Howmet Aerospace: Warum diese Luftfahrt-Aktie jetzt auch für deutsche Anleger spannend wird
22.02.2026 - 13:31:17 | ad-hoc-news.deBottom Line zuerst: Die Aktie von Howmet Aerospace hat sich in den vergangenen Monaten deutlich besser entwickelt als viele klassische Industriewerte – getragen von einem starken Luftfahrtzyklus, neuen Aufträgen im Triebwerks- und Strukturteilgeschäft und einer unerwartet robusten Marge. Für deutsche Anleger wird der Wert zunehmend interessant, weil er gleich drei Trends bündelt: den globalen Flugverkehrs-Boom, den Aufschwung im Rüstungssektor und die langfristige Nachfrage nach leichten Metallkomponenten im Automobilbereich.
Gleichzeitig ist der Kurs nach der jüngsten Rallye ambitioniert bewertet. Die zentrale Frage für Ihr Depot lautet daher: Ist Howmet Aerospace auf diesem Niveau noch ein Kauf – oder schon eine Wette auf eine fehlerfreie Zukunft? Was Sie jetzt wissen müssen...
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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs
Howmet Aerospace ist ein US-Spezialist für Hightech-Komponenten aus Aluminium und Superlegierungen, der vor allem in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsbereich und in der Automobilindustrie aktiv ist. Das Unternehmen liefert kritische Bauteile für Triebwerke, Strukturkomponenten für Verkehrs- und Militärflugzeuge sowie Leichtmetallräder und Fahrwerkskomponenten. Damit sitzt Howmet mitten in den Lieferketten von Branchen, die aktuell stark in der Gewinnzone liegen.
Der jüngste Kurstreiber waren vor allem besser als erwartete Quartalszahlen und ein optimistischer Ausblick des Managements. Die großen Flugzeugbauer – allen voran Airbus und Boeing – haben volle Auftragsbücher, müssen aber gleichzeitig ihre Produktionsprogramme stabilisieren. Für Howmet bedeutet das: planbare, langfristige Abrufe und eine hohe Visibilität in den Umsätzen. Auch das Verteidigungsgeschäft gewinnt angesichts gestiegener Rüstungsausgaben weltweit an Bedeutung.
Finanzportale wie Reuters und Bloomberg berichten übereinstimmend, dass Howmet zuletzt Umsatz und Gewinn über den Markterwartungen liefern konnte. Besonders positiv stach die Margenentwicklung hervor: In einem Umfeld steigender Lohn- und Energiekosten konnte das Unternehmen seine Profitabilität verbessern, was auf eine stärkere Preissetzungsmacht und Effizienzgewinne in der Produktion schließen lässt. Für Investoren ist das ein starkes Signal, dass Howmet nicht nur vom Zyklus lebt, sondern strukturelle Stärken hat.
Hinzu kommt ein klarer Schuldenabbau in den vergangenen Jahren sowie ein disziplinierter Kapitaleinsatz. Howmet nutzt freie Cashflows für Aktienrückkäufe und Dividenden, statt riskante Großakquisitionen zu verfolgen. Genau diese Kapitaldisziplin wird am Markt derzeit belohnt, weil sie die Planbarkeit der Rendite erhöht.
Auf der anderen Seite ist der Kursanstieg nicht ohne Risiko: Nach der Rallye handelt die Aktie laut mehreren Marktkommentaren mit einem deutlichen Bewertungsaufschlag gegenüber klassischen Industriewerten und teils auch über dem Durchschnitt anderer Luftfahrtzulieferer. Das impliziert, dass der Markt eine anhaltend hohe Wachstums- und Margenstory bereits eingepreist hat. Enttäuschungen – etwa durch Produktionsverzögerungen bei Großkunden oder unerwartete Kosten – könnten entsprechend hart abgestraft werden.
