Hyundai, Samsung

Hyundai und Samsung führen Südkoreas autonomes Großprojekt in Gwangju

09.03.2026 - 10:51:35 | boerse-global.de

Südkorea startet ein nationales Projekt mit 200 autonomen Fahrzeugen in Gwangju, um den Rückstand zu den USA und China aufzuholen. Hyundai und Samsung entwickeln Fahrzeuge und Versicherungen.

Hyundai und Samsung führen Südkoreas autonomes Großprojekt in Gwangju - Foto: über boerse-global.de
Hyundai und Samsung führen Südkoreas autonomes Großprojekt in Gwangju - Foto: über boerse-global.de

Südkorea startet mit einem nationalen Großprojekt den Sprint in die kommerzielle Ära des autonomen Fahrens. Das Landwirtschaftsministerium hat am 9. März 2026 das K-Autonomous Driving Collaboration Model gestartet und dafür die Schwergewichte Hyundai Motor Group und Samsung Fire & Marine Insurance ausgewählt. Ab Mai 2026 werden 200 selbstfahrende Autos die Metropole Gwangju in ein riesiges Reallabor verwandeln. Das Ziel: den Rückstand zu den USA und China aufholen.

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Ein neues Modell: Arbeitsteilung statt Einzelkämpfer

Bisher mussten Software-Startups für ihre Tests Fahrzeuge beschaffen, Dateninfrastrukturen aufbauen und Versicherungen organisieren – eine enorme Hürde. Das neue Kollaborationsmodell entlastet sie radikal. Es überträgt diese Grundaufgaben an etablierte Konzerne, damit sich die KI-Entwickler voll auf ihre Algorithmen konzentrieren können.

Hyundai übernimmt als alleiniger Fahrzeughersteller den Bau spezieller Software Defined Vehicles (SDVs) für Gwangju. Der Konzern stellt zudem die gesamte digitale Plattform: Hochgeschwindigkeitsnetzwerke, Schnittstellen und Datenpipelines zur Überwachung der Fahrzeuge. Samsung Fire & Marine Insurance entwickelt hingegen maßgeschneiderte Versicherungspolicen für das Projekt, die Schäden bis zu 30 Milliarden Won (rund 20 Millionen Euro) pro Jahr abdecken.

Gwangju: Eine ganze Stadt wird zum Testgelände

Gwangju wird damit zum ersten vollständigen Testfeld für autonomes Fahren in Südkorea. Mit einem Budget von 61 Milliarden Won lockert die Stadt die Verkehrsregeln erheblich. Die Fahrzeuge dürfen in bisher tabuisierten Zonen wie Schulbezirken fahren und sind in Wohngebieten, der Innenstadt und nachts unterwegs.

Die technische Infrastruktur ist gewaltig. Die Daten der 200 Fahrzeuge werden standardisiert, damit alle Softwarefirmen sie nutzen können. Zur Verarbeitung der enormen Datenmengen stellt die Regierung GPU-Ressourcen im Gwangju National AI Data Center bereit. Die Aufsicht behält die Korea Transportation Safety Authority, um die gesammelten Daten direkt in nationale Sicherheitsstandards einfließen zu lassen.

Die Herausforderung: Wie integriert man die Startups?

Doch das Projekt steht vor einer zentralen Frage: Wie bindet man die eigentlich begünstigten KI-Startups sinnvoll ein? Denn die Hürden für sie bleiben hoch. Da das staatliche Programm heimische Fahrzeuge vorschreibt, müssen die Softwarefirmen ihre Testautos direkt bei Hyundai kaufen. Ein maßgefertigtes Fahrzeug könnte bis zu 200 Millionen Won (etwa 135.000 Euro) kosten.

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Selbst mit erwarteten staatlichen Subventionen von 300 Millionen Won pro Unternehmen fürchten kleinere Entwickler, Verluste zu machen. Sie plädieren für den Einsatz bereits verfügbarer Serienmodelle wie der Hyundai IONIQ 5, die international im Einsatz und deutlich günstiger sind. Das Ministerium verhandelt noch über die finalen Preise und Beschaffungsstrukturen mit Hyundai.

Südkoreas Sprint zur Stufe 4

Das Projekt ist Teil einer nationalen Kraftanstrengung. Südkorea will bis 2027 die Kommerzialisierung von Autonomiestufe 4 erreichen und gesteht ein, derzeit deutlich hinter den USA (San Francisco) und China (Wuhan) zurückzuliegen. Die bisherige Strategie, autonome Systeme in fertige Serienfahrzeuge zu integrieren, reichte nicht aus.

Erst durch softwarezentrierte Fahrzeuge und die massenhafte Datensammlung in einer realen Stadt will das Land seine KI-Lernkurve steil nach oben ziehen. Marktexperten sehen im Kollaborationsmodell den notwendigen Schritt, die Ressourcen der größten Konzerne zu bündeln, um einen stabilen „Sandkasten“ für die heimische KI-Industrie zu schaffen.

Der Fahrplan: Von begleitet zu fahrerlos

Nach der Auswahl der Softwarepartner bis April 2026 beginnen im May die ersten Testfahrten auf den Straßen Gwangjus. Das Demonstrationsprojekt ist auf mindestens zwei Jahre angelegt. Es startet mit begleitetem autonomen Fahren, bei dem ein Sicherheitsfahrer stets eingreifen kann.

Auf Basis jährlicher Leistungs- und Sicherheitsbewertungen soll die Flotte schrittweise auf vollständig fahrerlosen Betrieb umgestellt werden. Gelingt das Vorhaben, wird das in Gwangju entwickelte Modell zum nationalen Standard – und könnte bald auch andere Metropolen des Landes erobern.

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