HPU, Umstrittene

HPU: Umstrittene Stoffwechselstörung oder medizinischer Mythos?

11.02.2026 - 03:40:11

Die angebliche Stoffwechselstörung HPU wird von der Schulmedizin nicht anerkannt, da wissenschaftliche Belege fehlen. Sie soll Müdigkeit erklären, birgt aber das Risiko, andere Ursachen zu übersehen.

Chronische Erschöpfung treibt viele Betroffene in die Arme der Alternativmedizin. Dort stolpern sie über die Diagnose Hämopyrrollaktamurie (HPU). Diese angebliche Stoffwechselstörung soll einen chronischen Mangel an Vitamin B6, Zink und Mangan verursachen und so die tiefe Müdigkeit erklären. Die Schulmedizin erkennt HPU jedoch nicht an – ein Konflikt, der Patienten verunsichert.

Das umstrittene Krankheitsbild HPU

Befürworter beschreiben HPU als genetische oder erworbene Störung im Häm-Stoffwechsel. Häm ist ein zentraler Baustein des Blutfarbstoffs und wichtig für die Energiegewinnung. Bei HPU soll der Körper fehlerhaftes Häm produzieren und dieses als toxischen Komplex (HPL) über den Urin ausscheiden. Dabei binde er aktives Vitamin B6, Zink und Mangan.

Die Folge sei ein chronischer Mangel dieser Nährstoffe. Die Symptomliste ist lang:
* Chronische Müdigkeit und Erschöpfung
* Muskel- und Gelenkschmerzen
* Psychische Probleme wie Depressionen
* Konzentrationsstörungen und Magen-Darm-Beschwerden

Die Diagnose erfolgt meist über einen Urintest auf den HPL-Komplex. Doch genau hier setzt die massive Kritik der Wissenschaft an.

Anzeige

Werden Ihre Blutwerte falsch interpretiert? Viele Laborbefunde sind kompliziert, und falsche Deutungen können zu Fehldiagnosen führen. Der kostenlose 25‑seitige PDF‑Report „Laborwerte‑Selbstcheck“ erklärt verständlich, welche Werte (z. B. Erythrozyten, Hämoglobin, TSH und 10 Vitalstoff‑Werte) wirklich wichtig sind, und gibt praktische Tipps, wann Sie Spezialtests anstoßen sollten. Holen Sie sich klare Orientierung, bevor Sie Therapieentscheidungen treffen. Jetzt kostenlosen Labor‑Report anfordern

Wissenschaftlicher Konsens: Fehlende Evidenz

Die etablierte Medizin erkennt HPU nicht als eigenständige Krankheit an. Sie fehlt im internationalen Krankheitenkatalog (ICD) der WHO. Der Hauptvorwurf: Es gibt keine soliden, in Fachzeitschriften begutachteten Studien, die HPU belegen.

Kritiker stellen die Diagnosemethoden infrage. Die Labortests seien nicht standardisiert und ihre Ergebnisse könnten durch Ernährung oder Medikamente verfälscht werden. Zudem sei unklar, ob die ausgeschiedenen HPL-Mengen überhaupt ausreichen, um einen klinisch relevanten Nährstoffmangel zu verursachen.

Mediziner warnen vor einer gefährlichen Falle: Die Fokussierung auf die HPU-Diagnose könnte dazu führen, dass andere, anerkannte Ursachen übersehen werden. Dazu zählen etwa Schilddrüsenerkrankungen, eine Anämie oder das Chronische Erschöpfungssyndrom (CFS/ME).

Der unbestrittene Kern: Mikronährstoffe sind Schlüssel

Unabhängig von der HPU-Debatte ist eines wissenschaftlich gesichert: Vitamin B6, Zink und Mangan sind essenziell für den Energiestoffwechsel. Ein Mangel kann tatsächlich zu schwerer Erschöpfung führen.

  • Vitamin B6 ist an über 100 Stoffwechselvorgängen beteiligt, darunter der Bildung von Botenstoffen für die Stimmung und von Hämoglobin für den Sauerstofftransport.
  • Zink steuert als Bestandteil von über 300 Enzymen das Immunsystem und schützt die Zellen.
  • Mangan ist wichtig für die Funktion der Mitochondrien, den Kraftwerken unserer Zellen.

Chronische Müdigkeit betrifft bis zu 30 Prozent der Bevölkerung, Frauen häufiger als Männer. Ein Nährstoffmangel ist eine von vielen möglichen Ursachen, die ein Arzt abklären sollte.

Patientenleid versus Standard-Diagnostik

Das HPU-Phänomen zeigt eine Kluft auf. Viele Patienten mit diffusen, chronischen Beschwerden fühlen sich von der Schulmedizin nicht verstanden. Konzepte wie HPU bieten ein einfaches Erklärungsmodell und einen klaren Therapieansatz: die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.

Bis qualitativ hochwertige Forschung die HPU-Hypothese bestätigt oder widerlegt, bleibt der evidenzbasierte Weg. Er führt über eine gründliche Ausschlussdiagnostik anerkannter Krankheiten. Eine ausgewogene Ernährung und der gezielte Ausgleich nachgewiesener Mängel sind dabei immer eine tragende Säule.

PS: Endlich Klarheit bei TSH, Cholesterin & Co. Wenn Erschöpfung, Konzentrationsstörungen oder unerklärliche Symptome auftreten, hilft oft nur ein gezielter Blick auf die Blutwerte. Der Gratis‑PDF‑Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, welche Werte Sie prüfen sollten, wie Ergebnisse einzuschätzen sind und welche weiteren Tests sinnvoll sein können – ideal, um Fehldiagnosen zu vermeiden. Zum kostenlosen Laborwerte‑Guide

@ boerse-global.de