Reparatur-Bewegung, Erfolge

iFixit: Reparatur-Bewegung feiert Erfolge in den USA

28.02.2026 - 16:00:40 | boerse-global.de

In den USA werden Gesetze vorangetrieben, die das Reparieren von Landmaschinen und Autos erleichtern sollen. Die Bewegung verspricht Milliardeneinsparungen und mehr Umweltschutz.

Die Right-to-Repair-Bewegung gewinnt in den USA massiv an politischem Schwung. Sowohl auf Bundesebene als auch in Schlüsselstaaten wie Iowa werden Gesetze vorangetrieben, die das Recht auf eigene Reparaturen stärken sollen. Die von der Verbraucherschutzorganisation iFixit mitgetragene Initiative stellt die monopolartige Kontrolle der Hersteller in Frage – von Traktoren bis zu Autos.

Iowa ebnet Landwirten den Weg zur Selbsthilfe

Ein Durchbruch gelang diese Woche im Agrarstaat Iowa. Ein Ausschuss des Repräsentantenhauses stimmte mit klarer Mehrheit für einen Gesetzentwurf, der Landwirten das Reparieren ihrer High-Tech-Landmaschinen erleichtern soll. Das Gesetz HSB 751 zielt direkt auf die Praxis von Konzernen wie John Deere ab. Diese schränken den Zugang zu proprietärer Software, Diagnosetools und Ersatzteilen stark ein.

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Die Folge: Landwirte sind gezwungen, autorisierte Händler zu beauftragen. Das verursacht teure Verzögerungen während der Ernte und treibt die Betriebskosten in die Höhe. iFixit zeigte sich nach der Abstimmung optimistisch, dass der Entwurf Gesetz werden könnte. Berechnungen der Verbraucherschutzgruppe PIRG legen nahe, dass solche Reparaturgesetze US-Landwirten jährlich bis zu 4,2 Milliarden Dollar einsparen könnten.

Die Doppelstrategie: Schrauben und Lobbyieren

iFixit verfolgt eine zweigleisige Strategie, die praktische Hilfe mit politischer Arbeit verbindet. Einerseits stellt das Unternehmen online tausende kostenlose Reparaturanleitungen bereit und verkauft das nötige Spezialwerkzeug. Andererseits setzt es mit seinen detaillierten Geräte-Zerlegungen („Teardowns“) Hersteller unter öffentlichen Druck.

Jedes neue Produkt – vom iPhone bis zur Spielkonsole – erhält einen Reparierbarkeits-Score von 1 bis 10. Ein niedriger Wert brandmarkt unfreundliche Design-Entscheidungen wie verklebte Akkus oder proprietäre Schrauben. Diese Kampagnen bilden die Basis für die Lobbyarbeit. Gemeinsam mit Partnern wie „The Repair Association“ drängt iFixit Gesetzgeber auf neue Regeln, die den Zugang zu Teilen und Informationen garantieren.

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Nächster großer Kampf: Das Recht auf Autoreparatur

Der Erfolg in Iowa ist kein Einzelfall. Die Bewegung feiert parallel Fortschritte auf Bundesebene. Im US-Repräsentantenhaus wurde kürzlich der REPAIR Act (H.R. 1566) in einem Unterausschuss verabschiedet. Das parteiübergreifende Gesetz adressiert ein drängendes Problem der Digitalisierung: Moderne Autos sind rollende Computer.

Derzeit fließen viele Fahrzeugdaten oft exklusiv zu den Servern der Hersteller. Unabhängige Werkstätten bleiben außen vor. Der REPAIR Act soll diesen Datenzugang für alle freigeben. Das Ziel ist ein fairer Wettbewerb auf dem Reparaturmarkt und die Verhinderung eines Hersteller-Monopols. Könnte dieses Gesetz zum neuen Standard werden?

Mehr als nur Kostensenkung: Der ökologische Imperativ

Hinter der Bewegung stehen handfeste wirtschaftliche und ökologische Argumente. Die Gesetze sollen Verbrauchern Geld sparen und lokale Handwerksbetriebe stärken. Doch der Umweltschutz ist ein ebenso starker Treiber. Weltweit fallen jährlich über 50 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Allein in den USA werden täglich Hunderttausende Handys entsorgt.

Viele Geräte landen auf dem Müll, weil nur eine einzige Komponente – wie ein Akku oder ein Display – defekt ist. Durch einfachere und günstigere Reparaturen ließe sich die Lebensdauer der Produkte deutlich verlängern. Die Bewegung fordert daher ein grundsätzliches Umdenken: weg von der Wegwerfgesellschaft, hin zu einer Kultur der Reparatur. Die jüngsten politischen Erfolge zeigen, dass diese Forderung zunehmend Gehör findet.

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