HomePod 2 im Klang-Check: Wie gut ist der neue Apple Smartspeaker wirklich?
07.02.2026 - 09:44:02Wenn der HomePod 2 zum ersten Mal startet, fühlt sich das Wohnzimmer plötzlich größer an, als es eigentlich ist. Stimmen kleben nicht mehr am Gehäuse, sondern schweben frei im Raum, Bässe bauen sich körperlich auf, ohne den Nachbarn sofort auf die Palme zu bringen. Der Apple HomePod 2 will genau das sein: ein Smartspeaker, der audiophile Ansprüche ernst nimmt – und gleichzeitig das Apple?Smart?Home zusammenhält. Die Frage ist: Reicht das Update, um Fans des ersten HomePod und Neueinsteiger zu überzeugen?
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Herzstück des neuen Apple HomePod ist die überarbeitete Klangarchitektur. Im Gehäuse steckt ein großer High-Excursion-Woofer, der spürbar tief hinunterreicht, ohne in ein wummerndes Bass-Gewitter abzugleiten. Gerade bei elektronischer Musik und Filmsoundtracks legt der Tiefton einen erstaunlich kontrollierten Punch hin – eher trocken und präzise als fett und schwammig. Die fünf seitlich abstrahlenden Hochtöner bilden zusammen mit Beamforming eine Art akustischen Rundumschutz: Höhen werden gezielt in den Raum projiziert, Reflexionen an Wänden berechnet und korrigiert.
Im Vergleich zum ersten HomePod hat Apple die Treiberanordnung gestrafft (statt sieben Tweeter jetzt fünf), aber die Software arbeitet hörbar smarter. Der Computational Audio-Ansatz nutzt den S7-Chip, um in Echtzeit zu analysieren, was du hörst und wo der HomePod 2 steht. Ein internes Mikrofon misst den Raumklang und passt Frequenzgang und Abstrahlung laufend an – das Ergebnis: Selbst auf einem Sideboard nahe der Wand bleibt die Bühne überraschend stabil, Vocals werden nicht zugeschmiert.
Besonders eindrucksvoll wirkt das bei 3D-Audio mit Dolby Atmos über Apple Music. Der Apple Smartspeaker staffelt Instrumente nicht nur links und rechts, sondern lässt sie in der Tiefe wandern. Streicher schweben leicht angehoben, Snare-Schläge sitzen knackig in der Mitte, ein Synth-Bass rollt von hinten durch den Raum. Zwei HomePod 2 im Stereo?Paar sind hier eine eigene Liga – die Bühne breitet sich deutlich breiter und luftiger aus als bei einem einzelnen Gerät. Wer vom ersten HomePod auf ein solches Stereo?Setup wechselt, hört die Verbesserung sofort.
Der Fokus bleibt aber nicht nur auf Musik. Als TV?Partner am Apple TV 4K schlägt sich der HomePod 2 besser, als es die Größe vermuten lässt. Dialoge werden sauber in den Vordergrund gerückt, bei Action-Szenen entstehen virtuelle Surround-Effekte, die zwar kein vollwertiges Lautsprecher-Set ersetzen, aber eine klare Aufwertung gegenüber Fernsehern und vielen Soundbars bieten. Explosionen haben Volumen, ohne bei höheren Lautstärken unangenehm zu verzerren. Der erste HomePod wirkte hier noch etwas dichter und mittenbetonter – die neue Generation spielt freier und gelassener.
Als Apple Smartspeaker hängt der HomePod 2 tief im Apple?Ökosystem. Siri bleibt die Schaltzentrale: Musik steuern, Lautstärke anpassen, Timer setzen, Nachrichten vorlesen – die Standards sitzen inzwischen deutlich zuverlässiger. Sprachbefehle werden auch bei laufender Musik gut verstanden, solange die Lautstärke nicht völlig eskaliert. "Endlich versteht Siri, was ich meine" ist vielleicht übertrieben, aber der Frustfaktor ist niedriger als noch vor ein paar Jahren.
