HP Inc. im Wandel: Wie der PC-Pionier sich mit Hybrid Work, AI-PCs und Managed Services neu erfindet
21.01.2026 - 09:40:45Hybrid Work, KI und Abo-Modelle: Warum HP Inc. plötzlich wieder spannend ist
HP Inc. steht synonym für PCs und Drucker – ein scheinbar reifer, saturierter Markt. Doch unter der Oberfläche hat sich das Unternehmen in den vergangenen Quartalen massiv gewandelt: Weg vom reinen Hardware-Verkäufer hin zu einem Anbieter integrierter Lösungen rund um Hybrid Work, Security, Device-as-a-Service und KI-gestützte Arbeitsplätze. Genau in dieser strategischen Neupositionierung liegt der Kern dessen, was unter dem Namen HP Inc. heute als Produkt- und Lösungsportfolio im Markt steht.
Für Unternehmen in der D-A-CH-Region ist das relevant, weil Beschaffung und Betrieb von Endgeräten längst nicht mehr nur eine Frage der Stückpreise sind. IT-Leiter kämpfen mit verteilten Belegschaften, Sicherheitslücken, Lifecycle-Management und Kostendruck. HP Inc. setzt hier an – mit vernetzten PCs, Monitoren, Druckern, Collaboration-Hardware und gemanagten Services, die sich in bestehende Microsoft- und Cloud-Ökosysteme einfügen. Das Versprechen: Weniger Komplexität, besseres Nutzererlebnis, kalkulierbare Kosten.
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Das Flaggschiff im Detail: HP Inc.
Wenn heute von HP Inc. als Produkt gesprochen wird, geht es weniger um ein einzelnes Gerät, sondern um ein zusammenhängendes Ökosystem. Im Zentrum stehen nach wie vor die PC-Serien HP Elite und HP Pro für Business-Kunden, OMEN für Gaming sowie die HP Spectre- und Envy-Reihen im Premium-Consumer-Segment. Ergänzt wird das durch das breite Druckerportfolio HP LaserJet, OfficeJet, PageWide sowie das A3- und Industriedruck-Geschäft.
Strategisch wichtiger als das einzelne Gerät ist aber, wie HP Inc. diese Bausteine verknüpft. Drei Bereiche stechen heraus:
1. AI-PCs und Performance-Hardware
Im PC-Segment positioniert HP Inc. seine aktuellen Notebooks und Desktops zunehmend als AI-fähige Clients. Mit den jüngsten Intel-Core-Ultra-Generationen, AMD-Ryzen-CPUs und dedizierten NPUs (Neural Processing Units) sind die aktuellen EliteBook- und ZBook-Serien darauf ausgelegt, KI-Funktionen lokal auszuführen – von Bild- und Videoverarbeitung über generative KI-Assistenten bis hin zu Security-Analysen am Endpoint.
Besonders im Enterprise-Umfeld ist das ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal: Wer Datenschutz ernst nimmt und nicht jedes KI-Feature in die Cloud schieben will, profitiert von lokaler Rechenpower. HP verknüpft diese Hardware mit Software-Bausteinen wie HP Presence (optimierte Kamera- und Audio-Funktionen für Videokonferenzen) und KI-gestützter Rauschunterdrückung. Das Ziel: Laptops, die von Haus aus für Teams, Zoom und generell für Collaboration optimiert sind.
2. Managed Services und Device-as-a-Service
Hinter dem Namen HP Inc. steckt inzwischen ein ernst zu nehmendes Service-Geschäft. Mit HP Device as a Service (DaaS) und HP Managed Print Services (MPS) bietet der Hersteller abonnementbasierte Modelle, bei denen Unternehmen Hardware, Wartung, Analysen und Lifecycle-Management aus einer Hand beziehen.
Für die Praxis bedeutet das: Statt Laptops und Drucker klassisch zu kaufen, schließen Unternehmen mehrjährige Verträge, in denen HP Auslieferung, Monitoring, Security-Patching und Tauschzyklen übernimmt. Über integrierte Analytik-Dashboards können IT-Abteilungen sehen, wie Geräte genutzt werden, wo Engpässe oder Sicherheitsrisiken entstehen und wann ein Austausch wirtschaftlich sinnvoll ist. Gerade in mittelständischen IT-Abteilungen, die häufig überlastet sind, ist diese Auslagerung der Geräteverwaltung ein starkes Argument.
