HomePod 2 im Klangcheck: Wie gut ist Apples Smartspeaker-Update wirklich?
06.02.2026 - 20:49:34Wenn der HomePod 2 zum ersten Mal startet, wirkt der Raum plötzlich größer: Stimmen stehen klar im Raum, Bässe rollen kontrolliert durch die Ecke, und irgendwo dazwischen verschwindet die Technik. Der neue Apple HomePod trifft diesen typischen Apple-Moment – aber die Frage bleibt: Reicht das Update, um vom alten HomePod, einem Echo oder Sonos umzusteigen?
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Optisch bleibt Apple beim vertrauten Zylinder mit nahtlosem Mesh und Glasoberseite. Der Apple HomePod der zweiten Generation wirkt aber feiner abgestimmt: Das hinterleuchtete Touchfeld leuchtet nun fast über die gesamte Oberseite, die Kanten sind weicher, das Ganze fügt sich unaufgeregt in ein modernes Setup ein. In Weiß und Mitternacht (ein sehr dunkles Blau-Schwarz) passt der Smartspeaker sowohl neben den iMac als auch ins minimalistische Wohnzimmer.
Unter dem Stoff arbeitet im HomePod 2 eine überarbeitete Klangarchitektur. Apple kombiniert einen großhubigen High-Excursion-Woofer mit fünf horngeladenen Hochtönern, die ringförmig um das Gehäuse angeordnet sind. Beim ersten HomePod waren es noch sieben Tweeter – auf dem Papier ein Rückschritt, akustisch aber erstaunlich souverän gelöst. Ein spezieller Bass-EQ-Mikrofonkanal im Inneren misst ständig den Luftdruck im Gehäuse und stabilisiert den Tiefton, damit der Woofer auch bei höheren Pegeln kontrolliert bleibt.
Der neue S7-Chip, den man aus der Apple Watch kennt, übernimmt die Echtzeit-Signalverarbeitung. Er analysiert Musik, Raumreflexionen und Lautstärke und passt den Sound permanent an. Ergebnis: Der Apple Smartspeaker spielt in kleinen Zimmern druckvoll, ohne zu dröhnen, und in größeren Räumen überraschend erwachsen. Gerade bei elektronischer Musik und cineastischen Soundtracks schiebt der Bass satt, aber nicht schwammig – eher federnd und rhythmisch präzise als brachial.
Besonders spannend wird es, wenn der HomePod 2 Dolby-Atmos-Inhalte wiedergibt. Apple positioniert den Smartspeaker klar als 3D-Audio-Zentrale für Apple Music und Apple TV 4K. Die fünf Hochtöner strahlen einzeln gesteuert in verschiedene Richtungen, während Beamforming-Algorithmen aus dem Material eine Art 360-Grad-Bühne stricken. Bei gut produzierten Atmos-Tracks lösen sich Instrumente deutlich von der Gehäusemitte, Stimmen rücken nach vorne, Percussion umspielt die Seiten. Es wirkt nicht wie ein echtes Mehrkanal-Setup mit Deckenlautsprechern, aber im Vergleich zu gewöhnlichen Mono- oder Stereospeakern wirkt der Raum weit aufgezogen.
Noch überzeugender wird es im Duo: Zwei HomePod 2 im Stereo-Paar vor dem Fernseher liefern ein deutlich breiteres Klangbild, kräftigen Bass und eine überraschend cineastische Breite. Gegenüber dem ersten HomePod fällt auf, dass Stimmen noch klarer verständlich sind und der Klang etwas entspannter wirkt – weniger auf "Wow-Effekt" getrimmt, mehr auf Langzeit-Hören. Wer von einem einzelnen alten HomePod auf zwei neue wechselt, erlebt einen deutlichen Schritt; wer bereits ein Stereopaar der ersten Generation besitzt, bekommt vor allem feinere Akustik und bessere Smart-Home-Funktionen, aber keine völlig neue Welt.
Ehrlich gesagt: Die Musikqualität gehört weiterhin zum Besten, was man im Segment der kompakten Smartspeaker findet. Amazon Echo Studio und Sonos One spielen stark, aber der HomePod 2 überzeugt vor allem mit konsistenter Klangsignatur bei leiser und lauter Wiedergabe. Selbst flüsternd leise bleibt die Bühne offen, Details gehen nicht verloren, und die automatische Raumkalibrierung korrigiert problematische Aufstellungen auf Sideboards oder in Regalen ziemlich zuverlässig.
In Sachen Smart Home öffnet sich Apple mit dem HomePod 2 spürbar. Der Lautsprecher unterstützt den offenen Standard Matter sowie Thread. Damit kann der Apple HomePod als Border Router für kompatible Geräte dienen und wird zur dezent versteckten Steuerzentrale im Wohnzimmer. Lampen, Steckdosen, Thermostate oder Sensoren verschiedener Hersteller lassen sich so über die Home-App und Siri bündeln – wichtig allerdings: Als Zentrale verlangt das System nach einem iPhone, iPad oder Mac im Apple-Kosmos.