Spannend wird es beim Smart Home. Der HomePod 2 fungiert als Thread-Border-Router und Home-Hub, unterstützt also Matter – der neuen, herstellerübergreifenden Norm für Smart-Home-Geräte. Heißt: Nicht nur HomeKit-Zubehör von Apple?Partnern, sondern auch kompatible Lampen, Steckdosen und Sensoren anderer Marken können eingebunden werden. Routinen wie "Guten Morgen" dimmen das Licht, fahren die Heizung hoch und starten eine Playlist, ohne dass du das iPhone in die Hand nehmen musst. Hier spielt der HomePod 2 seine Rolle als leise, unauffällige Schaltzentrale für das eigene Zuhause überzeugend aus.
Gleichzeitig muss man klar sagen: Wer nicht tief im Apple?Kosmos steckt, bekommt nur die halbe Erfahrung. AirPlay 2 funktioniert zwar auch von macOS und iOS?Geräten aus tadellos, doch Android?User bleiben außen vor. Kein Bluetooth?Streaming im klassischen Sinne, keine direkte Spotify?Connect?Integration – Apple bleibt seiner Linie treu. Im Vergleich zu vielen Smartspeakern mit Google Assistant oder Alexa wirkt das bewusst geschlossen, aber auch fokussiert: Für Apple?Nutzende funktioniert das Zusammenspiel mit iPhone, iPad, Mac, Apple TV und Apple Watch dafür reibungslos.
Optisch bleibt der HomePod 2 dem bekannten Zylinder-Design treu, allerdings mit leicht überarbeiteter, halbtransparenter Touch-Oberfläche, die mehr Farbspiele beim Abspielen von Musik und Siri-Interaktionen zeigt. Das gewebte Stromkabel ist abnehmbar, die Stoffbespannung wirkt wertig und unaufgeregt. Weiß und Mitternacht (dunkles Blau?Schwarz) fügen sich unauffällig in moderne Wohnzimmer ein. Wer blinkende Gamer-Ästhetik sucht, ist hier falsch – der Apple HomePod setzt auf Understatement.
Im Wettbewerb mit anderen Smartspeakern positioniert sich der HomePod 2 klar im Premium?Segment. Gegenüber vielen Echo- oder Nest?Geräten hat er einen deutlich feineren, musikalischeren Klang. Auflösung in den Höhen, Kontrolle im Bass und die insgesamt plastische Bühne erinnern eher an kompakte Aktivlautsprecher als an klassische Sprachassistenten mit eingebautem Treiber. Dafür zahlst du aber auch spürbar mehr – gerade im Doppelpack als Stereo?Set. Wer vor allem einen smarten Küchenhelfer für Radio und Timer sucht, findet günstigere Lösungen. Wer hingegen Wert auf ernsthaften Musikgenuss legt, bekommt hier einen der klangstärksten Smartspeaker am Markt.
Ein paar Kritikpunkte bleiben: Spotify und andere Streaming-Dienste lassen sich zwar per AirPlay 2 zuspielen, aber ohne native Sprachsteuerung wirkt das im Jahr 2026 immer noch unnötig eingeschränkt. Siri hinkt in Sachen Wissensfragen und Drittanbieter?Skills weiterhin den großen Konkurrenten hinterher. Und wer einen bunten, offenen Smart?Home?Zoo aus unterschiedlichen Plattformen betreibt, muss genau prüfen, ob Matter?Support und Home?App wirklich alle eigenen Geräte abdecken.
Wer allerdings ein iPhone in der Tasche, einen Apple TV am Fernseher und vielleicht schon ein paar HomeKit?Geräte zuhause hat, findet im HomePod 2 einen extrem stimmigen Mittelpunkt. Die Kombination aus satter, aber kontrollierter Basswiedergabe, überzeugender 3D-Audio-Performance und tiefer Integration ins Apple?Universum macht ihn zu einem Lautsprecher, den man nicht nur hört, sondern in den Alltag integriert. Der erste HomePod wirkte wie ein spannendes Experiment; der Nachfolger fühlt sich wie die ausgereifte Version dieser Idee an.


