HomePod 2 im Klang-Check: Wie gut ist Apples neuer Smartspeaker wirklich?
07.02.2026 - 02:59:41Wenn ein Track auf dem HomePod 2 startet, breitet sich der Raumklang nicht einfach nur im Zimmer aus – er klappt den Raum gefühlt einmal um. Der Apple HomePod der zweiten Generation setzt klar auf audiophilen Punch: dichter Bass, luftige Mitten, fein aufgelöste Details. Doch rechtfertigt dieser Smartspeaker wirklich den Preis und ein Upgrade vom ersten HomePod?
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Optisch bleibt Apple konservativ: Der HomePod 2 wirkt wie eine Evolution statt Revolution. Der zylinderförmige Korpus mit akustisch durchlässigem 3D-Stoff ist vertraut, die Touch-Oberfläche oben wurde leicht vergrößert und leuchtet nun flächiger, wenn Siri zuhört. Erhältlich ist das Ganze in Weiß und Mitternacht (einem sehr dunklen Blau-Schwarz, das in der Praxis meist einfach schwarz wirkt).
Unter dem Stoff passiert allerdings mehr, als die schlichte Optik vermuten lässt. Der HomePod 2 beherbergt einen von Apple entwickelten High-Excursion-Woofer, der spürbar tief hinunterreicht. Darum gruppiert ist ein Ring aus fünf Hochtönern mit eigenen Verstärkern. Im Vergleich zum ersten HomePod wurden die Tweeter zwar von sieben auf fünf reduziert, dafür arbeitet die Signalverarbeitung dank S7-Chip deutlich intelligenter.
Der Bass des HomePod 2 wirkt kontrolliert, nicht „boomy“. Kickdrums stoßen knackig an, tiefe Synths füllen den Raum mit Druck, ohne Stimmen zu überdecken. Gerade bei moderner Pop- und elektronischer Musik entsteht das Gefühl, dass der Smartspeaker größer spielt als sein Volumen vermuten lässt. Wer vom kleineren HomePod mini kommt, erlebt hier ein völlig anderes, körperlicheres Klangfundament.
Die Stärken des HomePod 2 liegen aber nicht nur im Tiefton. Die Mitten sind präsent und klar – Vocals stehen sauber im Raum, akustische Instrumente haben Textur. Höhen wirken seidig und fein zeichnend, ohne mit übertriebenem Zischen zu nerven. Die akustische Signatur ist deutlich „Apple“: leicht warm, aber mit genügend Brillanz, um Details herauszuschälen.
3D Audio mit Dolby Atmos ist eines der großen Schlagworte. In Kombination mit Apple Music und entsprechend gemasterten Titeln kann der HomePod 2 tatsächlich eine beeindruckende Bühne erzeugen. Einzelne Klangelemente wirken losgelöst vom Gehäuse, Soundeffekte wandern seitlich und in der Tiefe. Für ein echtes Atmos-Erlebnis mit Höhenkanälen braucht es zwar weiterhin ein ausgewachsenes Heimkino, aber für einen einzelnen Smartspeaker ist die Räumlichkeit bemerkenswert.
Die Raumakustik-Korrektur ist eine heimliche Superkraft des Apple HomePod der zweiten Generation. Über integrierte Mikrofone analysiert der Speaker ständig den Raum, erkennt Wandreflexionen und passt den Klang in Echtzeit an. In der Praxis bedeutet das: Der HomePod 2 klingt auf einem offenen Sideboard, in einer Regalecke oder direkt an der Wand jeweils etwas anders – aber fast immer stimmig. Der typische „Eckendrummsound“ vieler Kompaktboxen bleibt weitgehend aus.
Wer zwei Exemplare besitzt, kann ein Stereopaar bilden. Erst dann zeigt der HomePod 2 wirklich, was in ihm steckt. Die Bühne verbreitert sich deutlich, Phantommitte und Lokalisationsschärfe nehmen massiv zu. Serien und Filme auf einem Apple TV 4K profitieren hörbar, vor allem bei Dialogverständlichkeit und Effekten. Im Verbund mit einem Apple TV können zwei HomePod 2 sogar als TV-Lautsprecher fungieren – inklusive ARC/eARC-Unterstützung bei kompatiblen Fernsehern.
Smart ist der HomePod 2 vor allem dann, wenn man tief im Apple-Kosmos steckt. Der Smartspeaker ist nahtlos in HomeKit eingebunden, dient als Steuerzentrale für das Smart Home und unterstützt den offenen Standard Matter. Das bedeutet, dass künftig immer mehr Geräte verschiedenster Hersteller direkt mit dem Apple Smartspeaker harmonieren sollten – von Lampen über Thermostate bis hin zu Steckdosen.