3. Nachhaltigkeit und Kreislauf-Modelle
HP Inc. zählt zu den PC- und Druckerherstellern, die Nachhaltigkeit offensiv in die Produktentwicklung integrieren. Recycelte Kunststoffe, CO?-kompensierte Lieferketten, energieeffiziente Komponenten und Rücknahmeprogramme für Altgeräte sind inzwischen Kernbestandteil der Roadmap. Für Ausschreibungen in der öffentlichen Hand und bei großen Konzernen, die Nachhaltigkeitsziele (ESG) erfüllen müssen, wird das zu einem harten Auswahlkriterium.
Mit Programmen wie HP Amplify Impact bindet HP auch den Channel ein: Partner können nachweisen, dass sie nachhaltige Hardware, Drucker und Services anbieten und werden dafür in der Vertriebsstruktur bevorzugt. Der Effekt: Nachhaltigkeit wird nicht zur Marketingfolie, sondern zu einem verkaufsrelevanten Feature des Gesamtprodukts „HP Inc.“.
Warum das jetzt wichtig ist
Die PC-Nachfrage hat nach dem Pandemie-Boom einen deutlichen Rückgang erlebt, die Druckvolumina sind durch Remote Work unter Druck. In dieser Situation funktioniert das alte Volumenmodell – immer mehr Hardware in den Markt drücken – nicht mehr. HP Inc. reagiert, indem es die Wertschöpfung nach oben verschiebt: hin zu höherwertigen, AI-optimierten Geräten, Services, Abos und Software.
Das macht das Gesamtangebot interessanter für Unternehmen, die nicht einfach den günstigsten Laptop suchen, sondern eine Plattform, die Skalierbarkeit, Security und Budgetplanbarkeit verbindet. Genau diese Positionierung spiegelt sich zunehmend in den Investorenerwartungen und im Kursverlauf der HP Inc. Aktie wider.
Der Wettbewerb: HP Inc. Aktie gegen den Rest
Im Markt für PCs, Drucker und damit verbundene Services steht HP Inc. im harten Wettbewerb mit mehreren Schwergewichten. Drei direkte Rivalen stechen heraus: Lenovo, Dell Technologies und – im Drucksegment – Canon/Brother. Für den Vergleich sind vor allem die jeweiligen Enterprise-Plattformen relevant.
Im direkten Vergleich zum Lenovo ThinkPad-Portfolio positioniert sich HP mit seinen EliteBook- und ProBook-Serien deutlich designorientierter. ThinkPads gelten traditionell als Referenz im Business-Segment – robust, mit hervorragenden Tastaturen und starkem Linux-Support. Lenovo hat in den letzten Jahren ebenfalls DaaS-Modelle und Analytik-Services etabliert. Allerdings setzt Lenovo stärker auf Stückzahl- und Preisvorteile, insbesondere im Education- und Einstiegssegment.
HP Inc. versucht hier gezielt mit integrierten Collaboration-Funktionen (HP Presence), hochwertiger Kamera- und Audio-Ausstattung sowie Security-Bundles zu punkten. In der Praxis zeigt sich das in Features wie automatischer Gesichtserkennung für Login, Blickschutz-Funktionen (Sure View) und Endpoint-Security-Stacks, die sich mit SIEM- und EDR-Lösungen koppeln lassen. Für Unternehmen, die standardisiert auf Microsoft 365 und Teams setzen, ist die enge Abstimmung von Hardware und Collaboration-Plattform ein Pluspunkt.
Im direkten Vergleich zu Dell Latitude und Dell APEX wird das Service-Profil spannend. Dell adressiert den Markt mit seinen Latitude- und Precision-Serien im Business-Umfeld und positioniert Dell APEX als umfassende As-a-Service-Plattform – von Endgeräten bis hin zu Infrastruktur und Storage.
HP Inc. konzentriert sich stärker auf den Arbeitsplatz und das Druckumfeld. Bei reinen PC-Workstations und Servern hat Dell die breitere Infrastruktur-Story, HP Inc. punktet dagegen mit einem geschlosseneren Workplace-Portfolio: Laptops, Desktops, Monitore, Videokonferenz-Hardware, Drucker und Managed Services kommen aus einem Guss. Für Unternehmen, die bewusst Multi-Cloud beim Backend fahren, aber den Arbeitsplatz konsolidieren wollen, ist das ein wichtiges Differenzierungsmerkmal.
