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IBM Aktie: KI-Boom trifft Software

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 19:00 Uhr, Redaktion boerse-global.de

IBM verfehlt Quartalsziele, da Kunden Budgets von Software auf KI-Hardware verlagern. Die Aktie bricht zweistellig ein und belastet den gesamten Sektor.

IBM Aktie: Gewinnwarnung wegen KI-getriebener Ausgabenverschiebung
Abstrakte Darstellung der Softwareindustrie mit KI-Konzepten, digitalen Netzwerken und Datenströmen, die Innovation und Wachstum vermitteln. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Satz aus dem eigenen Investorenbrief reicht, um eine ganze Branche ins Wanken zu bringen. IBM-Chef Arvind Krishna räumte am Dienstag ein, sein Unternehmen habe "gestockt" bei der Anpassung an eine Verschiebung der Kundenausgaben – weg von Software, hin zu Rechenzentrums-Infrastruktur. Die Aktie brach im vorbörslichen Handel um 22 Prozent auf 224,04 Dollar ein.

Kunden kaufen lieber Server statt Software

Laut Krishna verlagerten Firmenkunden in den letzten Juni-Wochen ihre Quartalsbudgets in Richtung Server, Speicher und Arbeitsspeicher. Der Grund: Sie wollten sich knappe Hardware sichern, bevor die Preise weiter steigen. IBM habe diesen Effekt zwar eingeplant, "aber nicht in diesem Ausmaß", so der CEO. Mehrere große Abschlüsse seien deshalb nicht wie erwartet zustande gekommen.

Die vorläufigen Zahlen zeigen das Ausmaß des Problems. IBM rechnet für das zweite Quartal mit einem Umsatz von 17,2 Milliarden Dollar, während Analysten im Schnitt 17,86 Milliarden Dollar erwartet hatten. Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt der Konzern 2,93 Dollar an, gegenüber einer Schätzung von 3,02 Dollar.

Sektorweiter Ausverkauf

Der Effekt blieb nicht auf IBM beschränkt. Der breiter gefasste Software-ETF iShares Expanded Tech-Software Sector verlor mehr als 4 Prozent, Microsoft, ServiceNow, Salesforce und Intuit gaben zwischen 3 und 5 Prozent nach. Auch die Dow-Futures rutschten ins Minus.

Marktbeobachter sehen darin ein Signal für die gesamte Branche: Die Sorge, dass KI-Infrastruktur-Investitionen klassische Softwarebudgets verdrängen könnten, war lange latent vorhanden – nun zeigt sich der Effekt erstmals konkret in Unternehmenszahlen. Wie lange dieser Umschichtungstrend anhält, dürfte sich erst zeigen, wenn IBM am 22. Juli seine vollständigen Quartalszahlen vorlegt.

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