Homeoffice, Beschäftigten

Homeoffice stresst 82 Prozent der Beschäftigten

25.02.2026 - 08:49:36 | boerse-global.de

Eine Mehrheit der Beschäftigten leidet im Homeoffice unter Stressfolgen wie Kopfschmerzen. Die DGUV intensiviert Prävention, während hybride Modelle als Lösung gelten.

Eine überwältigende Mehrheit der Arbeitnehmer leidet unter akuten Stressfolgen im Homeoffice. Neue Studiendaten zeigen massive Belastungen – trotz der Flexibilität. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) reagiert und macht psychische Gesundheit zum Schwerpunkt des Jahres.

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Alarmierende Zahlen: Kopfschmerzen und Schlafstörungen dominieren

82 Prozent aller Erwerbstätigen klagten in den vergangenen drei Monaten über mindestens eine stressbedingte Beeinträchtigung. Das geht aus einer aktuellen, repräsentativen Umfrage hervor.

Die körperlichen und mentalen Auswirkungen sind massiv: 55 Prozent der Betroffenen berichten von regelmäßigen Kopfschmerzen. 48 Prozent leiden unter Schlafstörungen und 47 Prozent unter anhaltender innerer Unruhe. Als Hauptstressfaktoren nennen die Befragten hohen Leistungsdruck (40 Prozent), allgemeine Überforderung (39 Prozent) sowie Zeitdruck und Überstunden (39 Prozent).

Die Grenzen zwischen Job und Privatleben verschwimmen im Homeoffice zusehends. Diese Entgrenzung führt zu ständiger Erreichbarkeit und verkürzt die dringend benötigten Erholungsphasen.

DGUV setzt neuen Fokus auf Psyche

Angesichts dieser Entwicklung hat die DGUV ihre Strategie neu ausgerichtet. Unter der Leitung von Dr. Stephan Fasshauer steht das Jahr 2026 bei der Nationalen Präventionskonferenz (NPK) ganz im Zeichen der psychischen Gesundheit.

Hintergrund sind seit Jahren kontinuierlich steigende Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen. Die Träger der NPK wollen ihre Zusammenarbeit intensivieren und Präventionsmaßnahmen stärker bündeln. Das Ziel: Beschäftigte effektiver vor mentaler Überlastung schützen – auch in der Telearbeit.

Für Unternehmen bedeutet das klarere Empfehlungen. Experten betonen: Die bloße ergonomische Einrichtung des Heimarbeitsplatzes reicht nicht mehr. Die gesetzlich vorgeschriebene psychische Gefährdungsbeurteilung muss konsequent auf die Remote-Arbeit ausgeweitet werden.

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Return-to-Office: Kein Allheilmittel

Parallel diskutiert die Wirtschaft intensiv über die Rückkehr ins Büro. Doch wissenschaftliche Untersuchungen mahnen zur Vorsicht. Eine Studie der Universität Konstanz zeigt: Strikte Präsenzvorgaben bringen oft nicht die erhofften Produktivitätsgewinne. Ein erzwungener Wegfall des Homeoffices kann die psychische Belastung sogar noch steigern.

Interessant sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede: Frauen profitieren mental messbar von hybriden Homeoffice-Modellen. Für weibliche Angestellte mit psychischen Vorbelastungen bedeutet die Arbeit von zu Hause eine deutliche Steigerung des Wohlbefindens. Bei Männern konnte dagegen kein signifikanter Einfluss des Arbeitsortes festgestellt werden.

Betriebliche Prävention weist massive Lücken auf

Trotz des offensichtlichen Handlungsbedarfs hapert es in der Praxis. Nur 20 Prozent der Arbeitnehmer fühlen sich von ihrem Arbeitgeber gut über Angebote zur Stressreduktion informiert. 23 Prozent geben an, ihr Arbeitgeber biete überhaupt keine entsprechenden Maßnahmen an.

Experten warnen: Mentale Gesundheit ist längst eine harte ökonomische Kennzahl. Unternehmen, die das psychische Wohlbefinden vernachlässigen, riskieren hohe Ausfallkosten und verschlechtern ihre Position im Fachkräftemangel. Die Forderung lautet: Psychische Belastungen müssen als systemische Herausforderung verstanden werden, für die Führungskräfte Verantwortung tragen.

Hybride Modelle als Königsweg?

Wie also weiter? Strikte Präsenzvorgaben demotivieren und strapazieren die Psyche. Das reine Homeoffice führt dagegen oft in soziale Isolation und zu der dokumentierten hohen Stressbelastung.

Arbeitsforscher sehen in hybriden Modellen den sinnvollsten Kompromiss. Eine individuell abgestimmte Mischung aus Büro und Homeoffice bietet Flexibilität, reduziert Pendelstress und wirkt der Isolation entgegen.

Um die Vorgaben umzusetzen, müssen Unternehmen künftig verstärkt in digitale Gesundheitsangebote und Führungsschulungen auf Distanz investieren. Klare Kommunikationsregeln, feste Erreichbarkeiten und eine Kultur, die Erholung respektiert, sind entscheidend. Nur so wird das Homeoffice zu dem, was es sein sollte: ein Instrument für gesünderes Arbeiten.

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