Hims & Hers Aktie: Ungünstige Wendungen!
16.01.2026 - 21:27:32Hims & Hers steht vor einem heiklen Handelstag: Eine große Optionsfälligkeit trifft auf wachsende Zweifel an den Erwartungen für 2026. Nach einem kräftigen Rückgang der letzten Monate fragen sich viele Anleger, ob der Telemedizin-Spezialist nur eine gesunde Korrektur durchläuft oder ob die Wachstumsstory ernsthaft ins Stocken gerät.
Optionsverfall trifft schwaches Sentiment
Am heutigen Freitag laufen umfangreiche Aktienoptionen auf Hims & Hers aus. Solche Termine führen häufig zu deutlichen Ausschlägen, weil Marktteilnehmer ihre Derivatepositionen schließen oder in spätere Laufzeiten verschieben. In einer ohnehin nervösen Marktphase können diese technischen Effekte Kursbewegungen zusätzlich verstärken.
Die Aktie notiert aktuell bei 31,23 US‑Dollar und liegt damit klar unter den wichtigen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 100 und 200 Tage. Der Rückgang seit Jahresbeginn von rund 6,5 % wirkt auf den ersten Blick moderat, steht aber vor dem Hintergrund einer deutlichen Schwächephase: Vom 52‑Wochen-Hoch hat sich der Titel mehr als halbiert.
BofA stellt 2026er-Fantasie infrage
Besonders belastend wirkt seit Anfang Januar eine deutliche Kurszielsenkung von Bank of America. Die Analysten reduzierten ihr Ziel von 32 auf 29 US‑Dollar und liegen damit am unteren Ende der Spanne an der Wall Street. Das Rating blieb bei „Underperform“.
Inhaltlich richtet sich die Kritik klar gegen die hohen Erwartungen für 2026:
- Der Aufschlag von rund 440 Mio. US‑Dollar beim Umsatz im Jahr 2026 gilt BofA als „zu optimistisch“.
- Die aktuellen Wachstumsraten am Ende des vierten Quartals stützen aus Sicht der Bank diese Ziele nicht.
- 2026 sei zudem ein „großes Investitionsjahr“ mit höheren Ausgaben für Personal, Technologie und Lieferkette.
- Eine spürbare Ausweitung der EBITDA-Marge hält BofA unter diesen Vorzeichen für unrealistisch.
- Entsprechend rechnet die Bank in den kommenden Monaten mit negativen Gewinnrevisionen.
Damit stellt BofA nicht nur das Tempo des geplanten Wachstums, sondern auch die Profitabilitätsfantasie für 2026 in Frage – ein klarer Gegenwind für einen Wachstumswert mit hoher Bewertung.
Analystenmeinungen weit auseinander
Im Analystenlager ergibt sich insgesamt ein gespaltenes Bild. Neben den skeptischen Stimmen von Bank of America und Citigroup, die Kursziele im Bereich von 29 bis 30 US‑Dollar ansetzen, gibt es auch deutlich optimistischere Einschätzungen.
Einige ausgewählte Einstufungen:
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- Barclays startete im Dezember 2025 mit „Overweight“ und einem Kursziel von 48 US‑Dollar.
- Evercore ISI liegt mit einem neutralen „In Line“-Rating und 33 US‑Dollar im Mittelfeld.
- Leerink Partners sieht die Aktie trotz einer Senkung des Kursziels von 46 auf 41 US‑Dollar weiter auf „Outperform“.
- Im Durchschnitt kommen die Wall-Street-Analysten auf ein Kursziel von 44,54 US‑Dollar, was vom aktuellen Niveau aus rechnerisch rund 40 % Luft nach oben impliziert.
Die Konsensempfehlung lautet dennoch nur „Hold“. Rund 56 % der Analysten raten damit eher zum Abwarten, was die Unsicherheit über die tatsächliche Ertragskraft in den kommenden Jahren widerspiegelt.
Deutlicher Rücksetzer nach Rekordhoch
Der Kursrückgang der vergangenen Monate hat es in sich. Vom 52‑Wochen-Hoch bei 66,06 US‑Dollar im Februar 2025 ist die Aktie inzwischen mehr als 50 % entfernt. Über drei Monate summiert sich das Minus auf gut 39 %.
Hinter diesem Bewertungsrückgang stehen mehrere Themen:
- Regulatorisches Risiko: Die US-Arzneibehörde FDA äußerte im September 2025 Bedenken zu bestimmten individuell hergestellten (compounded) Gewichtsverlust-Präparaten. Für ein Telehealth-Unternehmen mit Fokus auf verschreibungspflichtige Therapien ist das ein klarer Unsicherheitsfaktor.
- GLP‑1-Konkurrenz: Citigroup verwies darauf, dass Hims & Hers nicht auf der Partnerliste von Novo Nordisk für das Abnehmmedikament Wegovy auftaucht. Das könnte das Wachstum im stark nachgefragten GLP‑1-Segment begrenzen.
- Margendruck 2026: Die für 2026 geplanten Investitionen in Mitarbeiter, Technologie und Lieferkette dürften kurzfristig auf die Profitabilität drücken.
- Bewertungsdämpfer: Selbst nach der Korrektur liegt das erwartete KGV bei etwa 54 und damit deutlich über dem Branchenschnitt von rund 23. Eine Neubewertung nach unten war aus Sicht mancher Investoren wohl überfällig.
Die Marktkapitalisierung ist infolge dieser Faktoren von über 16 Mrd. US‑Dollar auf rund 7,1 Mrd. US‑Dollar geschrumpft – ein klares Signal, dass der Markt die ursprünglichen Wachstumsfantasien inzwischen deutlich vorsichtiger beurteilt.
Blick auf den nächsten Katalysator
Die nächste Bewährungsprobe steht bereits im Kalender: Rund um den 23. Februar 2026 will Hims & Hers die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorlegen. Entscheidend werden dann die Aussagen des Managements zu Umsatzwachstum und Margenentwicklung im Jahr 2026.
Im Fokus stehen vor allem zwei Punkte: Zum einen, ob die Unternehmensführung die ambitionierten Umsatzannahmen bestätigt oder zurücknimmt. Zum anderen, wie stark die angekündigten Investitionen tatsächlich auf die Profitabilität durchschlagen. Erst wenn diese Fragen durch konkrete Guidance beantwortet sind, lässt sich einschätzen, ob der aktuelle Kursrückgang vor allem eine Übertreibung nach unten oder eine notwendige Anpassung an ein niedrigeres Wachstumsprofil darstellt.
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