Husqvarna, Aktie

Husqvarna Aktie: Europa bremst Erholung

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 10:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Husqvarna verfehlt mit Umsatz- und Gewinnrückgang die Analystenerwartungen. Ein Sparprogramm soll bis 2028 drei Milliarden Kronen einsparen.

Husqvarna Aktie: Europäisches Wetter bremst Erholung im zweiten Quartal
Eine weite, atmosphärische Aufnahme einer europäischen Industrielandschaft in der Dämmerung, die eine Verlangsamung oder Herausforderung andeutet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Regen statt Rasenmähen: Husqvarna bekommt die Launen des europäischen Wetters direkt in der Bilanz zu spüren. Im zweiten Quartal 2026 brach der Umsatz organisch um 4 Prozent ein, während Analysten mit deutlich weniger Schwäche gerechnet hatten. Der schwedische Hersteller von Garten- und Forstgeräten zeigt damit, wie sehr sein Geschäft vom Wetter auf dem Kontinent abhängt.

Der Umsatz sank auf 14,383 Milliarden schwedische Kronen, nach 15,277 Milliarden im Vorjahresquartal — und blieb damit unter der Konsensschätzung von 14,59 Milliarden. Das operative Ergebnis fiel auf 1,600 Milliarden Kronen, ebenfalls knapp unter den erwarteten 1,64 Milliarden. Die operative Marge rutschte von 13,5 auf 11,1 Prozent.

Gardena und Wetter als Belastung

Besonders hart traf es die Gardena-Sparte mit einem organischen Rückgang von 11 Prozent. Die Forest & Garden Division verlor 3 Prozent, während die Bausparte Construction als einziger Lichtblick um 5 Prozent wuchs. Unfavorable Witterung in den ersten sechs Wochen des Quartals bremste den Abverkauf beim Handel zusätzlich zur ohnehin schwachen Konsumstimmung in Europa.

Nordamerika lieferte dagegen ein anderes Bild. Die Region setzte ihre Erholung fort und wuchs über die meisten Produktkategorien hinweg solide — konnte die europäische Schwäche aber nicht vollständig ausgleichen.

Bereinigt um Sondereffekte lag das operative Ergebnis bei 1,950 Milliarden Kronen, die Marge verbesserte sich sogar leicht auf 13,6 Prozent. Der Grund: Rückerstattungen im Zusammenhang mit US-Zöllen (IEEPA) in Höhe von 240 Millionen Kronen wurden in den Herstellungskosten verbucht. Ohne diesen Effekt hätten niedrigere Volumina, anhaltende Inflation sowie höhere Rohstoff- und Logistikkosten das Ergebnis stärker belastet.

Sparprogramm wird ausgeweitet

Das Unternehmen zieht die Kostenschraube weiter an. Die laufende Sparinitiative erreichte bereits eine jährliche Einsparungsrate von rund 630 Millionen Kronen — CEO Glen Instone hebt das Gesamtziel nun auf 3 Milliarden Kronen bis Ende 2028 an. Bislang reichen die Einsparungen aber nicht aus, um den externen Gegenwind vollständig zu kompensieren.

Konkret schließt Husqvarna mehrere Lager der Construction-Sparte in Europa und hat die Zahl der Transportlieferanten um zwei Drittel reduziert. In der Gardena-Sparte läuft eine strategische Überprüfung des Powered-Garden-Geschäfts, verbunden mit einem asset-leichteren Modell und stärkeren OEM-Partnerschaften. Zusätzlich verlagert das Unternehmen Teile der deutschen Gardena-Produktion nach Tschechien, um das Fertigungsnetzwerk effizienter zu nutzen.

Das nicht zum Kerngeschäft zählende Diamantwerkzeug-Geschäft innerhalb der Construction-Sparte soll eingestellt werden. Zum Halbjahr sank der Umsatz organisch um 1 Prozent auf 28,344 Milliarden Kronen, der freie operative Cashflow verbesserte sich deutlich auf 3,903 Milliarden Kronen im zweiten Quartal — getrieben durch geringeres gebundenes Betriebskapital. Die Nettoverschuldung reduzierte sich auf 11,8 Milliarden Kronen.

Im dritten Quartal treten mit neuem CFO, Chief Procurement Officer und dem Chef der Construction-Sparte drei neue Führungskräfte an — ein vierter, der neue Chief Information Officer, folgt zum Jahresende. Ob das frische Management-Team reicht, um die europäische Schwäche vor der nächsten Gartensaison in den Griff zu bekommen, dürfte sich erst im weiteren Jahresverlauf zeigen, wenn die angekündigten Strukturmaßnahmen greifen sollen.

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