Siri selbst ist der vertraute Begleiter mit Licht und Schatten. Sprachbefehle für Musik, Timer, HomeKit-Szenen oder einfache Fragen funktionieren im Alltag inzwischen deutlich zuverlässiger. Der HomePod 2 versteht Befehle auch aus Nachbarräumen überraschend gut, selbst wenn Musik läuft. Komplexe Anfragen oder webbasierte Wissensfragen bleiben aber immer noch hinter dem, was etwa der Google Assistant ausspuckt. Wer mit Siri als primärem Assistenten leben kann, bekommt dafür eine sehr tiefe Integration ins Apple-Ökosystem: Nachrichten vorlesen lassen, Intercom-Funktion im Haus, Sprachnotizen oder Handoff vom iPhone auf den Speaker laufen angenehm nahtlos.
Ein Highlight im Alltag ist genau dieses Handoff: Das iPhone mit laufendem Track oder Podcast einfach an den HomePod 2 halten, und der Ton wandert praktisch verzögerungsfrei auf den Smartspeaker. Umgekehrt lässt sich die Wiedergabe wieder mitnehmen, wenn man den Raum verlässt. Für Multiroom-Fans spielt AirPlay 2 seine Stärken aus – mehrere Apple HomePods, Apple TV, kompatible Fernseher oder andere AirPlay-Lautsprecher lassen sich flexibel gruppieren, Lautstärken individuell regeln und synchron betreiben.
Als TV-Lautsprecher vor einem Apple TV 4K schlägt sich der Apple HomePod besser, als man dem Format ansieht. Gerade bei Filmen mit Dolby Atmos profitieren Dialogverständlichkeit und Räumlichkeit deutlich gegenüber typischen TV-Lautsprechern. Gegenüber einer dedizierten Soundbar mit echtem Subwoofer fehlt natürlich der ganz tiefe Kick im Tiefbass, aber für viele Wohnzimmer reicht die Kombination aus zwei HomePod 2 völlig aus, ohne dass zusätzliche Geräte und Kabel das Setup dominieren.
Vergleicht man direkt mit Konkurrenzprodukten, positioniert sich der HomePod 2 klar auf der Apple-Schiene: Sonos bietet mit One oder Era 100 teils mehr Flexibilität bei Streamingdiensten und Plattformen, Amazon mit Echo-Modellen eine aggressivere Preisgestaltung. Der Apple Smartspeaker punktet dafür mit nahtloser Integration in iOS, macOS und Apple TV, sehr stimmiger Abstimmung und einer Optik, die eher wie ein Möbelstück als wie ein Technikklotz wirkt. Wer primär Spotify nutzt und nichts mit Apple Music anfangen kann, muss sich allerdings mit AirPlay statt nativer Sprachsteuerung für Spotify arrangieren.
Energieeffizienz und Sensorik hat Apple unauffällig aufgerüstet. Der HomePod 2 besitzt integrierte Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren, die sich in Automationen einbinden lassen – etwa: "Wenn die Temperatur im Wohnzimmer über 24 Grad steigt, Ventilator einschalten". Besonders praktisch: Der Sensor steckt auch im kleineren HomePod mini, so lassen sich verschiedene Zonen im Haus definieren. Für Puristen angenehm: Im Standby arbeitet der Speaker sehr stromsparend, ohne ständig mit Lichtern oder Geräuschen aufzufallen.
Beim Datenschutz bleibt Apple seiner Linie treu. Anfragen werden, soweit möglich, lokal verarbeitet, und der Befehl zum Aktivieren von Siri wird erst nach dem Keyword-Zuhören gesendet. Wer besonders sensibel ist, kann die Always-On-Mikros deaktivieren oder Siri komplett abschalten und den HomePod 2 rein als AirPlay-Lautsprecher nutzen. Dann verliert man zwar einen Teil des Komforts, behält aber die starke Akustik und die Multiroom-Fähigkeiten.
Unterm Strich richtet sich der HomePod 2 sehr klar an Menschen, die bereits tief im Apple-Kosmos stecken: iPhone, Apple Music, Apple TV 4K – in dieser Kombination glänzt der Smartspeaker am hellsten. Wer von einem alten HomePod kommt, bekommt hörbar feineren Klang, moderne Sensorik, Matter-Support und einen effizienteren Chip, aber keinen Quantensprung. Wer dagegen von einem Standard-Bluetooth-Lautsprecher oder TV-Speakern aufsteigt, erlebt mit dem Apple Smartspeaker ein massives Upgrade bei Transparenz, Räumlichkeit und Bedienkomfort.
Wenn du dein Wohnzimmer klanglich aufräumen möchtest, Wert auf eine elegante Optik legst und dein tägliches Leben ohnehin mit iPhone und Co. organisierst, ist der HomePod 2 eine sehr stimmige Wahl. Wer hingegen plattformoffen bleiben oder vor allem mit Spotify per Sprache steuern will, sollte auch Alternativen von Sonos oder Amazon prüfen.


