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IBM Aktie: Neue Power im Tief

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 16:27 Uhr, Redaktion boerse-global.de

IBM kündigt neue Hardware und KI-Software an, während die Aktie nach schwachem Quartalsbericht nahe des Jahrestiefs notiert.

IBM Aktie: Neue Power-Plattform und KI-Software vorgestellt
Abstrakte Darstellung von Technologie und Daten, die latente Kraft und Potenzial in einem gedämpften Marktumfeld andeutet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während sich der Kurs noch von den Nachwehen des Quartalsberichts erholt, schickt IBM heute neue Hardware und Software für Firmenkunden ins Rennen. Der Konzern stellt drei Produkte für seine Power-Plattform vor – mitten in einer Phase, in der Anleger nach dem jüngsten Kursrutsch noch nach Orientierung suchen.

Autonome Systeme sollen Vertrauen zurückholen

Im Zentrum der Ankündigung steht IBM Power Autonomous Operations, eine Software, die Kapazitätsengpässe per KI-Agent eigenständig erkennt und behebt. Internen Tests zufolge schrumpft die Bearbeitungszeit dadurch von durchschnittlich 52,59 Minuten auf 3,33 Minuten. Verfügbar sein soll das Werkzeug ab dem 23. September 2026.

Ergänzend bringt IBM mit dem Power S1112 einen neuen Einstiegsserver, der KI-Workloads direkt vor Ort verarbeitet und laut Unternehmensangaben deutlich energieeffizienter arbeitet als die Vorgängergeneration. Er soll ab dem 24. Juli 2026 erhältlich sein. Das bereits seit dem 24. Juni 2026 verfügbare Paket "IBM Bob Premium Package for i" zur Modernisierung alter RPG-Anwendungen verkürzte bei einem frühen Anwender die Einarbeitungszeit neuer Entwickler um 60 Prozent.

Der Kurs hinkt der Ankündigung hinterher

Die Produktoffensive fällt in eine Phase, in der die Aktie noch nahe ihres 52-Wochen-Tiefs notiert. Zuletzt lag der Kurs bei rund 217 Dollar, nur knapp über der Marke von 212,34 Dollar.

Auslöser der Schwäche war der Quartalsbericht: IBM meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 17,2 Milliarden Dollar, ein Plus von einem Prozent zum Vorjahr – deutlich unter der Analystenschätzung von 17,9 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie blieb mit 2,93 Dollar ebenfalls hinter der Erwartung von 3,02 Dollar zurück.

Die Reaktionen der Analystenhäuser fallen uneinheitlich aus. Oppenheimer stufte die Aktie auf "Perform" zurück und verwies auf die schwache Prognose. BofA Securities senkte das Kursziel auf 280 Dollar von zuvor 330 Dollar, beließ die Einstufung aber bei "Buy". Evercore ISI hält dagegen an "Outperform" mit einem Kursziel von 310 Dollar fest und macht schwächere Mainframe- und Softwaresegmente für den Umsatzausfall verantwortlich.

Manche Marktbeobachter sehen die Aktie inzwischen als unterbewertet – bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19,58 und einem Umsatzwachstum von knapp zehn Prozent auf Zwölfmonatssicht. Ab dem 23. September 2026 muss sich das neue Autonomous-Operations-Werkzeug im Tagesgeschäft genau jener Firmenkunden beweisen, die ihre Ausgaben zuletzt verstärkt auf Server und Speicherchips statt auf IBM-Software gelenkt hatten.

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