HomePod 2, Apple HomePod

HomePod 2 im Praxis-Check: Wie gut ist Apples neuer Smartspeaker wirklich?

06.02.2026 - 16:18:16

Der HomePod 2 will als Apple HomePod mit sattem 3D?Sound, smarter Siri-Steuerung und Matter-Support im Smart Home überzeugen. Lohnt sich das Upgrade für Apple-Fans?

Das erste Mal, wenn der Apple HomePod 2 in einem dunklen Wohnzimmer leise Jazz spielt, wirkt er weniger wie ein Smartspeaker und mehr wie ein kleiner, akustischer Scheinwerfer. Stimmen schweben präzise im Raum, Becken klingen seidig, der Bass bleibt kontrolliert. Der HomePod 2 knüpft klar an die DNA des ersten Modells an – die Frage ist: reicht das Plus an Technik und Smart-Home-Komfort, um ein Upgrade zu rechtfertigen?

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Optisch bleibt Apple beim vertrauten Zylinder-Design: kompakt, stoffbespannt, zurückhaltend. Der Apple HomePod wirkt auch in der zweiten Generation eher wie ein Designobjekt als wie ein technisches Gerät. Unter der Haube hat sich jedoch einiges getan: Ein großer High-Excursion-Woofer, fünf Hochtöner in Ringanordnung und raumkalibrierende Mikrofone bilden das Fundament. Gesteuert wird das Ganze von einem Apple S7 Chip, der manchem von der Apple Watch bekannt vorkommt.

Der zentrale klangliche Unterschied zur ersten Generation liegt in der Abstimmung: Der HomePod 2 spielt im Bass noch etwas sauberer, mit mehr Kontrolle bei höherer Lautstärke. Kickdrums kommen trocken, Synth-Bässe drücken ohne das Wohnzimmer in undefinierte Vibrationen zu verwandeln. Wer von einem typischen „Party-Bassmonster“ kommt, merkt schnell: Dieses Apple Smartspeaker-Setup setzt eher auf Präzision als auf Proll.

Gerade bei 3D Audio und Dolby Atmos zeigt sich der Charakter des Apple HomePod 2. In kompatiblen Apple Music Tracks spannt er eine überraschend weite Klangbühne auf. Gitarren rücken leicht seitlich, Hallfahnen werden richtig greifbar. In Kombination mit einem Apple TV 4K fungiert der Smartspeaker sogar als Fernseh-Soundsystem – besonders als Stereo-Paar. Ein einzelner HomePod 2 kommt für echtes Heimkino nicht an eine dedizierte Soundbar mit Subwoofer heran, aber er schlägt viele TV-Lautsprecher mühelos und klingt dabei deutlich räumlicher.

Im Vergleich zum ursprünglichen Apple HomePod hat Apple bei der Mikrofontechnik und Signalverarbeitung nachgeschärft. Sprachbefehle werden auch bei mittlerer Lautstärke zuverlässig verstanden. Selbst wenn Musik läuft, reagiert Siri auf dem HomePod 2 schneller und weniger zickig als früher. Das weckt Vertrauen, den Smartspeaker wirklich täglich zu nutzen, statt ihn nur als teuren Bluetooth-Ersatz stehenzulassen.

Spannend ist die Integration ins Smart Home. Der HomePod 2 unterstützt Matter und Thread, das heißt: Er kann nicht nur Apple HomeKit Geräte steuern, sondern wird zu einer Art neutraler Brücke für kompatible Lampen, Steckdosen und Sensoren verschiedener Hersteller. In der Praxis heißt das: „Hey Siri, gute Nacht“ kann Licht, Rollläden und Heizungsszenen über Marken hinweg orchestrieren. Für Nutzer, die sowieso tief im Apple-Ökosystem leben, wird der HomePod 2 damit zur zentralen Schaltstelle.

Gegenüber vielen anderen Smartspeakern punktet der Apple HomePod beim Datenschutz: Sprachaufnahmen werden standardmäßig lokal verarbeitet, persönliche Daten bleiben im Apple-Kosmos. Wer Wert auf Privatsphäre legt, fühlt sich hier wohler als bei manchem Konkurrenzsystem. Allerdings gilt auch: Ohne iPhone oder iPad macht der HomePod 2 wenig Sinn – Android-Nutzer bleiben außen vor.

Als Apple Smartspeaker versteht sich der HomePod bewusst als Premium-Option. Im Vergleich zu einem Sonos One oder Echo Studio ist er meist etwas teurer, bietet aber die tiefste Integration in iOS, macOS und Apple TV. AirPlay 2, Multiroom, Handoff vom iPhone, Intercom zwischen Räumen – all das wirkt feingeschliffen und aus einem Guss. Wer bereits mehrere Apple-Geräte besitzt, spürt diesen „Alles-greift-ineinander“-Effekt im Alltag fast permanent.

Ein wichtiger Punkt für Klangfans: Ein einzelner HomePod 2 klingt bereits erstaunlich groß und ausgewogen, aber ein Stereo-Paar ist das eigentliche Sweet Spot-Setup. Erst dann entsteht echte Breitenstaffelung, Vocals zentrieren sich, und die Bühne löst sich von den Geräten. Die Kombination aus zwei HomePod 2 neben einem Fernseher oder auf einem Lowboard kann einem klassischen Kompaktlautsprecher-Setup gefährlich nahekommen – mit deutlich weniger Kabelsalat.

Nicht alles ist perfekt: Offene Standards wie Bluetooth-Audio bleiben praktisch außen vor, die Nutzung ist klar auf Apple Music, AirPlay und die Apple-Welt ausgerichtet. Wer primär Spotify via Sprachbefehl nutzen will, stößt an Grenzen. Auch manchen Power-User wird die fehlende Feineinstellung des Klangs stören – ein klassischer Equalizer ist nicht vorgesehen, Apple verlässt sich auf automatische Raumanpassung.

Im Alltag überwiegen jedoch die Stärken. Der HomePod 2 ist schnell eingerichtet, stabil im Betrieb und klanglich deutlich reifer, als es seine Größe vermuten lässt. Podcasts klingen klar und präsent, Stimmen sind sehr gut verständlich. Bei elektronischer Musik zeigt der Woofer, was er kann, ohne dumpf zu werden. Der Wechsel zwischen leiser Hintergrundbeschallung und „Es darf auch mal richtig laut sein“ gelingt ihm souverän.

Wer vom alten Apple HomePod kommt, bekommt mit dem HomePod 2 kein radikal neues Konzept, aber hörbar feineren Klang, bessere Smart-Home-Fähigkeiten und zukunftssicheren Matter-Support. Wer von Null startet, sollte überlegen: Besteht bereits ein Apple-Setup aus iPhone, Mac, Apple TV und vielleicht einer Apple Watch? Dann ist der HomePod 2 als zentrale Audio- und Steuerungsinstanz fast schon die logische Ergänzung.

Unterm Strich richtet sich der Apple HomePod 2 klar an Menschen, die Wert auf guten, räumlichen Klang, ein aufgeräumtes Design und eine möglichst friktionsfreie Smart-Home-Steuerung legen. Für Nutzer, die bunt zwischen Android, verschiedenen Streaming-Diensten und offenen Standards wechseln, ist er weniger ideal. Für alle anderen gilt: Wer im Apple-Kosmos lebt, bekommt mit diesem Smartspeaker ein erstaunlich erwachsenes Stück Audio-Technik, das sich im Alltag schnell unentbehrlich macht.

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