Ifo-Chef, Mietpreisbremse

Ifo-Chef warnt vor schärferer Mietpreisbremse

28.02.2026 - 17:19:40 | boerse-global.de

Ifo-Präsident Clemens Fuest kritisiert strengere Mietregeln als Marktbremser, obwohl Baugenehmigungen erstmals wieder steigen. Die Prognosen für Neubaufertigstellungen bleiben jedoch düster.

Ifo-Chef warnt vor schärferer Mietpreisbremse - Foto: über boerse-global.de
Ifo-Chef warnt vor schärferer Mietpreisbremse - Foto: über boerse-global.de

Ifo-Präsident Clemens Fuest warnt eindringlich vor einer Verschärfung der Mietpreisbremse. Diese würde die Wohnungsnot in Deutschland weiter verschärfen, argumentiert der Ökonom. Seine Warnung fällt in eine Zeit, in der erste Lichtblicke am Bauhorizont auftauchen.

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Baugenehmigungen steigen erstmals wieder

Das Statistische Bundesamt meldet für 2025 einen Anstieg der Baugenehmigungen um 10,8 Prozent auf 238.500 Wohnungen. Damit steigt die Zahl erstmals wieder seit 2021. Experten mahnen jedoch zur Vorsicht. Baugenehmigungen sind nur ein Frühindikator, die Umsetzung in fertige Wohnungen dauert.

Die Prognosen für 2026 sind düster: Das Forschungsnetzwerk Euroconstruct rechnet mit nur 185.000 Fertigstellungen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert 215.000 Einheiten. Hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und Fachkräftemangel bremsen den Neubau weiter aus.

Fuest: Regulierung lässt Markt erstarren

Ifo-Chef Fuest sieht in strengeren Mietregeln einen Brandbeschleuniger für die Krise. Seiner Analyse zufolge führen solche Eingriffe zu weniger Investitionen in Neubau und weniger Flexibilität auf dem Wohnungsmarkt. Mieter würden aus Angst vor höheren Mieten seltener umziehen.

„Leidtragende sind vor allem junge Menschen und Arbeitssuchende“, so Fuest. Sie fänden bei einem notwendigen Umzug für einen neuen Job kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Seine Warnung richtet sich gegen Forderungen nach schärferen Regeln, wie sie etwa Bundesjustizministerin Stefanie Hubig unterstützt.

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Sozialer Wohnungsbau schrumpft weiter

Ein besonderes Problem bleibt der bezahlbare Wohnraum. Zwar stellt der Bund für 2026 vier Milliarden Euro für die soziale Wohnraumförderung bereit. Doch der Neubau hält nicht mit dem Schwund Schritt.

Viele Sozialwohnungen fallen nach Ablauf der Bindungsfrist aus der Preisregulierung. Verbände wie der GdW warnen, dass der Bestand dadurch kontinuierlich schrumpft. Ein Bündnis aus Verbänden macht bereits auf ein Fehlen von rund 800.000 Wohnungen aufmerksam.

Hohe Kosten bremsen Bauherren aus

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bieten wenig Entspannung. Die Bauzinsen haben sich zwar stabilisiert, liegen mit 3,5 bis 4 Prozent für zehnjährige Kredite aber weiter hoch. Gleichzeitig steigen die Baupreise schneller als die allgemeine Inflation.

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) prognostiziert zwar erstmals seit fünf Jahren wieder ein Wachstum des Bauvolumens. Sie warnt aber davor, dass staatliche Förderungen die Preise weiter anheizen könnten, wenn Baufirmen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

Widerspruch zwischen Signalen und Realität

Die Lage am Wohnungsmarkt ist von einem tiefen Widerspruch geprägt. Steigende Genehmigungen signalisieren eine mögliche Talsohle. Gleichzeitig stehen düstere Prognosen für die tatsächlichen Fertigstellungen im Raum.

Die politische Debatte verhärtet die Fronten: Soll man die Symptome wie steigende Mieten bekämpfen oder die Ursache – den Wohnungsmangel – angehen? Fuest und andere Marktwirtschaftler befürchten, dass schärfere Regeln Investitionen abschrecken und das Problem langfristig verschlimmern.

Hoffnung liegt auf dem „Bau-Turbo“

Für 2026 richten sich viele Hoffnungen auf das Ende 2025 in Kraft getretene Gesetzespaket „Bau-Turbo“. Es soll Planungs- und Genehmigungsprozesse vereinfachen und könnte nun erstmals voll wirken. Kommunen können Wohnungsbauvorhaben unter bestimmten Bedingungen schneller genehmigen.

Ob das reicht? Entscheidend wird sein, ob sich Baukosten und Zinsen stabilisieren und bürokratische Hürden nachhaltig sinken. Ohne eine deutliche Steigerung der Bauaktivität droht sich die Wohnungskrise weiter zu vertiefen.

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