IHK-Leitfaden, Zoll-Dschungel

IHK-Leitfaden 2026: So meistern Unternehmen den Zoll-Dschungel

06.02.2026 - 23:33:12

Deutsche Export- und Importunternehmen müssen sich 2026 auf tiefgreifende regulatorische Änderungen vorbereiten, darunter die volle CBAM-Pflicht und neue Digitalisierungsvorgaben im Zollrecht.

Deutsche Exporteure und Importeure stehen 2026 vor einem Berg neuer Vorschriften. Die aktualisierte „Praktische Arbeitshilfe Export/Import“ der Industrie- und Handelskammern (IHK) wird deshalb sehnsüchtig erwartet. Sie soll der Kompass durch ein Jahr tiefgreifender Änderungen im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht werden. Für Unternehmen ist die Aktualisierung ihres Wissens kein Luxus, sondern eine Überlebensfrage, um kostspielige Fehler und Compliance-Verstöße zu vermeiden.

Von der finalen Stufe des CO2-Grenzausgleichs CBAM über neue Digitalisierungsvorgaben bis zu verschärften Sanktionen – die Herausforderungen sind enorm. Die IHKs behandeln den kommenden Leitfaden bereits jetzt als Kernthema in ihren Fachseminaren. Ein genaues Erscheinungsdatum für die 2026er-Ausgabe steht zwar noch aus. Klar ist aber: Wer im internationalen Handel bestehen will, muss sich vorbereiten.

Green Deal wird konkret: CBAM und entwaldungsfreie Lieferketten

Ab 1. Januar 2026 endet die Übergangsphase für den Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM). Dann beginnt die Regelphase. Importeure von Eisen, Stahl, Aluminium, Zement, Dünger oder Wasserstoff müssen nicht mehr nur berichten, sondern auch bezahlen. Sie sind verpflichtet, kostenpflichtige CBAM-Zertifikate zu erwerben, um die eingeführten CO2-Emissionen auszugleichen. Eine massive Zusatzkostenwelle droht.

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Parallel tritt die EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten (EUDR) voll in Kraft. Unternehmen müssen nachweisen, dass Rohstoffe wie Soja, Holz, Kaffee oder Kakao nicht auf Flächen angebaut wurden, die nach 2020 abgeholzt wurden. Die „Praktische Arbeitshilfe“ wird erwartungsgemäß detaillierte Roadmaps bieten, wie sich diese Sorgfaltspflichten in bestehende Prozesse integrieren und lückenlos dokumentieren lassen.

Digitalisierung: Zentraler Zoll und das neue ATLAS-Release

Die Zollabwicklung wird 2026 noch digitaler. Herzstück ist das neue ATLAS-Release 10.2. Es führt die Zentrale Zollabwicklung für die Einfuhr (CCI) ein. Diese Neuerung erlaubt es Unternehmen, ihre Import-Zollanmeldungen zentral bei einer Zollstelle abzuwickeln – selbst wenn die Waren an verschiedenen EU-Grenzstellen eintreffen.

Die Umstellung verspricht Effizienzgewinne, erfordert aber technische und organisatorische Anpassungen. Besonders tückisch: die Verknüpfung mit umsatzsteuerlichen Regelungen wie dem neuen §21b UStG. Der IHK-Leitfaden soll hier praxiserprobte Hilfestellung leisten, um Fallstricke zu umgehen.

Geopolitik trifft Handel: Sanktionen und Präferenzen im Fokus

Das Handelsumfeld bleibt dynamisch und von Konflikten geprägt. Die Sanktionen gegen Russland werden kontinuierlich verschärft. Unternehmen stehen in der Pflicht, ihre Due-Diligence-Prüfungen zu intensivieren, um unbeabsichtigte Umgehungsgeschäfte auszuschließen. Der Leitfaden bietet traditionell einen aktuellen Überblick über Embargos und Änderungen der EU-Dual-Use-Verordnung.

Auf der anderen Seite gibt es Bewegung bei Handelsabkommen. Der Verhandlungsstand zu Partnerschaften mit Mercosur, Indien oder Indonesien wird ebenso Thema sein wie Anpassungen beim Allgemeinen Präferenzsystem (APS). Korrekte Lieferantenerklärungen und die Nutzung von Präferenzursprüngen bleiben ein entscheidender Wettbewerbsvorteil – den die Arbeitshilfe sichern helfen soll.

Die Botschaft an die Wirtschaft ist klar: Die Zeit des Abwartens ist vorbei. Die verbleibenden Monate des Jahres 2025 müssen genutzt werden, um Prozesse zu überprüfen, Teams zu schulen und IT-Systeme anzupassen. Die „Praktische Arbeitshilfe Export/Import 2026“ wird dabei das zentrale Nachschlagewerk sein, um den reibungslosen Warenverkehr auch im neuen regulatorischen Zeitalter sicherzustellen.

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