IBM, Aktie

IBM Aktie: Nachbeben in der Softwarebranche

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 04:02 Uhr, Redaktion boerse-global.de

IBMs historischer Kursrutsch nach schwachen Quartalszahlen zieht SAP, Microsoft und ServiceNow mit in die Tiefe.

IBM Aktie stürzt ab: Softwarebranche unter Druck
Abstrakte Darstellung der Softwarebranche mit digitalen Datenströmen und vernetzten Netzwerken, die Nachbeben oder Wellen erzeugen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein einzelner Quartalsbericht reicht manchmal aus, um eine ganze Branche ins Wanken zu bringen. Genau das passiert heute: IBM bricht nach enttäuschenden vorläufigen Zahlen ein — und reißt SAP, Microsoft und ServiceNow gleich mit.

Die IBM-Aktie verlor in den ersten Handelsminuten mehr als 25 Prozent und fiel auf 215,67 Dollar. Das ist der höchste Tagesverlust in der Geschichte des Papiers. Erst Anfang Juni hatte die Aktie noch ein Rekordhoch bei 332,46 Dollar markiert — nun rutscht sie zurück auf das Niveau von Mitte Mai und reißt dabei sämtliche charttechnischen Unterstützungen. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von rund 28 Prozent zu Buche.

Vorgezogene Käufe drücken auf die Infrastruktursparte

Der Umsatz im zweiten Quartal blieb mit 17,2 Milliarden Dollar rund vier Prozent unter der Konsensschätzung von 17,86 Milliarden Dollar. Besonders die Infrastruktursparte lief schlechter als erwartet. CEO Arvind Krishna erklärte, Kunden hätten ihre Investitionen in den letzten Juniwochen verstärkt auf den Kauf von Servern, Speichersystemen und Arbeitsspeicher vorgezogen — aus Sorge vor angekündigten Preiserhöhungen. Dieses Vorziehverhalten habe das Kaufmuster im Quartal verzerrt.

Der Kurseinbruch bleibt nicht auf IBM beschränkt. SAP verlor am Nachmittag 3,1 Prozent, ServiceNow rutschte um fast fünf Prozent ab, Microsoft gab rund 1,5 Prozent nach. Auch Accenture und Capgemini gerieten mit Verlusten im niedrigen einstelligen Bereich unter Druck. Nemetschek dagegen drehte nach anfänglichen Abgaben wieder ins Plus.

Die Reaktion zeigt, wie eng Anleger die gesamte Software- und IT-Dienstleistungsbranche mittlerweile verknüpft sehen. Sollten sich die Sorgen vor einer Verdrängung klassischer Software durch KI-Anwendungen verstärken, könnten einige KI-Infrastrukturwerte von der Verunsicherung profitieren — Software- und KI-Aktien hatten sich zuletzt öfter gegenläufig entwickelt.

Am breiten Markt hielt sich der Schaden in Grenzen: Der Dow-Jones-Index gab wegen des IBM-Einbruchs zwar um 0,2 Prozent nach, S&P 500 und Nasdaq legten dagegen leicht zu, gestützt von überraschend günstigen Inflationsdaten. Für IBM selbst bleibt die entscheidende Frage, ob sich das vorgezogene Kaufverhalten der Kunden im dritten Quartal wieder normalisiert oder ob die Schwäche in der Infrastruktursparte anhält.

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