Besonders aufmerksam sollten Anleger auf das zivile Luftfahrtgeschäft blicken. Der globale Flugverkehr hat in vielen Regionen wieder oder sogar über das Niveau von vor der Pandemie hinaus angezogen. Das führt zu höherem Verschleiß, mehr Wartung und einem beschleunigten Flottenmodernisierungszyklus – alles positive Faktoren für Komponentenhersteller wie Howmet. Doch genau hier liegt auch die Abhängigkeit: Ein erneuter externer Schock im Luftverkehr würde direkt auf die Auftragslage durchschlagen.
Warum das für deutsche Anleger relevant ist
Für den deutschsprachigen Markt ist Howmet Aerospace aus mehreren Gründen interessant:
- Ergänzung zu DAX-Titeln: Viele Depots hierzulande sind stark auf deutsche Industriewerte wie Siemens, MTU oder Airbus fokussiert. Howmet bietet eine gezielte Beimischung im Bereich Luftfahrtzulieferer und Hightech-Metallkomponenten, die im DAX so nicht existiert.
- Profiteur europäischer Flugzeugprogramme: Howmet ist ein indirekter Nutznießer der Stärke von Airbus, einem der wichtigsten Industrie-Champions Europas und DAX-Schwergewicht. Läuft es bei Airbus gut, profitieren in der Regel auch Zulieferer wie Howmet.
- Rüstungswende in Europa: Die massiv gestiegenen Verteidigungsbudgets in Deutschland und Europa führen zu mehr Nachfrage nach Militärflugzeugen und -systemen. Über die Zulieferkette partizipiert Howmet so indirekt am europäischen „Sondervermögen“.
Deutsche Privatanleger können die Aktie über die gängigen Handelsplätze (z.B. Xetra, Tradegate oder US-Börsen via Online-Broker) erwerben. Wichtig dabei: Währungsrisiko. Die Aktie notiert in US-Dollar, während die meisten hiesigen Anleger in Euro denken. Schwankungen im EUR/USD-Kurs können die Rendite spürbar beeinflussen – sowohl positiv als auch negativ.
Im Vergleich zu klassischen DAX-Industriewerten zeigt Howmet eine höhere Kursdynamik, aber auch stärkere Schwankungen. Damit eignet sich der Wert eher für Anleger, die bereit sind, zyklische Bewegungen im Luftfahrt- und Rüstungssektor auszuhalten, und die bewusst auf globale Luftfahrt- und Verteidigungstrends setzen.
Geschäftssegmente im Überblick
Um die Investmentstory zu verstehen, lohnt ein Blick in die Struktur des Unternehmens:
- Aerospace Components: Hochpräzise Gussteile und Schmiedeteile für Triebwerke und Flugzeugstrukturen, sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich. Hier liegen die Margen in der Regel über dem Unternehmensdurchschnitt.
- Engineered Structures: Strukturkomponenten und Baugruppen aus leichten Metallen, die vor allem für Gewichtseinsparungen und höhere Effizienz der Flugzeuge sorgen.
- Fastening Systems: Spezialisierte Befestigungssysteme, Nieten und Verbindungselemente für Luftfahrt und Industrie – klein in der Stückgröße, aber groß in der Marge und sicherheitskritisch.
- Transportation & Automotive: Leichtmetallräder und -komponenten vor allem für Nutzfahrzeuge und Autos, ein eher zyklisches, aber volumenstarkes Geschäft.
Der strategische Fokus des Managements liegt klar auf den margenstarken Luft- und Raumfahrtsegmenten. In den vergangenen Jahren wurden Randbereiche abgestoßen oder zurückgefahren, um Kapital in die profitabelsten Geschäftsfelder umzuleiten. Für Investoren ist das ein klassischer Qualitätsfilter: Weniger Volumen, dafür mehr Wertschöpfung pro verkaufter Einheit.
