Microsofts, KI-Copilot

HP bringt Microsofts KI-Copilot direkt in Bürodrucker

06.01.2026 - 23:32:12

HP stellt auf der CES 2026 eine Integration vor, die Microsofts Copilot-KI direkt in die Touchscreens von Enterprise-Druckern bringt. So können Dokumente ohne PC gescannt, zusammengefasst und übersetzt werden.

HP verwandelt Bürodrucker in intelligente KI-Stationen – ohne PC können Dokumente nun zusammengefasst, übersetzt und organisiert werden. Die auf der CES 2026 vorgestellte Integration markiert einen strategischen Schwenk im Bürogerätemarkt.

Vom Kopierer zum KI-Arbeitsplatz

Das Bürogerät, jahrzehntelang ein „dummes“ Peripheriegerät, erhält eine neue Rolle. Mit „HP for Microsoft 365 Copilot“ integriert der Hersteller generative KI direkt in die Touchscreen-Bedienfelder seiner Enterprise-Drucker und Multifunktionsgeräte. Nutzer können physische Dokumente einscannen und sofort KI-Funktionen nutzen, ohne ihren Computer zu benötigen.

„Wir beseitigen die Reibungsverluste zwischen Papier und digitalen Workflows“, erklärt Aurelio Maruggi, Division President von HP Office Print Solutions. Die Intelligenz direkt am Erfassungspunkt soll bisher umständliche Prozesse mit mehreren Geräten überflüssig machen.

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So arbeitet die KI am Drucker

Die Integration läuft als App innerhalb von HPs Workpath-Ökosystem. Nach dem Scannen stehen vier Kernfunktionen zur Verfügung:

  • Intelligente Zusammenfassung: Lange Verträge oder Berichte werden gescannt, von Copilot prägnant zusammengefasst und das Ergebnis kann sofort ausgedruckt oder per E-Mail versendet werden.
  • Sofort-Übersetzung: Dokumente in Fremdsprachen werden eingescannt und sofort übersetzt – für schnelles Verständnis oder die Verteilung angepasster Kopien.
  • Automatische Ablage: Statt Dateien manuell zu benennen und abzulegen, analysiert die KI den Inhalt. Sie schlägt passende Dateinamen und Speicherorte in Microsoft OneDrive oder SharePoint vor.
  • Daten-Schwärzung: Besonders für sensible Branchen entscheidend: Das System erkennt automatisch personenbezogene Daten (PII) und kann sie vor dem Drucken oder Teilen schwärzen.

Der Drucker wird so zu einem Edge-AI-Gerät, das Informationen lokal oder über sichere Cloud-Verbindungen verarbeitet.

Strategie: Die allgegenwärtige KI im Büro

Die Drucker-Innovation ist Teil einer größeren Strategie. Auf der CES präsentierte HP auch den HP EliteBoard G1a, einen PC in einer Tastatur, und das Business-Notebook EliteBook X G2 mit leistungsstarker KI-Hardware (NPU).

Das Ziel: Eine durchgängige KI-Umgebung schaffen, die nicht auf den PC beschränkt ist. „Intelligenz muss über alle Bürogeräte verteilt sein“, so die Analysten-These. Für HP, einen der letzten großen Player im Druckermarkt, ist dies ein entscheidender Schritt, um das Gerät im digitalen Zeitalter relevant zu halten.

Die enge Partnerschaft mit Microsoft gibt dem Vorhaben Rückenwind. Da über 90 Prozent der Fortune-500-Unternehmen bereits Microsoft 365 Copilot lizenzieren, schafft die Hardware-Integration einen geschlossenen und attraktiven Kosmos für Enterprise-Kunden.

Was bedeutet das für Sicherheit und Compliance?

Aus Sicht des Datenschutzes birgt die Entwicklung Chancen und neue Anforderungen. Die automatische Schwärzung sensibler Daten direkt am Scanner könnte Compliance-Prozesse in Rechts-, Gesundheits- und Finanzbranchen erheblich vereinfachen.

Gleichzeitig erfordert KI auf einem gemeinsam genutzten Bürogerät robuste Sicherheit. HP betont, dass die Lösung auf der „Wolf Security“-Plattform basiert. Der Datenzugriff erfolgt ausschließlich über das authentifizierte Microsoft-365-Konto des Nutzers, die Zugriffsrechte bleiben also bestehen. Der Drucker speichert keine Daten, sondern dient als sichere Durchlaufstation zur privaten Cloud-Instanz des Unternehmens.

Verfügbarkeit und Marktausblick

„HP for Microsoft 365 Copilot“ soll im Frühjahr 2026 verfügbar sein. Voraussetzung sind kompatible HP Workpath-Drucker in Unternehmen sowie ein bestehendes Microsoft 365 Copilot-Abonnement. Die Funktion wird Teil eines kostenpflichtigen Workpath Premium Bundles.

Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der die Hardware-Branche verzweifelt nach Wegen sucht, KI zu monetarisieren. Nach dem Hype um KI-PCs gilt die Ausweitung auf Peripheriegeräte als nächste Welle des „Ambient Computing“ am Arbeitsplatz.

Kann der klassische Drucker so zum unverzichtbaren Bindeglied in einer zunehmend papierlosen Welt werden? HP setzt darauf, dass die Nachfrage nach Tools, die die physisch-digitale Lücke schließen, im hybriden Arbeitsumfeld weiter wächst. Das wichtigste Upgrade des Kopierers in Jahren betrifft nicht Geschwindigkeit oder Tintenverbrauch, sondern seine neue Fähigkeit: zu verstehen, was er da eigentlich verarbeitet.

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