Im direkten Vergleich zu Canon- und Brother-Drucklösungen ist HP Inc. im Bürodruck klarer auf Services und Fleet-Management ausgerichtet. Canon ist stark im Produktions- und professionellen Fotodruck, Brother im kompakten Office-Segment. Beide Hersteller bieten Managed-Print-Ansätze, aber HP verfügt mit HP Managed Print Services und dem breiten A3/A4-Portfolio über ein skalierbares Framework von KMU bis Enterprise.
Entscheidend ist hier weniger der einzelne Drucker, sondern die Möglichkeit, Druckerflotten in die gleiche Management- und Security-Logik zu integrieren, die schon für PCs genutzt wird. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Endgerät, Identität, Sicherheit und Analytics versucht HP Inc. sich vom Wettbewerb abzusetzen.
Schwächen gegenüber der Konkurrenz
So klar die Stärken sind, hat HP Inc. auch strukturelle Nachteile:
- Im Infrastrukturbereich (Server, Storage, Cloud) fehlt HP Inc. nach der Trennung von Hewlett Packard Enterprise (HPE) die Tiefe, die Dell oder Lenovo mitbringen.
- Im High-End-Workstation-Segment ist die Marke zwar etabliert (Z by HP), aber im öffentlichen Wahrnehmungsraum oft weniger präsent als ThinkPad oder Dell Precision.
- Beim Thema Software-Ökosystem ist HP Inc. stark auf Partnerschaften (Microsoft, Zoom, Security-Anbieter) angewiesen, während andere Player eigene Plattformen aggressiver ausbauen.
Aus Kundensicht ist diese Fokussierung jedoch auch eine Chance: HP Inc. muss nicht zugleich Cloud-Anbieter, Storage-Spezialist und Workplace-Hersteller sein, sondern kann gezielt die Lücke „Arbeitsplatz + Druck + Services“ adressieren.
Warum HP Inc. die Nase vorn hat
Die zentrale Frage lautet: Warum sollte sich ein Unternehmen im D-A-CH-Raum für HP Inc. als strategischen Partner entscheiden, wenn Lenovo, Dell oder auch Apple attraktive Alternativen bieten? Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass HP Inc. in der aktuellen Marktphase einen gewissen Vorsprung hat.
1. Klarer Fokus auf den Arbeitsplatz
HP Inc. definiert sich bewusst als Arbeitsplatz- und Druck-Spezialist. Während Dell und Lenovo parallel ganze Infrastrukturen, Edge- und Cloud-Lösungen adressieren, konzentriert sich HP auf das, was Nutzer tatsächlich in der Hand haben: Laptops, Desktops, Drucker, Monitore und Collaboration-Geräte. Dieser Fokus erlaubt tiefere Optimierung – etwa bei Ergonomie, Security-by-Design oder Energieeffizienz – statt das Portfolio zu sehr zu fragmentieren.
2. Starke Kombination aus Hardware, Services und Security
Besonders in regulierten Branchen – Finanzwesen, Gesundheitswesen, öffentlicher Sektor – zählt nicht das einzelne Gerät, sondern das Zusammenspiel aus Endpoint-Security, Geräteverwaltung, Compliance und Auditierbarkeit. HP Inc. bietet hier mit HP Wolf Security, DaaS und MPS einen modularen Baukasten, der mit bestehenden SIEM- und Identitätslösungen verknüpft werden kann.
Die Fähigkeit, Security-Funktionen teilweise hardwareseitig zu verankern (BIOS-Schutz, Laufwerksverschlüsselung, Isolationstechniken) und mit KI-gestützten Analysen am Endpoint zu kombinieren, ist ein Wettbewerbsvorteil gegenüber reinen Volumenanbietern.
3. Preis-Leistungs-Verhältnis in der Breite
Zwar gibt es Premium-Laptops, die optisch spektakulärer auftreten (Stichwort Apple MacBook), doch im breiten Enterprise-Einsatz zählt TCO – die Gesamtkosten über den Lebenszyklus. HP Inc. positioniert viele seiner Serien bewusst im mittleren bis gehobenen Preissegment, gekoppelt mit längeren Supportzyklen und optionalen Service-Paketen. Für CIOs ist das planbarer und oft günstiger, als High-End-Hardware ohne passendes Service-Framework auszurollen.
