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IBM Aktie: Sparkurs nach Mainframe-Einbruch

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 03:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

IBM senkt nach schwachem Hardware-Geschäft die Jahresprognose, überrascht aber mit nachbörslichem Kursplus. Der Fokus liegt auf Kostensenkungen.

IBM Aktie: Sparkurs nach Mainframe-Einbruch und gemischten Quartalszahlen
Minimalistisches, dunkles Bürointerieur mit dramatischem Seitenlicht, das eine Atmosphäre strategischer Sparmaßnahmen vermittelt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wer nach dem historischen Kursrutsch vom 14. Juli noch weitere Hiobsbotschaften erwartet hatte, wurde überrascht: IBM liefert durchwachsene Zahlen, senkt die Jahresprognose – und die Aktie legt nachbörslich trotzdem zu. Der Grund liegt in den Details der Geschäftszahlen, die zeigen, wie eng das Problem tatsächlich eingegrenzt ist.

Der Nettogewinn sank im zweiten Quartal auf 2,17 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie kam auf 2,93 Dollar und blieb damit knapp unter der Analystenschätzung von 2,97 Dollar. Beim Umsatz reichte es für ein Plus von einem Prozent auf rund 17,6 Milliarden Dollar – ebenfalls unter den Erwartungen der Analysten.

Mainframe-Geschäft bricht ein

Der eigentliche Belastungsfaktor sitzt im Hardware-Segment. Die Erlöse mit den Z-Großrechnern stürzten im Quartal um 42 Prozent ab, das drückte die gesamte Infrastruktursparte um 7 Prozent auf 3,84 Milliarden Dollar. Finanzchef James Kavanaugh sprach von einem Effekt, der das Konzernwachstum um mehr als fünf Prozentpunkte belastet habe – ursprünglich habe das Management nur mit ein bis zwei Punkten gerechnet.

Das Softwaregeschäft, traditionell der Wachstumstreiber, entwickelte sich dagegen solide: Die Erlöse stiegen um 5 Prozent auf 7,76 Milliarden Dollar, verpassten die Konsensschätzung aber knapp. CFRA-Analyst Brooks Idlet wertete das Zahlenwerk deshalb als eher positives Signal für die breitere Softwarebranche – die Schwäche sei ein IBM-spezifisches Hardware-Problem, kein Branchentrend.

Prognose gekappt, Sparkurs verschärft

Für das Gesamtjahr rechnet IBM nun mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum zwischen vier und fünf Prozent, nach zuvor mehr als fünf Prozent. CEO Arvind Krishna kündigte an, die Kosten zusätzlich zu drücken, um das Ziel eines um eine Milliarde Dollar höheren Cashflows zu erreichen. Management betonte zugleich, es sehe keine Anzeichen dafür, dass Kunden dauerhaft von Mainframes abwandern – die Nachfrage habe sich lediglich zeitlich vorgezogen, bevor angekündigte Preiserhöhungen griffen.

Der Kontext dieser Zahlen bleibt brisant. Am 14. Juli war die Aktie nach einer Gewinnwarnung binnen Stunden um rund ein Viertel eingebrochen, der größte Tagesverlust seit 1987. In den folgenden Handelstagen wuchs das Minus auf fast 30 Prozent, der Börsenwert fiel unter 200 Milliarden Dollar. Vor diesem Hintergrund wirkt die nachbörsliche Erholung auf 210,47 Dollar wie ein vorsichtiges Aufatmen der Anleger – nicht wie eine Entwarnung.

Ob sich das zweite Halbjahr wie vom Management erwartet mit einer "deutlichen Outperformance" beim Mainframe-Programm erholt, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen. Bis dahin bleibt die Kluft zwischen robustem Softwaregeschäft und schwankendem Hardware-Zyklus das zentrale Thema für die Aktie.

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