Hyundai setzt auf Boston Dynamics-Roboter für US-Fabrik
07.01.2026 - 01:31:11Atlas-Humanoiden sollen ab 2028 in Georgias Mega-Fabrik Teile sortieren und transportieren – ein Meilenstein für die industrielle Automatisierung. Die Ankündigung auf der CES in Las Vegas markiert den Übergang von der Forschung zur kommerziellen Integration physischer KI.
Vom Labor in die Fabrikhalle
Der südkoreanische Autokonzern Hyundai Motor Group integriert die vollelektrischen Atlas-Roboter von Boston Dynamics in seine neue Mega-Fabrik in Savannah, Georgia. Ab 2028 übernehmen die Humanoiden zunächst die „Parts Sequencing“ – das repetitive Sortieren und Anreichen von Bauteilen an das Montageband. Pilotversuche laufen bereits: Erste Atlas-Einheiten sortieren in einem Lager der Fabrik autonom Dachgepäckträger.
„Wir bauen einen ‚übermenschlichen‘ Roboter – stärker als ein Mensch und mit größerem Bewegungsspielraum“, betonte Boston-Dynamics-Chef Robert Playter. Die Maschinen seien modular aufgebaut für einfache Wartung direkt in der Produktion.
Stufenweise Einführung bis 2030
Die Einführung folgt einem abgestuften Plan. Nach dem Rollout für Logistikaufgaben 2028 sollen die Roboter bis 2030 komplexere Montagearbeiten und risikoreiche Tätigkeiten übernehmen. Dazu zählen schwere Lasten bis 50 Kilogramm oder Präzisionsarbeiten in gefährlichen Umgebungen.
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Zur Vorbereitung eröffnet Hyundai noch in diesem Jahr ein „Robot Metaplant Application Center“ (RMAC) in den USA. Dort trainieren die Atlas-Einheiten mithilfe von Karten-basiertem Lernen spezifische Bewegungsabläufe, bevor sie in der Hauptfabrik zum Einsatz kommen.
Die technischen Spezifikationen sind auf den Fabrikeinsatz zugeschnitten:
* Voll-elektrische Aktuatoren: Sie ersetzen hydraulische Systeme für leiseren, stärkeren und zuverlässigeren Betrieb.
* 56 Freiheitsgrade: Mit 360-Grad-Drehgelenken manövriert der Roboter enge Fabrikgänge effizienter als ein Mensch.
* Autonome Navigation: Fortschrittliche Sensoren erkennen Hindernisse und passen die Bewegung in Echtzeit an.
Massenproduktion und KI-Partnerschaft
Hyundai verfolgt eine Doppelstrategie: Nutzung und Massenproduktion. Das Unternehmen plant eine Produktionskapazität von bis zu 30.000 Atlas-Einheiten pro Jahr. Bis 2028 soll der Stückpreis auf etwa 150.000 Euro fallen, was die Roboter zu einer rentablen Investition für die Industrie machen würde.
Ein strategischer Partner sorgt für die nötige Intelligenz: Google DeepMind. Die KI-Schmiede wird Flotten von Atlas-Robotern nutzen, um Echtzeit-Daten aus der Fertigung zu sammeln. Diese Daten trainieren „General Humanoids“ für den Einsatz in variablen Umgebungen. Ziel ist eine KI, die situationsbedingt handelt, statt nur Skripte abzuarbeiten.
Laut Analysen von Morgan Stanley könnte der globale Markt für humanoide Roboter bis 2050 auf fünf Billionen Euro anwachsen. Hyundai konkurriert damit direkt mit Tesla und dessen „Optimus“-Projekt.
Die software-definierte Fabrik und die Rolle des Menschen
Der Einsatz ist ein Grundpfeiler von Hyundais Konzept der „Software-Defined Factory“. In diesem Modell orchestrieren Daten und Software den gesamten Fertigungsprozess. Roboter agieren als „digitale Kollegen“, nicht als bloße Werkzeuge.
Was bedeutet das für die menschliche Arbeit? Hyundai betont den kollaborativen Ansatz. Die Roboter sollen Personalmangel abfedern und die Sicherheit erhöhen, indem sie monotone und schwere Jobs übernehmen. Menschliche Mitarbeiter würden hingegen für Aufgaben wie Management, Wartung und Training der Roboter weiterqualifiziert.
„Der Produktivitätsgewinn hängt genauso sehr von Vertrauen wie von Technik ab“, kommentieren Branchenbeobachter. „Physische KI hochzuskalieren ist nicht nur ein Ingenieursproblem. Unternehmen müssen Rechenschaft, Sicherheit und klare Regeln für die Zusammenarbeit beweisen.“
Blaupause für die Zukunft?
Mit der Eröffnung des Trainingszentrums 2026 steht Atlas vor dem Praxistest. Gelingt der zuverlässige Dauereinsatz in Georgia, könnte dies einen Standard für die nächste Generation der Automobilfertigung setzen. Die nächsten zwei Jahre sind entscheidend, um die Software und Sicherheitsprotokolle für das gemeinsame Arbeiten von Menschen und Humanoiden zu verfeinern. Die Fabrik in Savannah könnte so zur Blaupause für die Fertigung der Zukunft werden.
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