Hörgeräte, Brillen

Hörgeräte und Brillen senken Demenz-Risiko deutlich

15.01.2026 - 17:25:12

Neue Studien belegen, dass die Korrektur von Hör- und Sehschwächen zu den wirksamsten Maßnahmen zur Demenzprävention zählt und viele Fälle vermeidbar macht.

Neue Studien belegen: Gutes Hören und Sehen schützen das Gehirn. Die rechtzeitige Korrektur von Sinneseinschränkungen mit Hörgeräten oder Brillen zählt zu den wirksamsten Demenz-Präventionsmaßnahmen. Internationale Expertengremien stufen unbehandelten Hör- und Sehverlust mittlerweile als bedeutende, modifizierbare Risikofaktoren ein.

Warum unsere Sinne das Gehirn entlasten

Die Verbindung ist direkter als lange gedacht. Das Gehirn ist permanent damit beschäftigt, Sinnesreize zu verarbeiten. Lassen Sehkraft oder Hörvermögen nach, muss es erheblich mehr Energie aufwenden, um die lückenhaften Informationen zu kompensieren. Diese ständige Überlastung raubt Kapazität für andere wichtige Funktionen wie Gedächtnis und Konzentration. Experten vermuten, dass dies die kognitive Reserve des Gehirns – seine Pufferkapazität – schwächt. Eine Brille oder ein Hörgerät entlastet das Gehirn und setzt wertvolle Ressourcen frei.

Die Studienlage: Bis zu 45 Prozent der Fälle vermeidbar

Die renommierte Lancet-Kommission hat ihre Liste der beeinflussbaren Demenz-Risikofaktoren 2024 aktualisiert. Neu dabei: Sehverlust. Die Kommission kommt zu einem klaren Ergebnis:
* Bis zu 45 Prozent aller Demenzerkrankungen könnten verhindert oder verzögert werden, wenn alle bekannten Risikofaktoren angegangen würden.
* Unbehandelte Schwerhörigkeit gilt als der größte einzelne, modifizierbare Risikofaktor.
* Eine dänische Studie zeigte 2024: Das Demenzrisiko war bei Menschen mit Hörgerät geringer.
* Für die Sehkraft bestätigt eine US-Studie: Ältere Menschen mit Sehproblemen schnitten in kognitiven Tests schlechter ab.

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Der soziale Faktor: Einsamkeit vermeiden

Ein zentraler Mechanismus ist die soziale Isolation. Wer Gespräche schlecht versteht oder Gesichter nicht erkennt, zieht sich häufig zurück. Das Meiden von Treffen kann zu Einsamkeit und Depression führen – beides weitere Demenz-Risikofaktoren. Hör- und Sehhilfen ermöglichen die Teilnahme am sozialen Leben. Diese Stimulation hält die neuronalen Netzwerke aktiv und ist ein entscheidender Schutz für das Gehirn.

Einfache Maßnahme mit großer Wirkung

Experten betonen: Brillen und Hörgeräte sind vergleichsweise einfache und kostengünstige Interventionen mit großer Hebelwirkung. Die Forderung lautet daher, regelmäßige Seh- und Hörtests fest in die Vorsorge zu integrieren. Gesundheitsorganisationen wie die Alzheimer Forschung Initiative sehen in der Aufklärung den Schlüssel, um die Akzeptanz der Hilfsmittel zu erhöhen. Die Botschaft ist klar: Gutes Hören und Sehen ist für die Gehirngesundheit so fundamental wie Ernährung und Bewegung.

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