HomePod 2, Apple HomePod

HomePod 2 im Klang-Check: Wie gut ist der neue Apple Smartspeaker wirklich?

08.02.2026 - 14:53:44

Der HomePod 2 ist Apples Comeback im Wohnzimmer: besserer Klang, mehr Smart-Home-Power und ein vertrautes Design. Lohnt sich der Apple HomePod als Smartspeaker-Upgrade für dein Setup?

Wenn der erste Takt im Raum steht, wirkt der HomePod 2 fast größer, als er ist. Der Apple HomePod in der zweiten Generation füllt den Raum mit einem Klangteppich, der warm, detailliert und erstaunlich körperhaft wirkt – vor allem, wenn 3D Audio ins Spiel kommt. Doch ist der HomePod 2 wirklich das sehnsüchtig erwartete Upgrade oder nur Feinschliff für Apple-Fans?

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Apple positioniert den HomePod 2 klar als audiophilen Smartspeaker für das eigene Ökosystem. Optisch bleibt vieles vertraut: zylindrische Form, nahtloses 3D-Mesh-Gewebe, Touch-Oberfläche mit farbig animierter Siri-Welle. Der Unterschied steckt unter der Haube – und im Zusammenspiel mit Apple Music, Apple TV 4K und deinem Smart Home.

Im Inneren arbeitet ein von Apple entwickelter High-Excursion-Woofer, der für spürbaren, aber kontrollierten Tiefbass sorgt. Unterstützt wird er von fünf Hochtönern, die im Ring angeordnet sind und für eine deutlich verbesserte Raumabbildung sorgen. Beim ersten HomePod kamen noch sieben Tweeter zum Einsatz, der HomePod 2 erreicht mit weniger Treibern durch bessere Signalverarbeitung nahezu denselben, teilweise sogar präziseren Raumklang.

Herzstück dieser Verbesserung ist der S7-Chip, den Apple sonst aus der Watch kennt. Er rechnet permanent an der akustischen Signatur: der HomePod 2 scannt den Raum mit seinen eingebauten Mikrofonen, analysiert Wände, Ecken und Reflektionen und passt den Klang in Echtzeit an. Steht er nahe an einer Wand, nimmt er den Bass minimal zurück und zieht die Bühne nach vorne. In der Praxis wirkt das wie ein unsichtbarer Tontechniker, der ständig kleine Korrekturen macht.

Spannend wird es bei 3D Audio mit Dolby Atmos. In Kombination mit Apple Music zeigt der HomePod 2, warum er mehr ist als ein klassischer Smartspeaker. Stimmen stehen klar im Zentrum, Gitarren schweben seitlich in den Raum, Synth-Flächen wölben sich fast kuppelartig über das Sofa. Im Vergleich zum ersten HomePod wirkt die Abbildung etwas aufgeräumter, mit besserer Ortbarkeit einzelner Elemente, auch wenn der spektakuläre "Wow"-Effekt vor allem dann kommt, wenn man zwei HomePod 2 im Stereopaar nutzt.

Im Stereobetrieb spielt der Apple HomePod 2 seine Stärken gnadenlos aus. Die Bühne wird breiter, die Phantommitte stabiler, und der Bass gewinnt an Punch, ohne ins Wummern zu kippen. Elektronische Tracks profitieren von der trockenen, definierten Tieftonwiedergabe, während akustische Aufnahmen luftiger und räumlicher wirken. Der Bass drückt überraschend präzise, bleibt aber typisch Apple eher kontrolliert als übertrieben.

Als Smartspeaker bleibt der HomePod 2 fest in Apples Welt verankert. Siri ist die Schaltzentrale für Spracheingaben, und hier merkt man, dass Apple fein nachgebessert hat. Sprachkommandos versteht der HomePod 2 auch bei höherer Zimmerlautstärke zuverlässig, Hintergrundmusik wird gut ausgeblendet. Endlich versteht Siri auch komplexere Formulierungen rund um Szenen, Automationen und HomeKit-Geräte deutlich besser als noch zu Zeiten des ersten HomePod.

