Hubstaff-Report: Wissensarbeiter schaffen nur zwei Stunden Fokuszeit
02.02.2026 - 14:11:12Wissensarbeiter erreichen im Schnitt nur noch zwei bis drei Stunden konzentrierte Arbeit pro Tag. Das zeigt der neue Global Benchmarks Report 2026 von Hubstaff. Besonders betroffen sind Führungskräfte und hybride Teams.
Die alarmierende „2-Stunden-Lücke“
Der Report zeichnet ein ernüchterndes Bild: Die vertragliche Arbeitszeit und die Zeit für tiefgehende Aufgaben klaffen immer weiter auseinander. Diese Diskrepanz nennen Experten die „2-Stunden-Konzentrations-Lücke“.
- Führungskräfte verbringen demnach nur 27 Prozent ihrer Zeit in fokussierten Phasen.
- Hybride Teams schneiden mit 31 Prozent Fokuszeit am schlechtesten ab – schlechter als reine Büro- (45 %) oder Remote-Teams (41 %).
- Der Rest des Tages geht für Meetings, Nachrichten und das ständige Wechseln zwischen Apps drauf.
Meetings und App-Wechsel killen die Produktivität
Die wirtschaftlichen Folgen sind massiv. Allein in den USA kosten Ablenkungen Schätzungen zufolge rund 650 Milliarden Dollar pro Jahr. Zwei Haupttreiber sind identifiziert:
- Die Meeting-Flut: Das Meeting-Volumen hat sich in vielen Firmen binnen zwei Jahren verdoppelt. Ein Durchschnittsmitarbeiter nimmt an über 60 Meetings pro Monat teil – fast die Hälfte gilt als unproduktiv.
- Der „Context-Switch“: Mitarbeiter nutzen bis zu 18 verschiedene Apps pro Tag. Jeder Wechsel kostet laut Studien 15 bis 23 Minuten, um wieder in den ursprünglichen Gedankenfluss zu finden.
„Teams scheitern nicht an mangelnder Arbeitsmoral, sondern in Systemen, die Konzentration verhindern“, sagt Hubstaff-CEO Jared Brown.
Passend zum Thema Fokusverlust: Sie fühlen sich durch Meetings, E‑Mails und ständige Unterbrechungen ausgebremst? Das kostenlose E‑Book „7 Methoden für ein effektives Zeit- und Aufgabenmanagement“ zeigt praxisnah, wie Sie mit ALPEN, Eisenhower, Pareto und Pomodoro Ihren Tag strukturieren und in kurzen, effektiven Sprints deutlich mehr Deep Work erreichen. Ideal für Wissensarbeiter und Führungskräfte, die ihre „2‑Stunden-Lücke“ schließen wollen — gratis als Download gegen E‑Mail. Jetzt gratis Zeitmanagement-E‑Book herunterladen
So machen Sie die Zeitfresser sichtbar: Das Fokus-Audit
Immer mehr Unternehmen setzen auf ein Fokus-Zeit-Audit, um gegen die Fragmentierung vorzugehen. Die Methode in drei Schritten:
- Erfassen: Protokollieren Sie zwei Wochen lang exakt, wann konzentrierte „Deep Work“ und wann administrative „Shallow Work“ stattfindet.
- Analysieren: Identifizieren Sie die Muster der Unterbrechungen – sind es Chats, E-Mails oder Kollegen?
- Bereinigen: Prüfen Sie jedes wiederkehrende Meeting auf seinen Nutzen. Streichen Sie Termine, die keine Entscheidungen herbeiführen.
Die Gegenstrategien: Abschotten und asynchron arbeiten
Nach der Diagnose folgt die Therapie. Erfolgreiche Firmen setzen auf kulturelle Veränderungen:
- „No-Meeting-Days“: Ganze Tage ohne synchrone Termine schaffen lange Blöcke für komplexe Aufgaben.
- Asynchrone Kommunikation: Statt sofortiger Chat-Antworten werden Themen gebündelt und zeitversetzt bearbeitet. Das gibt die Kontrolle über den eigenen Zeitplan zurück.
- KI als Helfer: Erfahrene Nutzer setzen KI-Tools ein, um Meeting-Zusammenfassungen zu erstellen oder E-Mails vorzuformulieren. Laut Microsoft spart das bis zu 30 Minuten täglich.
Vom Kampf um Zeit zum Kampf um Aufmerksamkeit
Die Daten markieren einen Paradigmenwechsel: Nicht Zeitmanagement, sondern Aufmerksamkeitsmanagement wird zur Schlüsselkompetenz. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nicht vor der digitalen Reizflut schützen, riskieren Burn-out und wirtschaftliche Verluste.
Die bloße Rückkehr ins Büro ist keine Lösung. Ohne klare Spielregeln kombiniert das Hybride Modell die schlimmsten Ablenkungen aus Büro und Homeoffice.
Ausblick: Fokus wird zum Unternehmensziel
Branchenbeobachter erwarten für 2026 eine Gegenbewegung. Immer mehr Firmen könnten „Fokus-Quoten“ als festen Leistungsindikator einführen. Technologisch dürften „Shielding Tools“ boomen – Software, die Benachrichtigungen automatisch blockiert, wenn der Nutzer konzentriert arbeitet.
Der Kampf um die zwei Stunden wird nicht durch härteres, sondern durch klügeres Arbeiten gewonnen.