Das sagen die Profis (Kursziele)
Die Analystenstimmung zu Howmet Aerospace ist überwiegend positiv. Große Häuser wie Goldman Sachs, JPMorgan oder Morgan Stanley führen die Aktie mehrheitlich mit einer Kaufempfehlung oder zumindest „Overweight“/„Outperform“. Auch auf Plattformen wie MarketWatch und Yahoo Finance dominiert ein „Buy“-Konsens, der von mehreren Dutzend Analysten gestützt wird.
Die aktuellen Kursziele liegen – je nach Haus – im Schnitt moderat über dem aktuellen Kursniveau, was auf ein erwartetes, aber nicht mehr extremes Aufwärtspotenzial hindeutet. Der Markt erwartet also eher einen soliden, aber keinen explosionsartigen weiteren Kursanstieg. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist damit stark davon abhängig, ob Howmet die ehrgeizigen Wachstums- und Margenziele auch tatsächlich liefern kann.
Bemerkenswert ist, dass einige Analysten ihre Kursziele zuletzt nach oben angepasst haben, obwohl die Aktie bereits stark gelaufen ist. Begründung: Die verbesserte Margenqualität, eine noch klarere Fokussierung auf Luftfahrt und Verteidigung und ein sichtbarer Auftragsüberhang („Backlog“) bei den wichtigsten Kunden. Das spricht dafür, dass die positive Dynamik nicht nur ein kurzfristiger Effekt ist, sondern von den Fundamentaldaten getragen wird.
Andererseits warnen vorsichtigere Marktbeobachter vor einer zu hohen Erwartungshaltung. Sie verweisen auf die Abhängigkeit von wenigen Großkunden im Luftfahrtbereich und das Risiko weiterer Produktions- oder Zulassungsprobleme bei Flugzeugbauern, die dann durch die Lieferkette schwappen könnten. Zudem könnte ein starker Anstieg der Zinsen oder eine konjunkturelle Abkühlung den Investitionszyklus in der Luftfahrt verzögern.
Was bedeutet das für Ihre Anlagestrategie?
Für deutsche Privatanleger lässt sich die aktuelle Analystenlage grob so übersetzen:
- Langfristige Wachstumsstory intakt: Wer an den strukturellen Aufschwung im globalen Flugverkehr, an höhere Verteidigungsausgaben und an Leichtbaulösungen glaubt, findet in Howmet einen fokussierten Profiteur.
- Bewertung bereits ambitioniert: Ein Einstieg erfordert die Überzeugung, dass das Management die Margen weiter stabil hält oder ausbaut. Die Sicherheitsmarge ist im Vergleich zu früheren Niveaus kleiner geworden.
- Geeignet als Satellitenposition: Im Rahmen eines diversifizierten Depots kann Howmet eine spannende Beimischung im Bereich Luftfahrt/Defense sein – aber eher nicht die Kernposition wie etwa ein breit aufgestellter ETF oder ein DAX-Schwergewicht.
Wer Risiko reduzieren möchte, kann schrittweise in Tranchen investieren oder Kursschwächen nach Quartalszahlen abwarten, statt auf dem jeweiligen Hoch zuzugreifen. Für riskobewusste Anleger, die Marktvolatilität akzeptieren und aktiv ihre Positionen managen, bleibt die Aktie jedoch eine der interessantesten Stories im internationalen Luftfahrtzulieferer-Segment.
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Fazit für Ihr Portfolio: Howmet Aerospace ist kein defensiver Basiswert, sondern eine fokussierte Wette auf den anhaltenden Aufschwung in Luftfahrt und Verteidigung – mit entsprechenden Chancen, aber auch Risiken. Wer sein überwiegend auf den DAX und den heimischen Markt ausgerichtetes Depot international diversifizieren will, findet hier einen spannenden Kandidaten. Entscheidend ist, dass Sie Ihre eigene Risikoaffinität realistisch einschätzen und das Währungsrisiko in Ihre Überlegungen einbeziehen.
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