Mit der Unterstützung für Matter und Thread öffnet sich der Apple HomePod 2 ein Stück weit für die Zukunft des Smart Home. Der Smartspeaker kann als Matter-Steuerzentrale dienen und agiert als Thread-Border-Router, was vor allem für schnelle, stabile Verbindungen zu kompatiblen Sensoren, Steckdosen oder Leuchten sorgt. Wer bereits auf HomeKit setzt, bekommt mit dem Apple HomePod eine sehr potente Zentrale, die Musiksystem und Smart-Home-Hub in einem ist.

Trotzdem gilt: Der HomePod 2 ist klar für Apple-Nutzer gebaut. Ohne iPhone, iPad oder Mac verschenkt man einen Großteil des Komforts. AirPlay 2, nahtloses Handoff vom iPhone, Multiroom mit weiteren Apple-Geräten – all das macht den Smartspeaker erst wirklich sinnvoll. Android-Fans schauen hier eher in die Röhre und sind mit einem offenen System wie Sonos oder einem Google-Speaker meist besser bedient.

Interessant ist der Vergleich zum ersten HomePod: Der Vorgänger war minimal kräftiger im Hochton und legte eine Spur mehr Fokus auf die "Show" im Oberbass. Der HomePod 2 wirkt reifer abgestimmt, mit etwas wärmerer Mittenpräsenz und einem entspannteren Hochton, der auch bei langen Hörsessions nicht nervt. Dazu kommen Features wie der integrierte Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor, die den Smartspeaker stärker mit Automationen verzahnen, etwa: "Wenn das Wohnzimmer über 24 Grad steigt, Jalousien herunterfahren".

Als TV-Lautsprecher in Kombination mit Apple TV 4K schlägt sich der HomePod 2 überraschend souverän. Zwei Geräte vor dem Fernseher ersetzen keine ausgewachsene Soundbar mit Subwoofer, kommen ihr aber in kleineren bis mittleren Räumen gefährlich nahe. Dialoge bleiben klar, Surround-Effekte werden in Dolby-Atmos-Inhalten eindrucksvoll in den Raum projeziert. Explosionen haben Druck, ohne den Wohnzimmertisch zu zerlegen. Wer viel streamt und bereits Apple TV nutzt, bekommt hier eine der elegantesten Lösungen – inklusive automatischer Lip-Sync-Anpassung über das Apple-Ökosystem.

Gegenüber anderen Smartspeakern wie Amazon Echo Studio oder Google Nest Audio positioniert sich der HomePod 2 als premiumorientierte Alternative: weniger Bastel-Flexibilität, mehr Fokus auf Klangqualität, Design und nahtlose Integration. Der Apple Smartspeaker wirkt wie ein audiophiler Kompromiss zwischen HiFi und Smart Home. Wer einfach nur einen günstigen Küchenradio-Speaker mit Alexa sucht, ist hier falsch. Wer Wert auf Klang, Verarbeitung und ein stimmiges Gesamterlebnis legt, findet im HomePod 2 ein sehr konsequentes Produkt.

Nicht perfekt ist er trotzdem: Die fehlenden analogen oder digitalen Eingänge beschränken die Nutzung auf AirPlay und Streaming. Spotify-User müssen weiterhin den Umweg über AirPlay gehen, statt eine native App-Integration wie bei manchen Konkurrenzprodukten zu genießen. Und die Tatsache, dass viele Funktionen primär mit Apple Music maximal bequem sind, wirkt wie ein bewusst gesetzter Ecosystem-Lock.

Unterm Strich präsentiert sich der HomePod 2 als erwachsener, klangstarker Smartspeaker mit klarer Zielgruppe: Apple-Nutzer, die mehr wollen als nur Hintergrundbeschallung. Wer bereits zwei HomePod der ersten Generation besitzt, muss nicht zwingend sofort wechseln, kann aber beim Neukauf bedenkenlos zum neueren Modell greifen. Alle anderen, die ihr Zuhause ohnehin mit iPhone, Apple TV und HomeKit steuern, bekommen mit dem Apple HomePod ein akustisch beeindruckendes und technisch aktuelles Herzstück für ihr Wohnzimmer.

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