Siri bleibt die primäre Schnittstelle zur Steuerung. Sprachbefehle funktionieren im Alltag erstaunlich zuverlässig, auch bei laufender Musik. „Hey Siri, spiel leise Jazz im Wohnzimmer“ oder „Stell das Licht im Büro auf 30 Prozent“ gehen schnell in Fleisch und Blut über. Der HomePod 2 erkennt dank Beamforming-Mikrofonen Sprachkommandos selbst dann, wenn der Pegel recht hoch ist. Subjektiv reagiert Siri flotter und seltener missverständlich als noch zu Zeiten des ersten HomePod.
Beim Smart-Home-Einsatz punktet der HomePod 2 mit Sensorik: Ein integrierter Temperatur- und Feuchtigkeitssensor erlaubt Automationen wie „Wenn die Temperatur im Wohnzimmer über 24 Grad steigt, fahre die Rollos herunter“ – vorausgesetzt, die entsprechenden HomeKit- oder Matter-Geräte sind vorhanden. Der Lautsprecher wird so zur stillen Schaltzentrale im Hintergrund.
Gleichzeitig muss man klar sagen: Wer nicht im Apple-Universum lebt, bekommt weniger geboten als bei vielen Konkurrenten. Es gibt kein nativer Spotify-Connect-Support, AirPlay ist der zentrale Zubringer für externe Dienste. Für iPhone-, iPad- und Mac-Nutzer ist das komfortabel – Handoff vom iPhone auf den HomePod 2 funktioniert nahezu magisch –, aber Android-User bleiben außen vor.
Im Vergleich zum ersten HomePod ist der Unterschied subtil, aber da. Der HomePod 2 klingt etwas aufgeräumter, Stimmen wirken natürlicher, die Raumanpassung arbeitet effizienter. Zudem bringt Apple beim neuen Modell Smart-Home-Features und Sensoren, die der Vorgänger nie hatte. Wer bereits zwei funktionierende erste HomePods als Stereopaar nutzt, muss nicht zwingend upgraden. Wer jedoch vom HomePod mini aufrüsten oder neu einsteigen will, sollte direkt zur aktuellen Generation greifen.
Stellt man den HomePod 2 Alternativen von Sonos, Amazon oder Google gegenüber, zeigt sich der typische Charakter: Er ist weniger eine universelle Allzweckwaffe, sondern eher ein spezialisierter High-End-Smartspeaker für Apple-Nutzer. Klanglich spielt er auf Augenhöhe mit hochwertigen Multiroom-Speakern, teils darüber. Die Limitierung auf AirPlay und Apple-Dienste ist aber bewusst in Kauf zu nehmen.
Beim Datenschutz fährt Apple traditionell eine etwas restriktivere Linie als viele Wettbewerber. Anfragen an Siri werden möglichst lokal verarbeitet, der S7-Chip kümmert sich um viele Aufgaben auf dem Gerät, bevor Daten in die Cloud wandern. Für Nutzer, die Wert auf Privatsphäre legen, kann das ein wichtiges Argument sein – gerade, wenn der Smartspeaker im Schlafzimmer oder Büro steht.
Für Musik-Liebhaber, die bereits ein iPhone besitzen und Apple Music nutzen, ist der HomePod 2 fast schon ein No-Brainer. Der Spagat aus Klangqualität, smarter Raumkorrektur und tiefer Integration ins Apple-Ökosystem gelingt überzeugend. Wer eher Spotify auf Android hört und Alexa-Skills liebt, wird allerdings an anderen Smartspeakern glücklicher.
Im Wohnzimmer, in dem der Fernseher via Apple TV hängt, wird der Apple HomePod der zweiten Generation besonders spannend. Zwei Stück als Stereopaar ersetzen in vielen Setups problemlos eine Soundbar – mit deutlich besserer Musiktauglichkeit. Dialoge klingen klar, Effekte haben Punch, und nachts lässt sich der Pegel feinfühlig reduzieren, ohne dass alles dumpf wird.
Unterm Strich ist der HomePod 2 weniger ein Gimmick und mehr ein ernstzunehmendes Audioprodukt, das zufällig auch ein sehr fähiger Smart-Home-Hub ist. Wer kompromissloser Multi-Plattform-Support erwartet, schaut sich besser woanders um. Wer aber ein schlichtes Design, sauberen Klang und die typische „Es funktioniert einfach“-Erfahrung von Apple schätzt, bekommt einen Smartspeaker, der klanglich Langeweile konsequent verweigert.