Gerade die Kombination aus solider Business-Hardware, gutem Service-Netzwerk (auch in der D-A-CH-Region) und umfangreichen Leasing-/Abo-Modellen macht HP Inc. attraktiv. Das ist ein Bereich, in dem Volumenanbieter aus Asien nicht ohne Weiteres mithalten können.
4. Nachhaltigkeit als Beschaffungsargument
Immer mehr Unternehmen schreiben Nachhaltigkeitskriterien verbindlich in Ausschreibungen fest. HP Inc. gehört zu den Herstellern, die entsprechende Nachweise und Programme systematisch ausgebaut haben – von Rezyklat-Anteilen über CO?-Bilanzen bis hin zu Rücknahme- und Refurbish-Initiativen. In vielen Fällen kann das den Ausschlag geben, wenn mehrere Angebote preislich eng beieinander liegen.
5. Starke Channel-Struktur im D-A-CH-Raum
Gerade in Deutschland, Österreich und der Schweiz läuft ein Großteil des Geschäfts über Systemhäuser und Integratoren. HP Inc. hat hier über Jahre eine sehr dichte Partnerlandschaft aufgebaut, die nicht nur Hardware liefert, sondern komplette Arbeitsplatzprojekte umsetzt – von der Beratung bis zum Betrieb. Für Kunden bedeutet das: Es gibt lokal verankerte Ansprechpartner, die HP-Technik in komplexe Umgebungen einbetten können.
All diese Faktoren führen dazu, dass HP Inc. in Ausschreibungen und Modernisierungsprojekten häufig auf den Shortlists landet, wenn es um hybride Arbeitsplatzkonzepte, Security-Anforderungen und planbare Opex-Modelle geht.
Bedeutung für Aktie und Unternehmen
Die strategische Neuausrichtung von HP Inc. schlägt sich auch in der Wahrnehmung an den Finanzmärkten nieder. Die HP Inc. Aktie mit der ISIN US40434L1052 wird stark daran gemessen, ob es dem Unternehmen gelingt, die Abhängigkeit vom zyklischen PC- und Druckgeschäft zu reduzieren und wiederkehrende Erlöse aus Services und Abomodellen aufzubauen.
Zum Zeitpunkt der Recherche notiert die HP Inc. Aktie gemäß übereinstimmenden Angaben mehrerer Finanzportale (u. a. Yahoo Finance und Reuters) im Bereich des jüngsten Kursniveaus nach dem letzten Quartalsbericht. Die exakten Werte hängen vom jeweiligen Handelsplatz und Zeitpunkt ab; maßgeblich ist derzeit der Schlusskurs der US-Börse, da diese den Hauptmarkt darstellt. Wichtig: In Phasen geschlossener Märkte ist ausschließlich der letzte offizielle Schlusskurs als Referenz heranzuziehen.
Analysten beobachten dabei vor allem drei Kennzahlen im Zusammenhang mit dem Produkt- und Lösungsportfolio von HP Inc.:
- den Anteil der wiederkehrenden Umsätze (Subscriptions, Managed Services, DaaS, MPS),
- die Marge im persönlichen Systems- und im Printing-Segment, insbesondere bei höherwertigen Geräten,
- die Entwicklung des kompletten Arbeitsplatzportfolios im Vergleich zum Gesamtmarkt.
Gelingt es HP Inc., mit AI-PCs, Managed Services und nachhaltigen Workplace-Lösungen über dem Marktwachstum zu liegen, wird die Aktie tendenziell als Wachstumswert im reifen Segment bewertet. Enttäuschen PC-Volumen oder Druckerlösungen, wirkt sich das dagegen direkt auf Margen und Kurs aus.
Für Investoren ist entscheidend, dass das, was unter dem Label HP Inc. im Markt steht, nicht mehr nur Hardware ist, sondern ein skalierbares Service-Ökosystem. Je glaubhafter das Unternehmen diesen Wandel vollzieht, desto robuster dürfte sich die HP Inc. Aktie in einem ansonsten volatilen PC- und Druckermarkt entwickeln.
Für Unternehmensentscheider wiederum ist der Blick auf die Börse ein zusätzlicher Indikator: Ein Hersteller, der sich erfolgreich in Richtung wiederkehrender Erlöse, KI-Fähigkeiten und nachhaltiger Arbeitsplatzlösungen entwickelt, ist auch als langfristiger Technologiepartner attraktiver. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Produktstrategie, Service-Modell und Kapitalmarkt ist HP Inc. derzeit bemerkenswert gut positioniert.


