HP-Studie, KMU

HP-Studie: Deutsche KMU unterschätzen Drucksicherheit massiv

13.03.2026 - 02:39:33 | boerse-global.de

Eine Untersuchung von HP zeigt gravierende Sicherheitslücken bei Druckern im Mittelstand. Die neue NIS2-Richtlinie verschärft die persönliche Haftung der Geschäftsleitung bei Verstößen.

HP-Studie: Deutsche KMU unterschätzen Drucksicherheit massiv - Foto: über boerse-global.de
HP-Studie: Deutsche KMU unterschätzen Drucksicherheit massiv - Foto: über boerse-global.de

Drucker sind das schwächste Glied in der Cybersicherheitskette deutscher Mittelständler. Eine neue Untersuchung von HP zeigt, dass die vernetzte Büroperipherie ein gefährliches Einfallstor für Hacker darstellt – während neue Gesetze wie die NIS2-Richtlinie die Verantwortung der Geschäftsführung verschärfen.

Düsseldorf, 13. März 2026 – Während sich die Debatte um IT-Sicherheit oft auf Ransomware und Phishing konzentriert, schlummert in deutschen Büros eine unterschätzte Gefahr: der Drucker. Eine aktuelle Studie von HP Inc. offenbrt eine alarmierende Lücke in der Sicherheitsstrategie des Mittelstands. Demnach stufen 62 Prozent der befragten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) die Drucksicherheit als nachrangig ein. Diese Fehleinschätzung hat handfeste Folgen: 56 Prozent der Betriebe erlitten im vergangenen Jahr mindestens einen druckbezogenen Datenverlust.

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Studie belegt gravierende Wissenslücken und Kontrollverlust

Die Zahlen zeichnen ein Bild von mangelndem Bewusstsein und fehlenden Kontrollen. 68 Prozent der Büroangestellten gehen fälschlicherweise davon aus, dass Drucker im Firmennetzwerk sicher sind. Die Realität sieht anders aus. Bei 52 Prozent der KMU existiert kein klares Protokoll darüber, wer welche Dokumente druckt. Diese Intransparenz erschwert nicht nur die Einhaltung des Datenschutzes, sondern öffnet auch Tür und Tor für Missbrauch.

Die Sorge ist bei den IT-Verantwortlichen groß. 58 Prozent fürchten, dass ihre aktuellen Dokumentenprozesse zu Datenschutzverstößen führen könnten. Fast die Hälfte (45 %) ist unsicher, ob die eigene Drucksicherheit überhaupt branchenüblichen Compliance-Anforderungen genügt. Die Krux: Moderne Drucker sind vernetzte Computer, die sensible Daten speichern und verarbeiten – und damit ein lukratives Ziel für Cyberkriminelle.

NIS2-Richtlinie erhöht den Druck auf Geschäftsführungen

Die Zeiten, in denen IT-Sicherheit reine Techniker-Sache war, sind vorbei. Seit dem Inkrafttreten des deutschen NIS2-Umsetzungsgesetzes im Dezember 2025 hat sich die Rechtslage verschärft. Die Richtlinie betrifft schätzungsweise über 29.000 Unternehmen hierzulande und zielt auf ein höheres Sicherheitsniveau in der gesamten EU ab.

Ein Kernpunkt von NIS2 ist die persönliche Haftung der Geschäftsleitung. Manager müssen nun für angemessene Sicherheitsmaßnahmen in allen IT-Systemen gerade stehen – Drucker explizit eingeschlossen. Sicherheitslücken, wie sie die HP-Studie aufdeckt, können bei einem Vorfall zu Bußgeldern von bis zu 10 Millionen Euro und persönlichen Konsequenzen für die Führungsetage führen. Die Tatsache, dass sich bis vor Kurzem erst etwa 11.500 der geschätzt 30.000 betroffenen Unternehmen beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) registriert hatten, unterstreicht den enormen Nachholbedarf.

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Vom Gerät zum Risikofaktor: Warum ganzheitliche Strategien zählen

Die Vernachlässigung der Drucksicherheit ist symptomatisch für einen verbreiteten Fehler in KMU: die Fokussierung auf bekannte Bedrohungen bei gleichzeitiger Ignoranz der vermeintlich harmlosen Peripherie. Angreifer nutzen diese Schwachstellen gezielt aus. Statt aufwendiger Exploits missbrauchen sie oft unzureichend gesicherte Fernzugänge, um ins Netzwerk zu gelangen. Ein schlecht konfigurierter Drucker kann dabei als Brückenkopf für einen Angriff auf das gesamte Firmennetz dienen.

Experten raten daher zu einem risikobasierten, ganzheitlichen Ansatz, wie ihn auch NIS2 vorschreibt. Dieser umfasst eine lückenlose Analyse aller Informationssysteme, die Absicherung der Lieferkette und klare Pläne für den Ernstfall. Frühere Studien haben gezeigt, dass viele Mittelständler ihre eigene Cyber-Resilienz überschätzen, während die Angriffszahlen kontinuierlich steigen.

Die aktuellen Erkenntnisse sollten ein Weckruf sein. Die Angriffsfläche moderner Unternehmen umfasst heute jedes vernetzte Gerät. Eine vollständige Bestandsaufnahme der IT-Landschaft und die Integration aller Komponenten in das Risikomanagement sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Letztlich erfordert mehr Sicherheit neben technologischen Investitionen vor allem ein kulturelles Umdenken – das auch den unscheinbaren Drucker im Flur mitdenkt.

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