Hitzeschutz-Verordnung, Arbeitssicherheit

Hitzeschutz-Verordnung macht Arbeitssicherheit zur Chefsache

27.12.2025 - 20:21:12

Ab 1. Januar 2026 gelten in der DACH-Region verbindliche Hitzeschutz-Regeln. Die heute vorgestellte Verordnung stuft Schutz vor extremer Hitze als zentralen Faktor für die Work-Life-Balance ein. Unternehmen müssen jetzt handeln.

Die Diskussion um Hitzeschutz am Arbeitsplatz läuft seit dem Rekordsommer. Die heutige Bekanntgabe aus Wien setzt jedoch neue, verbindliche Maßstäbe. Regierungsvertreter machten deutlich: Die Klimaanpassung der Arbeitswelt ist unaufschiebbar.

Im Kern steht die Erkenntnis, dass eine gesunde Balance nicht mehr nur flexible Zeiten bedeutet. Garantierte „kühle Arbeitsphasen“ werden Pflicht, um die Erholung in der Freizeit nicht zu gefährden.

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Das sind die neuen Pflichten für Arbeitgeber

Hitzeschutzpläne werden ab 30 Grad aktiviert

Das Herzstück ist die Einführung verpflichtender Maßnahmenkataloge. Bei der Hitzewarnstufe 2 (30 bis 34 Grad gefühlte Temperatur) müssen Unternehmen sofort reagieren. Die Pläne umfassen technische Lösungen wie Beschattung und organisatorische Änderungen – etwa die Verlagerung schwerer Arbeiten in die Morgenstunden.

Technische Nachrüstung für Fahrerkabinen

Ein besonders diskutierter Punkt: Für Arbeitsplätze im Freien, speziell in Fahrerkabinen, gilt eine Nachrüstpflicht. Klimaanlagen oder adäquate Kühlsysteme werden zur Pflicht. Diese Vorgabe stellt vor allem die Bau- und Logistikbranche vor logistische und finanzielle Herausforderungen.

Bürokratie oder notwendiger Schutz?

Die Reaktionen auf die Präsentation fallen gemischt aus. Vertreter der Bauindustrie kritisieren die neuen Dokumentationspflichten als „Bürokratiemonster“. Sie fürchten einen massiven Verwaltungsaufwand.

Gewerkschaften und Arbeitsschutzexperten halten dagegen. Sie argumentieren, dass ohne verbindliche Regeln der Gesundheitsschutz oft wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werde. Die Verordnung sei eine längst überfällige Konsequenz.

Warum Hitze zur Work-Life-Balance gehört

Die Einordnung als Balance-Faktor ist eine direkte Reaktion auf aktuelle Studien. Diese zeigen: Wer extremer Hitze ausgesetzt ist, braucht in der Freizeit deutlich länger zur Erholung und leidet häufiger unter Schlafstörungen.

Die Verordnung soll diesen „Burnout durch Heat-out“ verhindern. Arbeitspsychologen sehen in den Regeln daher nicht nur Arbeitsschutz, sondern eine sozialpolitische Maßnahme für mehr Lebensqualität.

Was Unternehmen jetzt tun müssen

Bis zum Inkrafttreten am 1. Januar bleibt wenig Zeit. Die ersten Monate 2026 werden von Nachrüstungen und Schulungen geprägt sein.

Die nächsten Schritte für Arbeitgeber:
* Notfallpläne finalisieren: Dokumentierte Abläufe für Hitzewarnstufen müssen griffbereit sein.
* Mitarbeiter unterweisen: Die Belegschaft muss über Rechte und neue Schutzmaßnahmen informiert werden.
* Investitionen planen: Budgets für technische Kühlmaßnahmen müssen kurzfristig freigegeben werden.

Die praktische Umsetzung wird im Sommer 2026 auf die Probe gestellt. Die Arbeitsinspektorate haben strenge Kontrollen angekündigt. Für die Arbeitswelt beginnt mit diesem 27. Dezember eine Ära, in der das Thermometer genauso wichtig wird wie die Stechuhr.

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