breite IHK-Angebot – vom Einsteigerseminar bis zur „IHK-Fachkraft Zoll“ – schließt diese Lücke.

Die zunehmende Verlagerung auf flexible Online-Formate hat den Zugang zu diesem essenziellen Wissen weiter demokratisiert. Die Dynamik im Welthandel wird nicht nachlassen. Schon jetzt bereiten die IHKs Unternehmen auf die Rechtsänderungen 2027 vor. Ihre Aufgabe als Navigator durch die anspruchsvollen Gewässer des globalen Geschäfts bleibt also weiter gefragt.

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